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  • Einstimmigkeit

    Einstimmigkeit bedeutet, dass alle Stimmen für eine Maßnahme stimmen müssen, damit diese angenommen wird. Dies stellt eine extreme Form der Abstimmungsregel dar, bei der jede einzelne Person die Möglichkeit hat, das Ergebnis zu blockieren. In der Praxis führt Einstimmigkeit oft dazu, dass keine Entscheidung getroffen wird oder der Entscheidungsprozess sehr lange dauert, da es schwierig ist, eine Lösung zu finden, die von allen akzeptiert wird. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 103) Beispiel: Eine Gruppe von fünf Freunden, die sich entscheiden möchten, welches Restaurant sie besuchen. Alle müssen sich auf ein einziges Restaurant einigen, damit die Entscheidung getroffen wird. Wenn auch nur einer der Freunde gegen das vorgeschlagene Restaurant ist, wird dieses Restaurant nicht gewählt und die Gruppe muss weiter diskutieren, bis sie eine Option findet, die alle akzeptieren können. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Transformation

    Transformation beschreibt fundamentale Änderungen, die nicht routinemäßig, sondern grundlegend für die Beziehung zwischen Organisation und deren Hauptbestandteile sind. Beispielsweise kann die Änderung der Unternehmensstruktur als Transformation verstanden werden. (vgl. Labusch et al. 2014, S. 90) Beispiel: Enterprise Transformation, Digitale Transformation Labusch, N. et. al. (2014): Architectural Support of Enterprise Transformations: Insights from Corporate Practice

  • Technische Systeme

    Technische Systeme sind definiert durch ihre Fähigkeit, Material, Energie oder Information umzuwandeln, zu transportieren oder zu speichern. Diese Systeme können in drei Kategorien unterteilt werden: materialbasierte, energiebasierte und informationsbasierte technische Systeme. In der Wirtschaftsinformatik liegt der Schwerpunkt besonders auf Informationssystemen. (vgl. Czichos 2015, S. 11) Beispiele: Computernetzwerke, Kraftwerke, Produktionsmaschinen, Datenbanken Czichos, H (2015): Mechatronik. Grundlagen und Anwendungen technischer Systeme. Wiesbaden: Springer Vieweg

  • Enterprise

    Enterprise ist ein komplexes, integriertes, voneinander abhängiges System von Menschen, Prozessen und Technologien. Enterprise und Unternehmen sind identisch. Daher wäre die gleiche Definition für beide Begriffe möglich. (vgl. Nightingale/Srinivasan 2011, S. 8) Beispiele: Logistikunternehmen, Kreditinstitute, Gesundheitsorganisation Nightingale, D. J.; Srinivasan, J. (2011): Beyond the Lean Revolution: Achieving Successful and Sustainable Enterprise Transformation. New York: AMACOM

  • Low-End Disruption

    Low-End Disruption bezieht sich auf Geschäftsmodelle, die durch niedrige Kosten weniger anspruchsvolle Kunden in bestehenden Märkten ansprechen und dadurch Wachstum generieren. (vgl. Christensen 2016, S. 81 ff.) Beispiele: Einführung von Billigfluggesellschaften, Aufstieg von einfachen Smartphones Christensen, C. M. (2016): The innovator's solution: creating and sustaining successful growth. Boston: Harvard Business School Press

  • Direkte Demokratie

    Direkte Demokratie ist ein System, bei dem die Bürger selbst direkt über politische Maßnahmen und Programme abstimmen, ohne dass diese Entscheidungen an gewählte Vertreter oder Institutionen delegiert werden. In der Praxis bedeutet dies, dass die gesellschaftliche Entscheidung unmittelbar durch die Ergebnisse eines Abstimmungsprozesses getroffen wird. Ein prominentes Beispiel für direkte Demokratie ist die Schweiz, wo Bürger über eine Vielzahl von Themen durch Volksabstimmungen entscheiden können. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 102 f.) Beispiel: Eine Volksabstimmung über den Bau eines neuen Parks in einer Stadt. Die Bürger der Stadt würden an einer Abstimmung teilnehmen und direkt darüber entscheiden, ob der Park gebaut werden soll oder nicht. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Public Choice

    Public Choice bezieht sich auf die Analyse und das Verständnis des staatlichen Entscheidungsprozesses mithilfe ökonomischer Ansätze. In der Public Choice-Theorie wird davon ausgegangen, dass alle Beteiligten im politischen System – wie Wähler, Politiker, Bürokraten und Interessengruppen – sich rational und nutzenmaximierend verhalten. Die Theorie untersucht, wie diese Akteure interagieren, Entscheidungen treffen und welche politischen Maßnahmen daraus resultieren. Dabei wird die Politik als ein Markt betrachtet, in dem Stimmen gehandelt werden und Bürger ihre Präferenzen durch Wahlen ausdrücken. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 101 f.) Beispiel: Man stelle sich vor, eine Stadtverwaltung entscheidet über den Bau eines neuen Parks. Die Public Choice-Theorie würde untersuchen, wie Wähler ihre Präferenzen äußern, wie Politiker diese Präferenzen berücksichtigen, um gewählt zu werden, und wie Interessengruppen (z. B. Umweltschutzorganisationen oder Bauunternehmen) versuchen, die Entscheidung zu beeinflussen, um ihre eigenen Vorteile zu maximieren. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Innovations-Marktversagen

