SUCHE
6451 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- Produktlinien-Pricing
Produktlinien-Pricing bezeichnet die Preisgestaltung innerhalb einer Produktlinie, bei der ein Anbieter mehrere Varianten eines Produkts mit unterschiedlichen Qualitätsniveaus und Ausstattungsniveaus zu abgestuften Preisen anbietet. Dabei werden sowohl die Preisabstände zwischen den Varianten als auch die Positionierung einzelner Preisniveaus strategisch festgelegt. (vgl. Pechtl 2014, S. 252 ff.) Beispiel: Ein Smartphone-Hersteller bietet innerhalb einer Produktlinie drei Varianten an: ein Basic-Modell für 399 €, ein Plus-Modell für 599 € und ein Pro-Modell für 899 €. Die Modelle unterscheiden sich in Ausstattung und Leistungsumfang, wobei höhere Qualität und mehr Funktionen mit einem höheren Preis verbunden sind. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Irreführende Preisgestaltung
Irreführende Preisgestaltung liegt vor, wenn ein Anbieter wesentliche Informationen zum Preis oder zu zusätzlichen Kosten verschweigt oder eine vermeintlich kostenlose Leistung bewirbt, obwohl sie im Gesamtpreis bereits enthalten ist. Wird dadurch beim Kunden ein falscher Eindruck über den tatsächlichen Preisvorteil erzeugt, ist dies wettbewerbswidrig. (vgl. Pechtl 2014, S. 235) Beispiel: „Sofa + Couchtisch – Tisch GRATIS!“ Der Paketpreis ist jedoch höher als die Summe der regulären Einzelpreise beider Produkte. Der „gratis“ Tisch ist also nur scheinbar kostenlos. Das Angebot ist irreführend. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Preisverschleierung
Preisverschleierung liegt vor, wenn die tatsächliche Preiswürdigkeit eines Angebots durch intransparente Preisgestaltung (z. B. Bündelpreise ohne klare Einzelpreise oder künstlich überhöhte Vergleichspreise) für den Kunden schwer erkennbar ist. Wird dadurch der Verbraucher über den wahren Preisvorteil getäuscht, kann dies wettbewerbswidrig sein. (vgl. Pechtl 2014, S. 235) Beispiel: Ein Reiseanbieter bewirbt ein „Komplettpaket für nur 299 €“. Erst im Buchungsprozess kommen verpflichtende Zusatzkosten für Gepäck, Transfer und Servicegebühren hinzu, sodass der Endpreis deutlich höher liegt. Der günstige Einstiegspreis verschleiert somit den tatsächlichen Gesamtpreis. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Übertriebenes Anlocken
Übertriebenes Anlocken liegt vor, wenn ein besonders günstiges oder kostenloses Zusatzangebot (z. B. eine Zugabe) Kunden so stark zum Kauf verleitet, dass sie das Gesamtangebot nicht mehr sachlich prüfen. Wird dadurch die Kaufentscheidung unsachlich beeinflusst oder „überrumpelt“, kann dies wettbewerbswidrig sein. (vgl. Pechtl 2014, S. 234 f.) Beispiel: „Fernseher für 1 € – nur heute!“ Der extrem niedrige Preis gilt jedoch nur beim gleichzeitigen Abschluss eines teuren, langfristigen Servicevertrags. Der 1-€-Preis lockt Kunden stark an, obwohl das Gesamtangebot insgesamt teuer ist. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Preisbaukästen
Preisbaukästen sind modulare Preissysteme, bei denen Kunden ihr individuelles Leistungspaket aus standardisierten Zusatzmodulen selbst zusammenstellen können. Der Gesamtpreis ergibt sich aus dem gewählten Basismodell und den hinzugefügten Komponenten. (vgl. Pechtl 2014, S. 232 f.) Beispiel: Ein Autohersteller bietet ein Basismodell für 20.000 € an. Der Kunde kann zusätzlich Module wie Navigationssystem (+1.000 €), Ledersitze (+1.500 €) oder Assistenzpaket (+2.000 €) auswählen. Der Endpreis ergibt sich aus der individuellen Zusammenstellung. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Mixed Leader Bundling
