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- Referendariat - 56. Schultag
An meinem heutigen Schultag im Referendariat habe ich zunächst zwei Stunden im Bildungsgang der Industriekaufleute unterrichtet. Nachdem wir das Thema Investition abgeschlossen haben, sind wir zum Bereich der Finanzierung übergegangen. Als Einstieg hielten die Lernenden am Activeboard zunächst alle Finanzierungsmöglichkeiten fest, die ihnen einfielen. Anschließend startete ich eine Einzelarbeit, die danach in eine Partnerarbeit überging – die Methode Think-Pair-Share konnten wir allerdings noch nicht ganz abschließen. Die Lernenden sollten sich allgemein mit den Vorteilen und Nachteilen der Eigenfinanzierung und Fremdfinanzierung beschäftigen. Abgerundet wurde der Schultag durch den Unterricht in der Höheren Handelsschule. Dort haben wir die Theorie des Homo oeconomicus weitergeführt. Nachdem wir in der vergangenen Woche (aufgrund der kurzen Zeit von 45 Minuten) zu keinem Ergebnis gekommen waren, konnten wir heute endlich unsere Spielergebnisse besprechen. Auf dieser Basis leiteten wir die Annahmen des Homo oeconomicus ab und festigten diese anschließend an einem eigenen Beispiel. Insgesamt war es ein durchaus erfolgreicher Tag, wobei der Bereich der Finanzierung aufgrund meiner noch fehlenden Berufserfahrung weiterhin eine Herausforderung für mich darstellt.
- Base-Value-Neglect
Base-Value-Neglect bezeichnet den Effekt, dass Konsumenten bei prozentualen Angeboten (z. B. Rabatt oder Bonusmenge) das ursprüngliche Ausgangsniveau ignorieren und dadurch die tatsächliche wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit eines Angebots falsch einschätzen. (vgl. Pechtl 2014, S. 365 f.) Beispiel: Ein Supermarkt bietet Saft mit „50 % mehr Inhalt“ an, während ein anderes Angebot „35 % Rabatt“ gibt. Obwohl der Rabatt wirtschaftlich günstiger ist, wählen viele Kunden das „50 % mehr“-Angebot, weil sie das Ausgangsniveau nicht berücksichtigen. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Preisverfallshypothese
Die Preisverfallshypothese besagt, dass häufige Preispromotions die Preisempfindlichkeit der Kunden erhöhen und dadurch langfristig das allgemeine Preisniveau bzw. den gewinnoptimalen Preis sinken kann. (vgl. Pechtl 2014, S. 362 ff.) Beispiel: Wenn eine Schokoladenmarke fast jede Woche im Supermarkt im Angebot ist, gewöhnen sich Kunden daran und kaufen sie kaum noch zum normalen Preis. Dadurch muss der Händler den Preis immer häufiger senken. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Value Expression
Value Expression bezeichnet den Nutzen von Preispromotions, bei dem Käufer durch das Nutzen von Sonderangeboten ihr Selbstbild als cleverer oder sparsamer Käufer ausdrücken und dadurch Stolz oder soziale Anerkennung empfinden. (vgl. Pechtl 2014, S. 358) Beispiel: Ein Kunde kauft eine Markenjeans im Schlussverkauf für 40 € statt 80 € und erzählt Freunden stolz, dass er ein echtes Schnäppchen gemacht hat. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Treue-Promotions
Treue-Promotions sind Preisaktionen, bei denen Kunden erst nach wiederholtem Kauf oder dem Sammeln von Punkten und Coupons eine Preisvergünstigung oder Belohnung erhalten. (vgl. Pechtl 2014, S. 355) Beispiele: DeutschlandCard, Payback, Lidl Plus, Kaufland Card, Netto Plus, Penny App Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Bonus Packs
Bonus Packs sind Verkaufsaktionen, bei denen der Kunde für den gleichen Preis eine größere Produktmenge oder zusätzliche Produkte erhält. (vgl. Pechtl 2014, S. 355) Beispiel: Eine Chipstüte enthält „20 % mehr Inhalt zum gleichen Preis“. Statt 100 g bekommt der Kunde 120 g für den normalen Preis. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Double Coupons
Double Coupons sind Coupons, bei denen der Händler den vom Hersteller gewährten Rabatt verdoppelt, sodass der Kunde einen größeren Preisnachlass erhält. (vgl. Pechtl 2014, S. 354 f.) Beispiel: Ein Hersteller-Coupon bietet 0,50 € Rabatt auf eine Zahnpasta. Der Supermarkt verdoppelt den Rabatt im Rahmen einer Double-Coupon-Aktion, sodass der Kunde insgesamt 1 € Preisnachlass erhält. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- On-Shelf-Coupons
On-Shelf-Coupons sind Gutscheine, die direkt am Regal im Geschäft ausliegen und vom Kunden beim Einkauf mitgenommen und an der Kasse für einen Preisnachlass eingelöst werden können. (vgl. Pechtl 2014, S. 354 f.) Beispiel: Am Regal mit Waschmittel hängt ein Gutschein zum Abreißen, der 1 € Rabatt auf den Kauf dieses Produkts bietet. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- On-Pack-Coupons
On-Pack-Coupons sind Gutscheine, die außen auf der Produktverpackung angebracht sind und beim Kauf einen Preisnachlass gewähren. (vgl. Pechtl 2014, S. 354 f.) Beispiel: Auf einer Shampoo-Flasche ist außen ein Gutschein aufgeklebt, der 1 € Rabatt auf den nächsten Kauf desselben Produkts bietet. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- In-Pack-Coupons
In-Pack-Coupons sind Gutscheine, die sich im Inneren der Produktverpackung befinden und beim nächsten Kauf einen Preisnachlass gewähren. (vgl. Pechtl 2014, S. 354 f.) Beispiel: In einer Müslipackung befindet sich ein Gutschein über 0,50 € Rabatt für den nächsten Kauf derselben Marke. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Multi-Brand-Coupons
Multi-Brand-Coupons sind Gutscheine, die einen Preisnachlass gewähren und für mehrere verschiedene Marken oder Produkte gleichzeitig eingelöst werden können. (vgl. Pechtl 2014, S. 354 f.) Beispiel: Ein Coupon bietet 1 € Rabatt auf jede beliebige Zahnpasta von mehreren Marken (z. B. Colgate, Blend-a-med oder Signal). Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Coupons
Coupons sind zeitlich befristete Gutscheine, die dem Käufer beim Kauf eines bestimmten Produkts oder Sortiments einen festen oder prozentualen Preisnachlass gewähren, wenn sie an der Kasse eingelöst werden. (vgl. Pechtl 2014, S. 354 f.) Beispiel: Multi-Brand-Coupons, On Shelf-Coupons, In Pack-Coupons Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius


