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- Wissen
Wissen entsteht, wenn einzelne Informationen miteinander verknüpft werden und in einem größeren Zusammenhang stehen. Es geht über das bloße Sammeln von Fakten hinaus, indem diese Fakten miteinander vernetzt und in Beziehungen gesetzt werden, sodass ein tieferes Verständnis entsteht. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 108) Beispiel: Wenn du weißt, dass 2+2=4, ist das eine Information. Wenn du aber verstehst, warum das so ist und wie du dieses Wissen anwenden kannst, um komplexere mathematische Probleme zu lösen, hast du Wissen erworben. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Erfahrungen
Erfahrungen sind Ergebnisse kognitiver Prozesse, bei denen man aktiv beteiligt ist. Sie gehen über das reine Aufnehmen von Informationen hinaus, weil sie oft mit Emotionen verknüpft sind. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 108) Beispiel: Angenommen, du liest in einem Buch über das Kochen eines bestimmten Gerichts – das ist eine Information. Wenn du aber das Gericht selbst kochst und dabei lernst, wie es geht, machst du eine Erfahrung. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Information
Eine Information ist eine Neuigkeit oder ein Inhalt, der einen hohen Wert hat, wenn er überraschend oder unerwartet ist. In der menschlichen Kognition umfasst der Begriff jedoch mehr als nur Neuigkeiten. Er schließt alle inneren Repräsentationen von Wahrnehmungen, Erinnerungen, Gedanken und Problemlösungen ein, die durch unsere kognitiven Prozesse entstehen und im Gedächtnis gespeichert werden. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 108) Beispiel: Angenommen, ein Unternehmen erfährt, dass ein neuer Markttrend die Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten erhöht. Diese Information ermöglicht es dem Unternehmen, seine Produktionsstrategie anzupassen, um auf den Trend zu reagieren. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Rückschaufehler
Der Rückschaufehler, auch als Hindsight Bias bekannt, ist ein kognitiver Verzerrungseffekt, bei dem Menschen im Nachhinein glauben, ein Ereignis oder eine Information schon vorher gewusst zu haben, obwohl sie dies tatsächlich nicht wussten. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 106 f.) Beispiel: Nachdem du die genaue Höhe des Eiffelturms erfahren hast, könntest du glauben, dass du diese Höhe vorher schon ungefähr gewusst hast, obwohl du in Wirklichkeit eine falsche Schätzung abgegeben hattest. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Enkodierungsspezifität
Die Enkodierungsspezifität beschreibt das Phänomen, dass das Erinnern von Informationen einfacher ist, wenn der Kontext während des Abrufs dem Kontext ähnelt, in dem die Information ursprünglich gelernt wurde. Dies bedeutet, dass Merkmale der Umgebung oder der Situation, in der man gelernt hat, ebenfalls gespeichert werden und beim Abrufen helfen können, wenn ähnliche Umstände herrschen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 103 f.) Beispiel: Wenn du Vokabeln in einem bestimmten Raum lernst und später in demselben Raum abgefragt wirst, fällt dir das Erinnern leichter, weil der Raum als Teil des Lernkontexts mitgespeichert wurde. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Unterbewusste Informationen
Unterbewusste Informationen sind Inhalte, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind, aber noch nie bewusst wahrgenommen wurden. Das bedeutet, dass sie noch nicht ins Arbeitsgedächtnis gelangt sind und uns daher nicht bewusst zugänglich sind. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 100) Beispiel: Angenommen, du hörst während eines Gesprächs im Hintergrund ein Lied, ohne es bewusst wahrzunehmen. Später, ohne dass du dich daran erinnerst, kannst du dieses Lied plötzlich summen. Die Melodie war als unterbewusste Information in deinem Gedächtnis gespeichert. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Vorbewusste Informationen