Mixed Leader Bundling liegt vor, wenn Nebenleistungen auch einzeln erhältlich sind, Käufer des Hauptprodukts jedoch auf diese Nebenleistungen einen Preisnachlass erhalten. Dadurch bleibt das Hauptprodukt attraktiv, während die Zusatzleistungen weiterhin separat verkauft werden können. (vgl. Pechtl 2014, S. 220) Beispiel: Kunden, die diesen Laptop kaufen, erhalten die passende Software statt für 200 € nur für 120 €. Die Software ist auch separat erhältlich, aber Laptop-Käufer bekommen einen Rabatt. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Follow the free-System
Follow the free-System bezeichnet eine Preisstrategie, bei der ein Basisprodukt zunächst kostenlos angeboten wird, um eine große Nutzerbasis aufzubauen. Anschließend werden ergänzende Leistungen, Zusatzfunktionen oder Premiumversionen kostenpflichtig verkauft. (vgl. Pechtl 2014, S. 220) Beispiel: Ein Softwareanbieter stellt eine App kostenlos zur Verfügung. Zusatzfunktionen wie erweiterter Speicher oder Premium-Features sind jedoch nur gegen monatliche Gebühr erhältlich. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Add-on Price Bundling
Add-on Price Bundling liegt vor, wenn eine attraktive Zusatzleistung (Nebenleistung) nur zusammen mit dem Kauf eines Hauptprodukts erhältlich ist, während das Hauptprodukt auch separat gekauft werden kann. Die Zusatzleistung dient dabei als Kaufanreiz für das Hauptprodukt. (vgl. Pechtl 2014, S. 219 f.) Beispiel: Eine Autowaschanlage bietet eine kostenlose Innenraumreinigung nur an, wenn der Kunde gleichzeitig eine Premium-Autowäsche bucht. Die Autowäsche ist allein erhältlich, die Innenreinigung jedoch nicht. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Tie in Sales
Tie in Sales liegt vor, wenn ein Kunde ein Hauptprodukt nur erwerben kann, wenn er gleichzeitig eine oder mehrere Nebenleistungen desselben Anbieters mitkauft. Die Nebenleistung ist dabei auch separat erhältlich, das Hauptprodukt jedoch nur in Verbindung mit ihr. (vgl. Pechtl 2014, S. 219) Beispiel: Ein Hotel vermietet ein Zimmer nur inklusive verpflichtender Halbpension (Abendessen). Das Abendessen kann man auch separat buchen, das Zimmer jedoch nicht ohne Verpflegung. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Kopplungsverkäufe
Kopplungsverkäufe liegen vor, wenn ein Kunde ein Produkt oder eine Leistung nur erwerben kann, wenn er gleichzeitig eine weitere Leistung desselben Anbieters kauft. Die Produkte sind somit aneinander gebunden und erscheinen als gemeinsame Verkaufseinheit. (vgl. Pechtl 2014, S. 218 ff.) Beispiel: Ein Mobilfunkanbieter verkauft ein Smartphone für 1 €, aber nur in Verbindung mit dem Abschluss eines zweijährigen Mobilfunkvertrags. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Premium Bundling
Premium Bundling liegt vor, wenn der Bündelpreis höher ist als die Summe der Einzelpreise der enthaltenen Produkte, weil das Gesamtpaket für den Kunden einen besonderen Mehrwert (z. B. Vollständigkeit, Seltenheit oder Bequemlichkeit) bietet. (vgl. Pechtl 2014, S. 218) Beispiel: Ein Münzhändler verkauft einzelne historische Münzen für jeweils 50 €. Ein vollständiges Sammler-Set mit allen zehn Münzen kostet jedoch 600 € statt 500 €, weil die komplette, seltene Sammlung für Sammler einen besonderen Mehrwert hat. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius
- Subadditives Bündel
Ein subadditives Bündel liegt vor, wenn der Preis eines Produktpakets niedriger ist als die Summe der Einzelpreise der enthaltenen Komponenten. Der Kunde erhält also einen Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf. (vgl. Pechtl 2014, S. 218) Beispiel: Ein Streamingdienst bietet Filme einzeln für je 5 € an. Ein Paket mit drei Filmen kostet jedoch nur 12 € statt 15 €. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius


