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- Referendariat - 22. Schultag
Am heutigen Schultag im Referendariat habe ich wieder in der Höheren Handelsschule unterrichtet. Ich habe im Fach Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen mit den Investitionsverfahren weitergemacht. Unter anderem haben wir die Gewinnvergleichsrechnung, Rentabilitätsrechnung und Amortisationsrechnung behandelt. Ich habe mich diesmal bewusst zurückgehalten, um meinen Anteil der Lehrerzentrierung zu reduzieren. Die Schülerinnen und Schüler konnten eigenständig alle Aufgaben bearbeiten und haben ihre Ergebnisse am Whiteboard festgehalten. Insgesamt war es eine sehr kommunikative, gute Arbeitsphase. Die Schülerinnen und Schüler brauchten nur teils individuelle Unterstützung von mir. Was mich überrascht hat, ist, dass sie den Arbeitsauftrag 20 Minuten vor Unterrichtsende fertig hatten, sodass ich und meine Ausbildungslehrerin improvisieren mussten, um eine weitere Übungsaufgabe bereitzustellen. Was mich allerdings ein wenig geärgert hat, war, dass im Schulbuch eine falsche Lösung zur Aufgabe angegeben war, was die Schülerinnen und Schüler nach der Arbeitsphase verunsichert hat.
- Interpretative Paradigma
Das interpretative Paradigma geht davon aus, dass Menschen als sinnverstehende Wesen handeln und soziale Rollenbeziehungen durch symbolische Interaktionen ausgehandelt werden. Dabei werden Handlungen nicht als vorgegebene Ursache-Wirkungs-Abfolgen gesehen, sondern als Ergebnis von Verständigungsprozessen zwischen den Akteuren. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 66) Beispiel: Eine Unterrichtssituation, in der Lehrerkräfte und Lernende gemeinsam Regeln für Gruppenarbeit aushandeln. Dabei klären sie, wie Gesprächsbeiträge geäußert werden sollen, wer wann das Wort ergreift und wie Konflikte gelöst werden, anstatt dass die Regeln vorher starr vorgegeben sind. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Normative Paradigma
Das normative Paradigma geht davon aus, dass der Mensch als reflexartiges Wesen betrachtet wird und soziale Beziehungen als Ursache-Wirkungs-Abfolge verstanden werden, bei der das Verhalten einer Person direkt Einfluss auf eine andere Person ausübt. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 65) Beispiel: Belohnung und Bestrafung im Behaviorismus Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Paradigma
Ein Paradigma ist ein umfassendes Denkmuster, das wissenschaftliche Erkenntnisse, grundlegende Interpretationen und Vorstellungen vom Verhältnis des Menschen zur Welt zusammenfasst. Es legt die Fragestellungen und Sichtweisen einer Wissenschaft fest, ermöglicht neue Forschungsansätze und kann bestehende Paradigmen ergänzen oder ablösen. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 65) Beispiel: Das geozentrische Weltbild in der Astronomie, das lange Zeit als gültige Erklärung des Kosmos galt, bevor es durch das heliozentrische Weltbild abgelöst wurde, das die Sonne ins Zentrum des Planetensystems rückte und neue Forschungsfragen und Perspektiven eröffnete. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Interessenlehre nach Habermas
Die Interessenlehre nach Habermas besagt, dass menschliche Erkenntnis und Handeln von erkenntnisleitenden Interessen geprägt sind. Es werden drei grundlegende Interessen unterschieden: Das technische Interesse zielt darauf ab, die Welt für praktische Verfügungen nutzbar zu machen, z. B. durch die Anwendung von Wissen oder technischen Methoden. Das praktische Interesse dient der Verständigung und Interpretation der Wirklichkeit im sozialen Miteinander, z. B. durch kooperative Problemlösungen oder Kommunikation. Das emanzipatorische Interesse richtet sich auf die Selbstreflexion, Kritik und Vernunftanwendung, um Abhängigkeiten und Ideologien zu erkennen und zu überwinden, z. B. im kritischen Hinterfragen von gesellschaftlichen Normen. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 62 ff.) Beispiel: Das technische Interesse im Mathematikunterricht zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler lernen, Formeln korrekt anzuwenden, um Probleme zu lösen. Das praktische Interesse wird sichtbar, wenn sie in Gruppenarbeiten gemeinsam Strategien entwickeln und sich über Vorgehensweisen austauschen. Das emanzipatorische Interesse tritt auf, wenn sie die Gründe hinter mathematischen Regeln hinterfragen und überlegen, wie man diese Regeln kritisch auf reale Situationen anwenden oder verbessern kann. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Konzept
Ein Konzept ist ein gedankliches Werkzeug oder ein Handlungsentwurf, mit dem Menschen die Welt verstehen, Beziehungen und Zusammenhänge klären und zukünftiges Handeln planen, um Situationen sinnvoll zu bewältigen. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 60 f.) Beispiel: Handlungskonzept Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Verlaufsmodelle
Verlaufsmodelle beschreiben den zeitlichen Ablauf von Unterrichtsstunden, indem sie die Schritte von der Hinführung über die Erarbeitung und Vertiefung bis zur Anwendung der Inhalte strukturieren, um Lehr-Lern-Prozesse zu planen und zu analysieren. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 60) Beispiel: Eine Mathematikstunde zur Bruchrechnung: Zuerst erklärt die Lehrerin das Thema (Hinführung), dann rechnen die Schülerinnen und Schüler Aufgaben gemeinsam an der Tafel (Erarbeitung), anschließend bearbeiten sie Übungsaufgaben in Partnerarbeit (Vertiefung) und zum Schluss wenden sie ihr Wissen auf eine Hausaufgabe oder ein praktisches Alltagsproblem an (Anwendung). Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Unterrichtsmodelle
Unterrichtsmodelle sind theoretische Hilfsmittel, die Lehrprozesse und Lernprozesse analysieren und planen. Sie dienen dazu, sowohl Unterrichtsstrukturen als auch Unterrichtsverläufe zu erfassen und die Komplexität von Unterricht auf wesentliche Faktoren zu reduzieren. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 60) Beispiel: Frontalunterrichtsmodell Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Inklusion
Inklusion bezeichnet die Bereitschaft und Praxis, Menschen, die zuvor ausgeschlossen waren, vollständig in eine Gruppe oder ein Bildungssystem aufzunehmen, sodass alle gleichberechtigt zusammenarbeiten und voneinander profitieren, basierend auf gegenseitiger Achtung und Anerkennung. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 49 ff.) Beispiel: In einer inklusiven Schulklasse lernen Schülerinnen und Schüler mit und ohne Förderbedarf gemeinsam, arbeiten in Gruppen an Projekten und unterstützen sich gegenseitig beim Lernen, sodass niemand aufgrund von Behinderung oder besonderen Bedürfnissen ausgeschlossen wird. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Integration
Integration bedeutet, dass Menschen, die bisher aus bestimmten Gründen, etwa aufgrund von Behinderung, Krankheit, Herkunft, Religion oder Geschlecht, ausgeschlossen waren, in eine Gruppe einbezogen werden, beispielsweise im Bildungsbereich durch gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 49) Beispiel: Wenn in einer Schulklasse Kinder mit und ohne körperliche Behinderung gemeinsam unterrichtet werden und dieselben Lernangebote nutzen, dabei aber zusätzlich notwendige Unterstützung erhalten, um gleichberechtigt am Unterricht teilzunehmen. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Enkulturation
Enkulturation ist der Prozess, durch den Menschen die Kultur ihrer Gesellschaft lernen und in ihr „zu Hause“ werden, indem sie deren Werte, Normen, Wissen und Traditionen aufnehmen und in ihrem Leben anwenden. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 44 f.) Beispiel: Wenn Kinder in der Schule lernen, wie man in ihrer Gesellschaft höflich miteinander umgeht, etwa durch Grüßen, Bitte und Danke sagen, und dadurch die gesellschaftlichen Umgangsformen verinnerlichen. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt
- Primat der Didaktik
Der Primat der Didaktik besagt, dass die inhaltliche Reflexion und der Bildungswert der Lehrinhalte die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen im Unterricht bilden. Methoden, Medien und Organisationsformen werden demnach von den didaktischen Überlegungen abgeleitet und dürfen nicht unabhängig oder instrumentell eingesetzt werden. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 33) Beispiel: Ein Lehrer plant eine Unterrichtseinheit über Klimawandel. Zuerst überlegt er, welche Kenntnisse und Einsichten die Lernenden aus dem Thema gewinnen sollen, etwa das Verständnis von Ursachen und Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur. Erst auf Basis dieser didaktischen Ziele wählt er passende Methoden, wie Gruppenarbeit, Experimente oder Diskussionsrunden, um den Lernprozess zu unterstützen. Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt

