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  • Lucas-Kritik

    Die Lucas-Kritik ist ein grundlegender Einwand gegen die Anwendung makroökonomischer Modelle, die auf historischen Daten basieren, um zukünftige wirtschaftliche Entwicklungen vorherzusagen. Der Ökonom Robert Lucas argumentierte, dass diese Modelle oft auf empirischen Regelmäßigkeiten basieren, die sich ändern können, wenn die Politik sich ändert. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 382) Beispiel: Ein Modell, das das Konsumverhalten basierend auf vergangenen Daten beschreibt, könnte vorhersagen, dass eine Steuersenkung den Konsum steigert. Laut der Lucas-Kritik könnte diese Vorhersage unzuverlässig sein, weil die Haushalte ihre Erwartungen und Verhaltensweisen ändern, wenn sie wissen, dass die Steuersenkung nur vorübergehend ist oder später durch Steuererhöhungen kompensiert wird. Dies bedeutet, dass die empirischen Regelmäßigkeiten, die in der Vergangenheit beobachtet wurden, nicht unbedingt auch in der Zukunft gelten, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oder die Erwartungen der Akteure ändern. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Ricardianische Äquivalenz

    Die Ricardianische Äquivalenz ist eine ökonomische Theorie, die besagt, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Staat seine Ausgaben durch Steuern oder durch Schulden finanziert. Der Grundgedanke ist, dass private Haushalte die zukünftige Steuerlast, die durch die staatliche Verschuldung entsteht, antizipieren. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 375 f.) Beispiel: Der Staat beschließt, ein Konjunkturprogramm über Schulden zu finanzieren, anstatt sofort Steuern zu erhöhen. Die Bürger wissen, dass sie in Zukunft höhere Steuern zahlen müssen, um die Schulden zurückzuzahlen. Daher sparen sie heute mehr, um diese zukünftigen Steuern zahlen zu können. Dadurch bleibt ihr Konsum unverändert, unabhängig davon, ob der Staat jetzt Steuern erhebt oder Schulden macht. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Liquiditätsfalle

    Die Liquiditätsfalle bezeichnet eine Situation in der Geldpolitik, bei der zusätzliche Liquidität keine Wirkung mehr auf die Zinssätze oder die Wirtschaftstätigkeit hat. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 373) Beispiel: In einer Liquiditätsfalle liegt der Zinssatz nahe bei null, und die Zentralbank erhöht die Geldmenge. Normalerweise würde dies die Nachfrage nach Anleihen erhöhen und die Zinssätze senken. Aber bei fast null Zinsen halten Anleger lieber Bargeld, da es genauso attraktiv ist wie Anleihen. Somit hat die zusätzliche Liquidität keine stimulierende Wirkung auf die Wirtschaft. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Basler Richtlinien

    Die Basler Richtlinien (Basel III) sind internationale Standards für die Bankenregulierung, die von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) entwickelt wurden. Diese Richtlinien legen fest, wie viel Eigenkapital Banken halten müssen, um ihre Risiken abzusichern und finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Basel III enthält Regulierungsstandards für Mindestkapital und -liquidität und hebt die Bedeutung einer höheren Eigenkapitalquote hervor. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 367) Beispiel: Eine Bank muss eine pauschale Leverage Ratio von 3 % einhalten und für riskantere Anlagen zusätzlich mehr Eigenkapital vorhalten. Dies soll verhindern, dass Banken zu riskante Geschäfte machen, ohne ausreichend abgesichert zu sein. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Leverage Ratio

    Die Leverage Ratio gibt das Verhältnis des Eigenkapitals einer Bank zu ihren Gesamtvermögenswerten an. Sie zeigt, wie stark eine Bank durch Eigenkapital abgesichert ist. Bei der Berechnung dieser Kennzahl werden alle Forderungen bzw. Vermögenswerte der Bank nominal gleich behandelt und nicht nach Risiko gewichtet. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 365) Beispiel: Angenommen, eine Bank hat eine Bilanzsumme von 300 Milliarden Euro und ein Eigenkapital von 15 Milliarden Euro. Die Leverage Ratio beträgt in diesem Fall 5 Prozent. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Einlagen

    Einlagen sind Gelder, die Kunden bei einer Bank hinterlegen und die als Schulden der Bank betrachtet werden. Diese Einlagen können in der Regel jederzeit von den Kunden abgehoben werden. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 364) Beispiele: Festgeld, Tagesgeld, Giralgeld, Sparguthaben Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Interbankenkredite

    Interbankenkredite sind kurzfristige Refinanzierungsmittel, die einen großen Teil der sonstigen Verbindlichkeiten einer Bank ausmachen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 364) Beispiele: Übernachtkredite (Overnight Loans), Terminkredite (Term Loans) Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Derivate

    Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert von der Preisentwicklung eines zugrunde liegenden Vermögenswerts, wie Aktien, Währungen oder Rohstoffen, abgeleitet wird. Sie werden oft in Form von Verträgen gehandelt und können in verschiedene Risikoklassen eingeteilt werden. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 363) Beispiele: Futures, Optionen, Swaps, Forwards Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Schaltersturm

    Schaltersturm (Bank Run) ist eine Situation, in der eine große Anzahl von Bankkunden gleichzeitig ihre Einlagen von der Bank abheben. Dies geschieht oft aus Angst, dass die Bank zahlungsunfähig wird und sie ihre Gelder verlieren könnten. Solch ein Verhalten kann durch veränderte Erwartungen oder eine sich selbst erfüllende Prophezeiung ausgelöst werden. Wenn die Kunden glauben, dass die Bank in Schwierigkeiten ist, beginnen sie, ihre Einlagen abzuziehen, was tatsächlich zu den Problemen führen kann, die sie befürchteten. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 360 ff.) Beispiel: Es gibt Gerüchte, dass die Bank ABC finanzielle Schwierigkeiten hat. Obwohl die Bank noch stabil ist, beginnen immer mehr Kunden, ihr Geld abzuheben, weil sie befürchten, es zu verlieren. Diese Massenabhebungen zwingen die Bank dazu, ihre Vermögenswerte schnell und oft zu niedrigen Preisen zu verkaufen, um die Abhebungen zu decken. Dadurch gerät die Bank tatsächlich in Schwierigkeiten, was die anfänglichen Gerüchte bestätigt und noch mehr Kunden dazu bringt, ihr Geld abzuheben. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Tobins Q

    Tobins Q ist ein Konzept in der Makroökonomik und Finanztheorie, das von dem Wirtschaftsnobelpreisträger James Tobin entwickelt wurde. Es misst das Verhältnis zwischen dem Marktwert eines Unternehmens und den Wiederbeschaffungskosten seiner Vermögenswerte. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 359) Beispiel: Angenommen, ein Unternehmen hat einen Marktwert von 10 Millionen Euro, und die Wiederbeschaffungskosten seiner Vermögenswerte betragen 8 Millionen Euro. Das Tobins Q dieses Unternehmens wäre dann 1,25. Da Tobins Q in diesem Fall größer als 1 ist, würde dies signalisieren, dass Investitionen in neue Vermögenswerte für das Unternehmen voraussichtlich profitabel wären, da der Markt den Wert der Vermögenswerte höher bewertet als die Kosten ihrer Wiederbeschaffung. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Solow Residuum

    Das Solow Residuum ist ein Konzept aus der Wachstumsökonomie und bezieht sich auf den unerklärten Teil des Wachstums des Outputs (Bruttoinlandsprodukt), der nicht durch die traditionellen Produktionsfaktoren Arbeit und Kapital erklärt werden kann. Es wurde von Robert Solow eingeführt und ist ein Maß für die Produktivitätsänderungen, die auf technologische Fortschritte oder Effizienzverbesserungen zurückzuführen sind. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 358) Beispiel: Angenommen, eine Volkswirtschaft wächst jährlich um 3 %. Bei der Analyse stellt sich heraus, dass das Wachstum des Kapitals und der Arbeit nur 2 % dieses Wachstums erklären können. Der verbleibende unerklärte 1 % wird dem Solow Residuum zugeschrieben. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Deficit Spending

    Unter Deficit Spending versteht man eine fiskalpolitische Maßnahme, bei der der Staat durch Verschuldung zusätzliche Ausgaben tätigt, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stimulieren. Dies wird insbesondere in wirtschaftlichen Situationen angewendet, in denen die Nachfrage als unzureichend angesehen wird, beispielsweise während einer Rezession oder bei hoher Arbeitslosigkeit. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 355) Beispiel: Während einer wirtschaftlichen Rezession sinkt die private Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen erheblich. Unternehmen reduzieren ihre Produktion und entlassen Mitarbeiter, was die Nachfrage weiter verringert. Der Staat beschließt, durch Deficit Spending ein Konjunkturpaket zu schnüren. Er nimmt Kredite auf und investiert 100 Milliarden Euro in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

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