Vorbewusste Informationen sind solche, die einmal bewusst waren und sich daher bereits im Arbeitsgedächtnis befanden, aber aktuell nicht aktiv im Bewusstsein sind. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 100) Beispiel: Angenommen, du suchst nach dem Namen eines alten Schulfreundes. Du weißt, dass du den Namen kennst, aber er fällt dir im Moment nicht ein. Plötzlich erinnerst du dich: Der Name war dir schon einmal bewusst, war aber eine Weile nicht aktiv im Gedächtnis. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Inselbegabte
Inselbegabte sind Menschen, die trotz erheblicher kognitiver Beeinträchtigungen, oft im Zusammenhang mit dem Autismusspektrum, in einem bestimmten Bereich außergewöhnliche Fähigkeiten zeigen. Diese speziellen Fähigkeiten, wie z.B. das schnelle Erlernen von Sprachen oder das perfekte Erinnern an Details, deuten darauf hin, dass sie in diesem Bereich über ein außergewöhnliches Gedächtnis verfügen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 99) Beispiel: Angenommen, ein Junge mit Autismus kann sich trotz erheblicher kognitiver Einschränkungen jedes Musikstück, das er einmal gehört hat, perfekt merken und es auf dem Klavier nachspielen, ohne jemals Klavierunterricht gehabt zu haben. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Hypnose
Hypnose bezeichnet sowohl das Verfahren zur Induktion eines hypnotischen Trancezustands als auch den Zustand selbst. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 98) Beispiel: Wenn jemand durch gezielte Entspannungsübungen und Konzentrationsübungen in einen tranceähnlichen Zustand versetzt wird, um Schmerzen zu lindern oder Verhaltensänderungen zu unterstützen. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Automatisierter kognitiver Prozess
Ein automatisierter kognitiver Prozess ist ein geistiger Vorgang, der ursprünglich bewusste Kontrolle und Aufmerksamkeit erfordert, aber durch wiederholte Übung so verinnerlicht wird, dass er schließlich ohne bewusste Anstrengung abläuft. Diese Automatisierung ermöglicht es, komplexe Aufgaben effizienter und schneller zu erledigen, da sie weniger kognitive Ressourcen in Anspruch nehmen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 93) Beispiel: Am Anfang des Autofahrens müssen Fahranfänger auf jede Handlung achten: den Blinker setzen, den Gang wechseln, auf den Verkehr achten. All diese Prozesse erfordern anfangs viel Konzentration und bewusste Steuerung. Doch nach einiger Zeit und viel Übung laufen diese Handlungen automatisch ab, sodass erfahrene Fahrer oft in der Lage sind, Auto zu fahren und gleichzeitig ein Gespräch zu führen, ohne dass die Fahrt dabei an Sicherheit verliert. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Speichern
Speichern bedeutet, dass Informationen, die zuvor enkodiert wurden, über einen längeren Zeitraum im Gedächtnis behalten werden. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 91) Beispiel: Angenommen, du lernst die Vokabeln für einen bevorstehenden Test. Durch das wiederholte Memorieren dieser Wörter speicherst du sie in deinem Gedächtnis, sodass du sie während des Tests abrufen kannst. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Dekodieren
Dekodieren bedeutet, gespeicherte Informationen zu einem späteren Zeitpunkt wiederzufinden und abzurufen. Wenn wir uns an etwas erinnern, wird die gespeicherte Information aus dem Langzeitgedächtnis in das Arbeitsgedächtnis übertragen, um sie wieder präsent zu machen. Dabei werden oft größere Informationsblöcke, sogenannte Chunks, rekonstruiert, um den Abruf effizienter zu gestalten. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 92) Beispiel: Angenommen, du versuchst dich an die Telefonnummer eines Freundes zu erinnern, die du vor einiger Zeit gelernt hast. Anstatt jede einzelne Ziffer separat abzurufen, erinnerst du dich an die Nummer in Teilen, zum Beispiel „0176“ als einen Block und „1234567“ als einen anderen. Dieses Abrufen der Nummer in Blöcken ist ein Beispiel für das Dekodieren von Informationen. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag


