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- Sprungfolge
Eine Sprungfolge (SF) ist eine Anordnungsbeziehung, bei der ein nachfolgender Vorgang erst beendet werden darf, nachdem der vorhergehende Vorgang begonnen hat. Das Ende des Nachfolgers kann somit frühestens zum Zeitpunkt des Beginns des Vorgängers oder später eintreten. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Sprungfolge“) Beispiel: In einem Krankenhaus soll eine Nachtschicht erst beendet werden, wenn die nachfolgende Frühschicht begonnen hat. Sobald die Frühschicht ihren Dienst antritt, kann die Nachtschicht übergeben und beendet werden. Zwischen dem Beginn der Frühschicht und dem Ende der Nachtschicht besteht eine Anfang-Ende-Beziehung (AE). Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Endfolge
Eine Endfolge (EF) ist eine Anordnungsbeziehung, bei der ein nachfolgender Vorgang erst beendet werden kann, wenn der vorhergehende Vorgang abgeschlossen ist. Beide Vorgänge können somit gleichzeitig enden oder der Nachfolger endet später. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Endfolge“) Beispiel: Bei einem Bauprojekt werden die Elektroinstallationen und die abschließende technische Prüfung parallel durchgeführt. Die technische Prüfung darf jedoch erst abgeschlossen werden, wenn auch die Elektroinstallationen beendet sind. Zwischen beiden Vorgängen besteht eine Ende-Ende-Beziehung (EE). Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Anfangsfolge
Eine Anfangsfolge (AF) ist eine Anordnungsbeziehung, bei der ein nachfolgender Vorgang erst beginnen darf, wenn der vorhergehende Vorgang begonnen hat. Beide Vorgänge können somit gleichzeitig starten oder zeitlich versetzt beginnen. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Anfangsfolge“) Beispiel: Bei einem Bauprojekt beginnen die Erdarbeiten, sobald die Baustelleneinrichtung gestartet wurde. Die Erdarbeiten müssen nicht warten, bis die gesamte Baustelleneinrichtung abgeschlossen ist. Zwischen beiden Vorgängen besteht eine Anfang-Anfang-Beziehung (AA). Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Anordnungsbeziehung
Eine Anordnungsbeziehung beschreibt in der Netzplantechnik die zeitliche Abhängigkeit zwischen einzelnen Vorgängen eines Projekts. Sie legt fest, in welcher Reihenfolge Tätigkeiten durchgeführt werden müssen und wann ein nachfolgender Vorgang beginnen darf. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Anordnungsbeziehung“) Beispiel: Bei einem Bauprojekt muss zuerst das Fundament fertiggestellt werden, bevor mit dem Errichten der Wände begonnen werden kann. Zwischen diesen beiden Vorgängen besteht eine Anordnungsbeziehung, da der Bau der Wände erst starten darf, wenn das Fundament abgeschlossen ist. Dies entspricht einer Ende-Anfang-Beziehung (Normalfolge). Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotsprojekt
Ein Angebotsprojekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben eines Anbieters, mit dem Ziel, einen Auftrag von einem potenziellen Kunden zu erhalten. Es umfasst die Akquise, die Teilnahme an Ausschreibungen, die Vorbereitung und Erstellung des Angebots sowie gegebenenfalls Verhandlungen und die abschließende Auftragserteilung oder Analyse einer Absage. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotsprojekt“) Beispiel: Ein IT-Unternehmen möchte den Auftrag zur Entwicklung einer neuen Software für einen Kunden gewinnen. Dafür prüft es zunächst die Ausschreibung, kalkuliert die voraussichtlichen Kosten und plant die benötigten Ressourcen. Anschließend erstellt es ein Angebot und passt dieses gegebenenfalls nach Verhandlungen mit dem Kunden an. Erteilt der Kunde den Auftrag, ist das Angebotsprojekt erfolgreich abgeschlossen. Bei einer Absage analysiert das Unternehmen die Gründe, um zukünftige Angebote zu verbessern. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotsplanung
Angebotsplanung bezeichnet die Vorbereitung und Organisation der Angebotserstellung als Reaktion auf eine Anfrage. Dabei werden die erforderlichen Arbeitsschritte, Ressourcen und der Zeitaufwand festgelegt. Der Umfang der Planung hängt davon ab, ob die Angebotserstellung eine Routineaufgabe oder ein eigenständiges Angebotsprojekt darstellt. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotsplanung“) Beispiel: Ein IT-Unternehmen erhält die Anfrage, eine neue Software für einen Kunden zu entwickeln. Im Rahmen der Angebotsplanung legt das Unternehmen fest, welche Mitarbeitenden den Aufwand kalkulieren, wer die technischen Anforderungen prüft und bis wann das Angebot fertiggestellt werden muss. Anschließend werden Kosten, benötigte Ressourcen und Zeitaufwand ermittelt, um ein vollständiges und realistisches Angebot erstellen zu können. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotsphase
Die Angebotsphase ist der Zeitraum von der Entstehung einer möglichen Geschäftsmöglichkeit bis zur Auftragserteilung oder Absage. Sie umfasst Tätigkeiten wie Ausschreibung, Angebotsanfrage, Angebotserstellung, Angebotsvergleich und Vergabe. Sie kann vor dem eigentlichen Projekt stattfinden oder während eines laufenden Projekts erneut erforderlich werden. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotsphase“) Beispiel: Ein Unternehmen möchte eine neue Software entwickeln lassen und fordert mehrere Dienstleister zur Abgabe eines Angebots auf. Die Dienstleister erstellen ihre Angebote, die das Unternehmen anschließend hinsichtlich Kosten, Qualität und Leistungsumfang vergleicht. Danach entscheidet es sich für einen Anbieter und erteilt diesem den Auftrag. Mit der Auftragserteilung endet die Angebotsphase. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotseröffnung
Die Angebotseröffnung ist ein formales Verfahren, bei dem eingereichte Angebote, insbesondere bei öffentlichen Ausschreibungen, nach Ablauf der Angebotsfrist geöffnet werden. Dabei werden wichtige Angebotsdaten, wie beispielsweise die Angebotspreise, offengelegt und gegebenenfalls protokolliert. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotseröffnung“) Beispiel: Eine Stadt schreibt den Bau einer neuen Sporthalle öffentlich aus. Nach Ablauf der Angebotsfrist werden die eingereichten Angebote im Rahmen der Angebotseröffnung geöffnet. Die zuständige Stelle erfasst die angebotenen Preise und hält die Ergebnisse fest. Anschließend werden die Angebote geprüft und anhand der festgelegten Kriterien bewertet, um einen geeigneten Auftragnehmer auszuwählen. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotscontrolling
Angebotscontrolling umfasst die kontinuierliche Überwachung und Steuerung der Angebotserstellung und des Angebotserfolgs eines Unternehmens. Dabei werden beispielsweise die Anzahl der erstellten Angebote, die Erfolgsquote und die Bedingungen analysiert, unter denen Angebote zu Aufträgen führen. Ziel ist es, die Angebotserstellung zu verbessern und die Chancen auf neue Aufträge zu erhöhen. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotscontrolling“) Beispiel: Ein Softwareunternehmen erstellt regelmäßig Angebote für potenzielle Kunden und stellt fest, dass nur 20 % der Angebote zu einem Auftrag führen. Mithilfe des Angebotscontrollings untersucht es, bei welchen Kunden und zu welchen Preisen die Angebote besonders erfolgreich sind. Auf dieser Grundlage passt das Unternehmen seine Preisgestaltung und die Auswahl zukünftiger Angebotsanfragen an, um die Erfolgsquote zu steigern. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotsaufforderung
Eine Angebotsaufforderung (Angebotsanfrage) ist die Aufforderung eines Auftraggebers an potenzielle Auftragnehmer, ein verbindliches Angebot für bestimmte Lieferungen oder Leistungen einzureichen. Dabei werden die erwarteten Leistungen, Anforderungen und wichtigen Rahmenbedingungen beschrieben, damit die Angebote vergleichbar sind und fundiert bewertet werden können. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotsaufforderung“) Beispiel: Ein Unternehmen möchte eine neue Software entwickeln lassen und fordert mehrere Dienstleister zur Abgabe eines Angebots auf. In der Angebotsaufforderung beschreibt es die gewünschten Funktionen, den geplanten Fertigstellungstermin, das verfügbare Budget und die technischen Anforderungen. Die Dienstleister erstellen daraufhin ihre Angebote, die das Unternehmen hinsichtlich Kosten, Qualität und Leistungsumfang vergleichen kann. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Angebotsabgabefrist
Die Angebotsabgabefrist ist der festgelegte Termin, bis zu dem ein Anbieter sein Angebot beim potenziellen Auftraggeber einreichen muss. Bei einer öffentlichen Ausschreibung gilt diese Frist grundsätzlich für alle teilnehmenden Anbieter gleichermaßen. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Angebotsabgabefrist“) Beispiel: Ein Unternehmen schreibt die Entwicklung einer neuen Software öffentlich aus und legt als Angebotsabgabefrist den 30. November fest. Alle interessierten Dienstleister müssen ihre Angebote bis zu diesem Datum einreichen. Angebote, die nach Ablauf der Frist eingehen, können von der Vergabe ausgeschlossen werden. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH
- Anforderungsmanagementplan
Ein Anforderungsmanagementplan beschreibt, wie die Anforderungen eines Projekts erfasst, analysiert, dokumentiert, überwacht und während der Projektdurchführung verwaltet werden. Er legt fest, wie mit Änderungen an Anforderungen umgegangen wird und wer für deren Prüfung und Freigabe verantwortlich ist. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Anforderungsmanagementplan“) Beispiel: Bei der Entwicklung einer neuen Software legt das Projektteam im Anforderungsmanagementplan fest, wie Kundenwünsche dokumentiert und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Wenn der Kunde nachträglich eine zusätzliche Funktion wünscht, wird diese zunächst hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Kosten und Termine bewertet. Anschließend entscheidet die zuständige Stelle über die Freigabe, und die genehmigte Anforderung wird in die Projektdokumentation aufgenommen. Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH


