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- Policy Delphi
Das Policy Delphi ist eine Variante der Delphi-Methode, bei der das Ziel nicht Konsens, sondern die Sammlung möglichst vielfältiger und gegensätzlicher Expertenmeinungen ist. Es dient vor allem der Entwicklung explorativer Szenarien und der Entscheidungsunterstützung bei kontroversen Themen. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 209 f.) Beispiel: Ein Unternehmen möchte verschiedene Strategien zur Digitalisierung bewerten. Im Policy Delphi werden Experten mit unterschiedlichen Meinungen befragt, um ein breites Spektrum an Chancen und Risiken zu sammeln – auch kontroverse Ansichten werden bewusst zugelassen, um alle Perspektiven zu beleuchten. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Klassische Delphi-Verfahren
Das klassische Delphi-Verfahren ist eine systematische, mehrstufige Expertenbefragung mit dem Ziel, durch anonymisierte Rückmeldungen und wiederholte Befragungsrunden einen Konsens zu komplexen Fragestellungen zu erreichen und Meinungsunterschiede zu minimieren. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 209 f.) Beispiel: Ein Unternehmen möchte den zukünftigen Fachkräftebedarf im IT-Bereich abschätzen. Dafür befragt es in mehreren anonymen Runden eine Gruppe von IT-Experten. Nach jeder Runde erhalten die Experten die zusammengefassten Antworten der anderen und können ihre Einschätzungen überdenken. Nach mehreren Durchläufen entsteht ein weitgehender Konsens über die zu erwartende Personalentwicklung. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Delphi-Methode
Die Delphi-Methode ist ein strukturiertes Prognoseverfahren, bei dem Experten anonym in mehreren Befragungsrunden schriftlich zu einem komplexen Thema Stellung nehmen. Ziel ist es, durch den Austausch und die wiederholte Reflexion der anonymisierten Antworten ein möglichst fundiertes und stabiles Meinungsbild zu entwickeln – entweder im Sinne eines Konsenses (klassisches Delphi) oder zur Darstellung unterschiedlicher Sichtweisen (Policy Delphi). (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 209 f.) Beispiel: Ein Unternehmen möchte den zukünftigen Bedarf an IT-Fachkräften in den nächsten fünf Jahren abschätzen. Dazu befragt es in mehreren Runden anonym IT-Experten, Arbeitsmarktforscher und Personalverantwortliche. Nach jeder Runde erhalten die Experten eine Zusammenfassung der anonymisierten Einschätzungen der anderen, um ihre eigene Meinung ggf. zu überdenken. Nach drei Runden entsteht ein fundiertes, möglichst einheitliches Meinungsbild über die erwartete Personalentwicklung. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Prozess der Personalplanung
Der Prozess der Personalplanung umfasst drei aufeinander aufbauende Schritte. Zunächst werden alle relevanten Informationen aus der internen und externen Unternehmensumwelt gesammelt, um die Grundlage für fundierte Planungsentscheidungen zu schaffen. Im zweiten Schritt wird der Personalbedarf ermittelt, indem der zukünftige Bruttopersonalbedarf mit dem prognostizierten Personalbestand abgeglichen wird. Daraus ergibt sich der Nettopersonalbedarf als Differenz zwischen Soll-Werten und Ist-Werten. Im dritten Schritt werden daraus konkrete Folgeplanungen abgeleitet – etwa zur Personalbeschaffung, Personalentwicklung, Personaleinsatz, Personalfreisetzung oder Personalkostensteuerung – mit dem Ziel, die personellen Ressourcen strategisch und effizient auf die Unternehmensziele auszurichten. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 197 ff.) Beispiel: Ein Unternehmen plant, im nächsten Jahr ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. In Schritt 1 sammelt es interne Daten wie aktuelle Mitarbeiterzahlen, Altersstruktur und geplante Ruhestände sowie externe Informationen zum Fachkräftemangel im IT-Bereich. In Schritt 2 wird festgestellt, dass für die Produktentwicklung zehn zusätzliche Softwareentwickler benötigt werden, aber in den kommenden Monaten drei Fachkräfte in Rente gehen – der Nettopersonalbedarf liegt also bei 13 Personen. In Schritt 3 leitet das Unternehmen daraus Maßnahmen ab: Es startet eine gezielte Rekrutierungskampagne, plant Schulungen für interne Mitarbeitende zur Qualifizierung und überprüft die Personalkosten, um Budgetüberschreitungen zu vermeiden. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Beitragsfunktion der Personalplanung
Die Beitragsfunktion der Personalplanung unterstützt die strategische Ausrichtung des Unternehmens, indem sie entscheidungsrelevante Informationen über personelle Potenziale und Einschränkungen liefert und die Personalplanung in Teilbereiche wie Personalbedarf, Personaleinsatz oder Personalentwicklung gliedert. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 195 ff.) Beispiel: Ein Unternehmen plant, neue Auslandsmärkte zu erschließen. Die Personalplanung prüft, ob qualifizierte Fachkräfte mit internationalen Erfahrungen vorhanden sind und ob Weiterbildungsmaßnahmen oder Neueinstellungen notwendig sind – und trägt so zur Strategieumsetzung bei. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Prüffunktion der Personalplanung
Die Prüffunktion der Personalplanung bewertet die im Rahmen der Beobachtungsfunktion gesammelten Informationen dahingehend, ob die benötigten Mitarbeiter zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort und in passender Anzahl sowie Qualifikation verfügbar sein können. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 195 ff.) Beispiel: Ein Unternehmen stellt fest, dass in sechs Monaten ein Großauftrag startet, und prüft nun anhand aktueller Daten, ob genug qualifizierte Mitarbeiter intern verfügbar sind oder zusätzlich rekrutiert werden müssen. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Beobachtungsfunktion der Personalplanung
Die Beobachtungsfunktion der Personalplanung umfasst das systematische Sammeln und Aufbereiten von Informationen aus der internen und externen Umwelt des Unternehmens, um frühzeitig relevante Veränderungen (z. B. auf dem Arbeitsmarkt, durch Gesetze oder Absatzprognosen) zu erkennen und für die Personalplanung nutzbar zu machen. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 195 ff.) Beispiel: Ein Unternehmen analysiert regelmäßig Fachkräftetrends und neue Tarifabschlüsse, um rechtzeitig auf Engpässe oder Kostensteigerungen reagieren zu können. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Prozess-Kultur
Die Prozess-Kultur betont Ordnung, Regelkonformität und stabile Abläufe. Kreativität tritt in den Hintergrund, Fehler werden kaum toleriert, und formale Strukturen sowie Hierarchien prägen den Arbeitsalltag. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 189 f.) Beispiel: Eine Behörde, in der jede Entscheidung mehrstufig geprüft, dokumentiert und genehmigt werden muss, spiegelt eine klassische Prozess-Kultur wider. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Bet-your-Company-Kultur
Die Bet-your-Company-Kultur ist eine analytische Projekt-Kultur, die großen Wert auf sorgfältige Entscheidungen legt. Sie reagiert auf komplexe Umwelten mit umfassenden Analysen und setzt auf wissenschaftlich-technische Rationalität. Sitzungen sind hierarchisch und ruhig, Fachwissen und Erfahrung werden geschätzt, während offener Ehrgeiz und Wettbewerbsverhalten eher vermieden werden. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 189 f.) Beispiel: Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen, das vor wichtigen Investitionsentscheidungen lange Analysen durchführt, Ruhe in Meetings bewahrt und erfahrene Experten einbindet, zeigt eine Bet-your-Company-Kultur. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Work-hard-Kulturen
Work-hard-Kulturen sind geprägt von einem lockeren, teamorientierten Miteinander, in dem harte Arbeit und gemeinsamer Erfolg gefeiert werden. Trotz internem Wettbewerb wird dieser sportlich und fair gesehen. Typisch sind sportliche Metaphern im Sprachgebrauch. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 189 f.) Beispiel: Eine Unternehmensberatung, in der Mitarbeiter intensiv an Projekten arbeiten, sich dabei aber regelmäßig mit Team-Events oder Feiern belohnen. Trotz hoher Leistungsanforderungen herrscht ein freundschaftlicher, sportlicher Umgangston. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Tough-Guy-Macho-Kultur
Die Tough-Guy-Macho-Kultur beschreibt Unternehmen, in denen Einzelpersonen mit großem Einsatz und hoher Risikobereitschaft arbeiten. Engagement, schnelles Handeln und Verantwortung werden geschätzt, Erfolge gefeiert und Misserfolge offen angesprochen. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 189 f.) Beispiel: Eine Investmentbank, in der Mitarbeiter oft lange und intensiv arbeiten, schnelle Entscheidungen treffen und hohe Risiken eingehen, um große Gewinne zu erzielen. Erfolge werden gefeiert, Fehler aber direkt und offen angesprochen. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Verankerungstiefe
Die Verankerungstiefe beschreibt, wie tief die Werte und Normen einer Unternehmenskultur von den Mitarbeitenden verinnerlicht sind und ihr Verhalten im Arbeitsalltag automatisch prägen. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 188) Beispiel: In einem Unternehmen mit hoher Verankerungstiefe ist Pünktlichkeit so stark verinnerlicht, dass alle Mitarbeiter stets pünktlich zur Arbeit erscheinen, ohne dass es besondere Kontrollen oder Erinnerungen braucht. Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg


