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- Behavioristische Verhandlungsmodelle
Behavioristische Verhandlungsmodelle untersuchen das Verhalten der Spieler während des Verhandlungsprozesses und berücksichtigen Phänomene wie Verhandlungsangebote, Konzessionen und den Verlauf der Verhandlungen. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 247 ff.) Beispiel: Zeuthen-Harsanyi-Modell Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Differentialspiel
Ein Differentialspiel ist ein dynamisches Spiel, bei dem die Spieler ihre Entscheidungen kontinuierlich über die Zeit treffen. Zustandsvariablen beschreiben dabei den Zustand des Systems, während Kontrollvariablen, die von den Spielern gewählt werden, die Veränderung dieser Zustandsvariablen steuern. Ziel ist es, über einen bestimmten Zeithorizont hinweg den eigenen Nutzen zu maximieren. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 180 f.) Beispiel: Angenommen, zwei Fischereibetriebe nutzen denselben Fischbestand. Der Fischbestand ist die Zustandsvariable, die sich basierend auf den Fangraten (den Kontrollvariablen) beider Betriebe verändert. Jeder Betrieb entscheidet kontinuierlich, wie viel er fischt, um seinen Gewinn zu maximieren, während er gleichzeitig den Einfluss seiner Fangrate auf den künftigen Fischbestand berücksichtigt. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Teilspiel-Konsistenz
Teilspiel-Konsistenz ist ein Konzept aus der Spieltheorie, das verlangt, dass das Verhalten von Spielern in verschiedenen Teilspielen, die strukturell identisch sind, auch identisch sein muss. Ein Teilspiel ist ein Abschnitt eines Spiels, der selbst wie ein vollständiges Spiel behandelt werden kann. Teilspiel-Konsistenz bedeutet, dass rationale Spieler unabhängig vom Zeitpunkt oder Kontext identisch handeln, wenn die Spielstruktur gleich bleibt. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 172 f.) Beispiel: Angenommen, zwei Unternehmen stehen in einem unendlich oft wiederholten Gefangenendilemma. Beide können entweder kooperieren (hohe Preise halten) oder betrügen (Preise senken). Teilspiel-Konsistenz verlangt, dass in jedem Teilspiel, unabhängig von der Vergangenheit, rational identisch gehandelt wird. Daher entscheiden sich beide Unternehmen in jeder Runde für die Strategie, die im Nash-Gleichgewicht des Grundspiels liegt: beide senken die Preise. Selbst wenn sie anfangs kooperiert haben, ist dies für spätere Teilspiele irrelevant, da die Vergangenheit das Verhalten in einem teilspiel-konsistenten Ansatz nicht beeinflussen darf. Vergeltungsstrategien wie Preiskriege nach einem Betrug wären nicht teilspiel-konsistent, da sie von vorherigen Aktionen abhängig sind. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Kollusionsmenge
Die Kollusionsmenge beschreibt die Menge an Produktionseinheiten, die Unternehmen in einem Kartell gemeinsam festlegen, um höhere Gewinne zu erzielen, als sie es in einem Wettbewerbsszenario könnten. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 164 ff.) Beispiel: Angenommen, drei Unternehmen bilden ein Kartell und einigen sich darauf, jeweils 50 Einheiten zu produzieren, um den Preis auf einem profitablen Niveau zu halten. Dieses Produktionsniveau ist die Kollusionsmenge. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Folk-Theorem
Das Folk-Theorem besagt, dass jede erreichbare Auszahlungskombination des Basisspiels im Durchschnitt pro Periode des Superspiels erreicht werden kann, die jedem Spieler mindestens die Auszahlung bietet, die er sich im schlechtesten Fall selbst sichern kann, falls das Spiel nur ausreichend oft wiederholt wird. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 156 ff.) Beispiel: Wenn das Gefangenendilemma-Spiel oft genug wiederholt wird, können die Spieler durch wechselseitige Kooperation hohe Auszahlungen erreichen, etwa durch abwechselndes Vertrauen. Dies funktioniert, da die Aussicht auf zukünftige Gewinne Anreize schafft, von der kurzfristigen Strategie des Verrats abzuweichen und stattdessen kooperativ zu handeln. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Risiko-Dominanz
Risiko-Dominanz beschreibt ein Kriterium zur Auswahl zwischen Nash-Gleichgewichten in Spielen, bei denen Unsicherheit über die Entscheidungen des Gegenspielers besteht. Ein Gleichgewicht ist risiko-dominant, wenn es für die Spieler mit einem geringeren Risiko verbunden ist, da es weniger stark von der Entscheidung des Gegenspielers abhängt. Es bevorzugt Strategien, die bei Fehlkoordination kleinere Verluste verursachen. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 144 ff.) Beispiel: Ein Koordinationsspiel, in dem zwei Spieler zwischen zwei Strategien wählen können. Wenn beide die erste Strategie wählen, erhalten sie jeweils eine hohe Auszahlung. Wählen sie jedoch unterschiedliche Strategien, bekommen beide nichts. Die zweite Strategie führt zwar zu geringeren Auszahlungen, aber diese sind sicherer, da das Risiko einer Fehlkoordination geringer ist. Die erste Strategie ist payoff-dominant, da sie höhere Auszahlungen bietet, während die zweite risiko-dominant ist, weil sie das Risiko minimiert. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Payoff-Dominanz
Payoff-Dominanz bezeichnet in der Spieltheorie ein Kriterium zur Auswahl von Gleichgewichten. Ein Gleichgewicht wird als payoff-dominant betrachtet, wenn alle Spieler darin höhere oder zumindest gleich hohe Auszahlungen erzielen als in jedem anderen Gleichgewicht. Es bevorzugt also das Gleichgewicht mit dem besten Gesamtergebnis für alle Beteiligten. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 144 ff.) Beispiel: In einem Koordinationsspiel mit den Strategien (A, A) und (B, B) erzielen beide Spieler im Gleichgewicht (A, A) die Auszahlung (3, 3), während (B, B) nur (2, 2) liefert. Daher ist (A, A) payoff-dominant. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Theorie der Gleichgewichtsauswahl
Die Theorie der Gleichgewichtsauswahl zielt darauf ab, aus einer Menge von Nash-Gleichgewichten eines Spiels diejenigen auszuwählen, die als plausibel gelten. Sie verwendet bestimmte Kriterien wie Symmetrie, Payoff-Dominanz und Risiko-Dominanz, um unplausible Gleichgewichte auszuschließen. Ziel ist es, eine eindeutige Lösung für jedes Spiel zu identifizieren, obwohl dies nicht immer möglich ist. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 144 ff.) Beispiel: Im Kampf-der-Geschlechter-Spiel möchten zwei Spieler zwischen Oper und Fußball koordinieren, haben aber unterschiedliche Präferenzen. Es gibt drei Nash-Gleichgewichte: beide wählen Oper, beide wählen Fußball oder ein gemischtes Gleichgewicht. Die Theorie der Gleichgewichtsauswahl hilft zu entscheiden, welches Gleichgewicht plausibler ist, etwa durch Payoff-Dominanz (höchste gemeinsame Auszahlung, z. B. beide wählen Oper) oder Risiko-Dominanz (minimales Risiko bei Fehlkoordination, z. B. das gemischte Gleichgewicht). Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Divinity-Kriterium
Das Divinity-Kriterium in der Spieltheorie (Banks und Sobel, 1987) ist eine Verfeinerung des intuitiven Kriteriums. Es schließt sequentielle Gleichgewichte aus, die auf unplausiblen Annahmen über die Reaktionen der Spieler basieren, indem es den Spielern die Fähigkeit zuschreibt, die Absichten ihrer Mitspieler korrekt zu erahnen. Dadurch werden Gleichgewichte ausgeschlossen, die von strategisch dominanten Handlungen abweichen oder widersprüchliche Wahrscheinlichkeitseinschätzungen implizieren. Das Kriterium wird jedoch als teils ad-hoc kritisiert, da es stark auf spezifische Spielstrukturen zugeschnitten ist. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 143) Beispiel: In einem Spiel signalisiert ein Spieler durch eine Handlung, ob er stark oder schwach ist. Wenn eine Handlung für den starken Typ keinen Vorteil bringt, sie dem schwachen Typ aber nützt, wird sie als Signal für Schwäche interpretiert. So erkennt der Mitspieler diese Absicht und reagiert entsprechend, wodurch schwache Signale unattraktiv werden. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Trenngleichgewicht
Ein Trenngleichgewicht ist ein Gleichgewicht in einem Signalspiel, bei dem die verschiedenen Typen eines informierten Spielers unterschiedliche Signale senden, sodass der nicht informierte Spieler diese Signale eindeutig interpretieren kann. Das Signal erlaubt es dem nicht informierten Spieler, den Typ des Gegenspielers zuverlässig zu erkennen. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 137 ff.) Beispiel: Angenommen, ein Konkurrent (Spieler 1) kann stark oder schwach sein. Tritt er in den Markt ein, signalisiert dies, dass er stark ist, da nur ein starker Konkurrent von der Marktteilung profitiert. Bleibt er außerhalb des Marktes, signalisiert dies, dass er schwach ist, da ein schwacher Konkurrent Verluste vermeiden möchte. Der Monopolist (Spieler 2) kann anhand der Signale den Typ des Konkurrenten eindeutig erkennen. Dieses Szenario entspricht einem Trenngleichgewicht, da die Signale die Typen klar unterscheiden. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Signalspiel
Ein Signalspiel beschreibt eine strategische Interaktion, bei der ein Spieler (der informierte Spieler) private Informationen besitzt, die der andere Spieler (der nicht informierte Spieler) nicht kennt. Der informierte Spieler sendet durch seine Handlungen Signale, aus denen der nicht informierte Spieler Rückschlüsse auf die verborgenen Informationen ziehen kann. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 137 ff.) Beispiel: Angenommen, ein Konkurrent (Spieler 1) entscheidet, ob er in einen Markt eintritt oder nicht. Der Monopolist (Spieler 2) weiß nicht, ob der Konkurrent stark oder schwach ist. Vor dem Markteintritt wählt die Natur zufällig den Typ des Konkurrenten. Spieler 1 kennt seinen Typ, Spieler 2 nicht. Spieler 1 sendet ein Signal durch seine Handlung (z. B. Markteintritt oder nicht). Spieler 2 beobachtet nur die Handlung und muss daraus schließen, ob Spieler 1 stark oder schwach ist. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler
- Pooling-Gleichgewicht
Ein Pooling-Gleichgewicht liegt vor, wenn Spieler unterschiedlicher Typen im selben Spiel die gleiche Strategie wählen und daher keine Trennung ihrer Typen durch ihr Verhalten erfolgt. Der uninformierte Spieler kann die Typen aufgrund der gleichen Signale nicht unterscheiden und muss Annahmen treffen, wie wahrscheinlich bestimmte Typen sind. Solche Gleichgewichte entstehen oft durch unplausible Einschätzungen außerhalb des eigentlichen Spielverlaufs und werden stabilisiert, weil die Anreize für eine Differenzierung der Strategien fehlen. (vgl. Holler/Illing/Napel 2019, S. 137 ff.) Beispiel: Angenommen, ein Investor überlegt, ob er in ein Start-up investiert, das entweder gut (Typ g) oder schlecht (s) ist. Das Start-up kann ein teures Marketing-Event durchführen (Event) oder darauf verzichten (kein Event). Im Pooling-Gleichgewicht führen sowohl gute als auch schlechte Start-ups das Event durch, um Investoren zu beeindrucken. Der Investor kann daher nicht unterscheiden, ob das Start-up gut oder schlecht ist, und trifft seine Entscheidung basierend auf der allgemeinen Wahrscheinlichkeit, dass ein Start-up gut ist. Holler, M. J.; Illing, G.; Napel, S. (2019): Einführung in die Spieltheorie. 8. Auflage. Berlin: Springer Gabler