    Innovations-Marktversagen tritt auf, wenn der Markt nicht in der Lage ist, Investitionen in Forschung und Entwicklung ausreichend zu finanzieren, obwohl diese Investitionen hohe soziale Erträge versprechen. Dies kann durch adverse Selektion verursacht werden, bei der Kapitalmärkte Kredite zur Finanzierung von Bildungs-Investitionen und FuE-Investitionen zurückhalten, da die Erfolgswahrscheinlichkeit schwer einzuschätzen ist und hohe Risikoaufschläge verlangt werden. Dadurch sinken die risikoangepassten Nettoerträge, und notwendige Investitionen werden unterlassen. Staatliche Interventionen, wie z.B. gesicherte Kredite, können helfen, dieses Marktversagen zu beheben. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 99) Beispiel: Ein innovatives Start-up entwickelt eine vielversprechende Technologie zur erneuerbaren Energiegewinnung. Aufgrund der hohen Unsicherheit über den Erfolg und die langen Entwicklungszeiten erhalten sie jedoch keine Finanzierung von privaten Kapitalgebern. Obwohl die Technologie potenziell hohe soziale Erträge hätte, bleibt das Projekt mangels Finanzierung unentwickelt. Staatliche Fördermittel oder garantierte Kredite könnten hier helfen, das Innovations-Marktversagen zu überwinden und die Entwicklung der Technologie voranzutreiben. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Market for Lemons

    Market for Lemons stammt aus der Wirtschaftstheorie und bezieht sich auf einen Markt, auf dem die Qualität von Produkten nicht leicht feststellbar ist. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 96) Beispiel: Auf dem Automarkt gibt es sowohl Autos von guter als auch von schlechter Qualität. Sowohl Käufer als auch Verkäufer haben unterschiedliche Vorstellungen über den Wert dieser Autos, je nach ihrer Qualität. Zum Beispiel beträgt der Wert eines Autos von guter Qualität aus Sicht des Käufers 10.000 Euro, während der Verkäufer den Wert auf 9.000 Euro schätzt. Bei einem Auto von schlechter Qualität beträgt der Wert für den Käufer nur 2.000 Euro, während der Verkäufer ihn auf 1.000 Euro schätzt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Moral Hazard

    Moral Hazard oder moralisches Risiko beschreibt eine Situation, in der eine Partei in einem Vertrag das Risikosystem und Belohnungssystem ausnutzt, da sie nicht die gesamten Konsequenzen ihrer Handlungen tragen muss. Dies führt zu einem Anreiz für ineffizientes oder nachteiliges Verhalten, das den Vertragspartner schädigt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 94 f.) Beispiel: Ein Versicherungsnehmer, der nach Abschluss der Versicherung riskanter handelt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Asymmetrische Information

    Asymmetrische Information bezeichnet einen Zustand, in dem eine Marktseite über das gehandelte Gut besser informiert ist als die andere Marktseite. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 93) Beispiel: Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind die Verkäufer oft besser über den Zustand des Autos informiert als die Käufer. Ein Verkäufer weiß genau, ob das Auto verborgene Mängel hat, während der Käufer diese Informationen nicht kennt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

  • Paternalistische Eingriffe

    Paternalistische Eingriffe sind Maßnahmen, bei denen der Staat oder eine andere Autorität in die individuellen Entscheidungen und Freiheiten der Bürger eingreift, mit dem Ziel, das Wohl dieser Bürger zu verbessern oder sie vor Schaden zu bewahren, selbst wenn diese Eingriffe den ausdrücklichen Präferenzen der Bürger widersprechen. Solche Eingriffe basieren auf der Annahme, dass die Entscheidungsträger besser wissen, was für die Individuen gut ist, als diese selbst. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 91) Beispiel: Der Staat erhebt eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, um den Konsum zu reduzieren. Obwohl die Bürger sich frei entscheiden könnten, solche Getränke zu konsumieren, greift der Staat ein, weil er der Ansicht ist, dass der hohe Zuckerkonsum gesundheitsschädlich ist und langfristig zu höheren Gesundheitskosten führt. Durch die Steuer werden die Getränke teurer, was den Konsum verringern soll, auch wenn die Bürger ursprünglich vielleicht bereit waren, diese Getränke zu konsumieren. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

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