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  • Einkommensmobilität

    Einkommensmobilität beschreibt die Veränderung des Einkommens einzelner Personen oder Haushalte über die Zeit hinweg. Im Gegensatz zur Momentaufnahme des Jahreseinkommens berücksichtigt Einkommensmobilität die Einkommensentwicklung und die Unterschiede zwischen verschiedenen Zeitperioden. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 277) Beispiel: Angenommen, ein junger Berufseinsteiger verdient im ersten Jahr seines Berufslebens 25.000 Euro. Nach einigen Jahren Berufserfahrung und mehreren Beförderungen steigt sein Einkommen auf 50.000 Euro pro Jahr. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Relative Armut

    Relative Armut beschreibt eine Situation, in der Personen im Vergleich zu den durchschnittlichen Lebensstandards der Gesellschaft, in der sie leben, über nur geringe Mittel verfügen. Nach diesem Konzept gelten Personen als relativ arm oder armutsgefährdet, wenn ihr Nettoäquivalenzeinkommen unterhalb der festgelegten Armutsgrenze liegt. Diese Armutsgrenze ist oft ein bestimmter Prozentsatz des Durchschnittseinkommens, z.B. 60% des mittleren Einkommens in einer Gesellschaft. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 275 f.) Beispiel: Angenommen, das mittlere Einkommen in einem Land beträgt 2000 Euro pro Monat. Nach dem Konzept der relativen Armut gilt eine Person als arm, wenn sie weniger als 60% dieses Betrags zur Verfügung hat, also weniger als 1200 Euro pro Monat. Eine Familie, deren gesamtes Haushaltseinkommen unter diesem Schwellenwert liegt, wird demnach als relativ arm betrachtet. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Absolute Armut

    Absolute Armut ist ein Zustand, in dem Menschen nicht über die notwendigen Mittel verfügen, um die grundlegenden Lebensbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung zu decken. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 275) Beispiel: Angenommen, eine Person in einem bestimmten Land benötigt mindestens 1.90 US-Dollar pro Tag, um grundlegende Nahrungsmittel, Unterkunft und andere lebensnotwendige Dinge zu erwerben. Wenn das Einkommen dieser Person unter diesem Betrag liegt, lebt sie in absoluter Armut. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Gini-Koeffizient

    Der Gini-Koeffizient ist ein Maß zur Darstellung der Ungleichheit in der Einkommensverteilung. Er basiert auf der Lorenzkurve, die den Unterschied zur Gleichverteilung anzeigt. Der Gini-Koeffizient wird berechnet, indem die Fläche zwischen der Gleichverteilungslinie (45-Grad-Linie) und der Lorenzkurve als Anteil der gesamten Fläche unter der Gleichverteilungslinie ausgedrückt wird. Ein Gini-Koeffizient von 0 bedeutet völlige Gleichheit, während ein Wert von 1 totale Ungleichheit anzeigt. Es handelt sich um ein statistisches Maß, das keine Werturteile über die Einkommensverteilung trifft und nicht notwendigerweise eine ideale Situation darstellt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 274) Beispiel: Angenommen, in einem Land verdienen 90% der Bevölkerung fast nichts, während 10% fast das gesamte Einkommen erhalten. Die Lorenzkurve würde in diesem Fall stark von der 45-Grad-Linie abweichen, und der Gini-Koeffizient wäre nahe bei 1, was auf eine hohe Einkommensungleichheit hinweist. In einem anderen Land, in dem alle gleich viel verdienen, würde die Lorenzkurve auf der 45-Grad-Linie liegen, und der Gini-Koeffizient wäre 0, was völlige Einkommensgleichheit anzeigt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Äquivalenzeinkommen

    Äquivalenzeinkommen ist ein Maß, das dazu verwendet wird, Einkommensunterschiede zwischen Haushalten mit unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung zu berücksichtigen. Es umfasst die Bruttoeinkommen aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit, Einkommen aus Vermögen sowie erhaltene private Transfers. Um Unterschiede im finanziellen Bedarf von Haushalten verschiedener Größen und Altersstrukturen zu berücksichtigen, werden verschiedene Äquivalenzskalen angewendet, die die Haushaltsersparnisse und den geringeren Bedarf von Kindern einbeziehen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 272) Beispiel: Ein Einpersonenhaushalt hat ein monatliches Einkommen von 2.000 Euro. Ein Zweipersonenhaushalt mit einem Erwachsenen und einem Kind hat ein monatliches Einkommen von 3.000 Euro. Zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens wird eine Äquivalenzskala verwendet, die dem ersten Erwachsenen einen Wert von 1,0 und dem Kind einen Wert von 0,5 zuweist. Das Einkommen des Zweipersonenhaushalts wird somit durch 1,5 geteilt (1,0 + 0,5), was ein Äquivalenzeinkommen von 2.000 Euro ergibt. Dies bedeutet, dass der Lebensstandard des Zweipersonenhaushalts dem eines Einpersonenhaushalts mit 2.000 Euro monatlichem Einkommen entspricht. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Arbeitseinkommensquote

    Die Arbeitseinkommensquote misst den Anteil des Arbeitseinkommens am gesamten Volkseinkommen. Sie wird berechnet, indem das gesamte Arbeitnehmerentgelt (Löhne und Gehälter) mit der Anzahl der Erwerbstätigen multipliziert und anschließend durch das Volkseinkommen dividiert wird. Diese Quote zeigt, wie viel des gesamten Einkommens in einer Volkswirtschaft auf die Arbeitnehmenden entfällt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 270) Beispiel: Angenommen, in einem Land beträgt das gesamte Arbeitnehmerentgelt 800 Milliarden Euro und es gibt 40 Millionen Erwerbstätige. Das Volkseinkommen des Landes beträgt 1.000 Milliarden Euro. Die Arbeitseinkommensquote wird berechnet, indem man das Arbeitnehmerentgelt (800 Milliarden Euro) durch das Volkseinkommen (1.000 Milliarden Euro) teilt, was 0,8 oder 80 % ergibt. Dies bedeutet, dass 80 % des Volkseinkommens auf Arbeitseinkommen entfallen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Lohnquote

    Die Lohnquote ist ein Maß zur Darstellung der Einkommensverteilung und zeigt den Anteil des Arbeitnehmerentgelts am gesamten Volkseinkommen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 270) Beispiel: Angenommen, das Volkseinkommen eines Landes beträgt 1 Billion Euro. Wenn die gesamten Arbeitnehmerentgelte (Löhne und Gehälter) 600 Milliarden Euro ausmachen, beträgt die Lohnquote 60%. Das bedeutet, dass 60% des Volkseinkommens an die Arbeitnehmer gehen, während die restlichen 40% den Einkünften aus Kapital und anderen Quellen zuzurechnen sind. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Einkommen

    Einkommen ist der Betrag, den ein Haushalt in einer bestimmten Periode für privaten und öffentlichen Konsum verwenden kann, ohne das anfängliche Vermögen zu verringern. Es umfasst Erträge aus Arbeit, Wertzuwächse von Vermögensgegenständen und Transfers von privaten oder staatlichen Stellen. Einkommen kann regelmäßig oder einmalig auftreten und muss nicht immer monetär sein, sondern kann auch aus Vermögenswerten oder Nutzungsrechten bestehen. Die Vielfalt der Einkunftsarten und die Möglichkeit nicht-monetärer Einkünfte machen die statistische Erfassung von Einkommen komplex. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 269) Beispiel: Angenommen, ein Haushalt hat ein Anfangsvermögen von 50.000 Euro und erhält im Laufe eines Jahres 40.000 Euro aus Arbeitseinkommen, 5.000 Euro aus Vermietung und 2.000 Euro an staatlichen Transfers. Das gesamte Einkommen des Haushalts beträgt somit 47.000 Euro, welches für Konsum ausgegeben werden kann, ohne das Anfangsvermögen zu verringern. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Warm Glow

    Warm Glow bezeichnet das Phänomen, bei dem Spender aus dem Akt des Spendens selbst Nutzen ziehen. Für diese Spender hat die Spende einen eigenen Wert, unabhängig davon, wie viel andere beitragen. Selbst wenn andere ihre Finanzierung reduzieren, wird der Spender weiterhin spenden, weil der Akt des Spendens ihm persönliche Zufriedenheit oder ein positives Gefühl bringt. Dieser Effekt wurde von James Andreoni im Jahr 1990 beschrieben. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 268 f.) Beispiel: Angenommen, Melanie spendet regelmäßig an eine lokale Tierschutzorganisation, weil es ihr ein gutes Gefühl gibt, den Tieren zu helfen. Selbst wenn die Regierung beschließt, der Organisation mehr finanzielle Unterstützung zu gewähren, wird Melanie weiterhin spenden, weil der Akt des Spendens ihr persönlich Freude und Zufriedenheit bringt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Chancengleichheit

    Chancengleichheit bedeutet, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben sollten, ihr vorhandenes Potenzial zu nutzen und soziale Mobilität zu erreichen, unabhängig von ihren individuellen oder politischen Beziehungen. Es geht darum, faire Bedingungen zu schaffen, die jedem den Zugang zu Bildung und Institutionen ermöglichen. Chancengleichheit bezieht sich nicht darauf, dass alle Menschen das gleiche Einkommen oder die gleiche Menge an Gütern haben, sondern darauf, dass sie die gleichen Startbedingungen und Möglichkeiten zur Verwirklichung ihrer Ziele haben. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 265) Beispiel: Angenommen, ein Unternehmen führt eine Politik der Chancengleichheit bei der Einstellung von Mitarbeitern ein. Das bedeutet, dass alle Bewerber unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder anderen persönlichen Merkmalen fair bewertet und behandelt werden. Dies gewährleistet, dass die besten Talente ausgewählt werden, basierend allein auf ihren Qualifikationen und Fähigkeiten, und nicht durch diskriminierende oder voreingenommene Entscheidungen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Maximin-Regel

    Die Maximin-Regel besagt, dass unter den ungünstigsten Umweltkonstellationen das beste Ergebnis ausgewählt wird, wobei der Unternehmer als Pessimist handelt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 261) Beispiel: Ein Unternehmer, der die Maximin-Regel anwendet, hat drei Investitionsmöglichkeiten: Projekt A, B und C. Er analysiert das schlechteste mögliche Ergebnis jedes Projekts: Projekt A könnte einen Verlust von 10.000 Euro, Projekt B einen Verlust von 20.000 Euro und Projekt C einen Verlust von 5.000 Euro verursachen. Nach der Maximin-Regel wählt der Unternehmer Projekt C, weil es den geringsten möglichen Verlust darstellt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Bentham'sche Wohlfahrtsfunktion

    Eine additive Wohlfahrtsfunktion, auch bekannt als Bentham'sche Wohlfahrtsfunktion, besagt, dass die Wohlfahrt einer Gesellschaft durch die Summe der individuellen Nutzen aller Haushalte bestimmt wird. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 260) Beispiel: Angenommen, die Nutzen der Haushalte A, B und C sind jeweils 10, 20 und 30 Einheiten. Nach der Bentham'schen Wohlfahrtsfunktion wäre die Gesamtwohlfahrt dieser Gemeinschaft einfach die Summe dieser Nutzen, also 10 + 20 + 30 = 60 Einheiten. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

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