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  • Referenzpreiseffekte

    Referenzpreiseffekte beschreiben, dass Nachfrager Preise anhand eines internen Referenzpreises bewerten, der sich durch neue Preisreize schrittweise anpasst. Nach einer Preisänderung reagiert der Absatz daher zunächst stärker und nähert sich erst allmählich dem neuen Gleichgewicht an, sobald sich der Referenzpreis stabilisiert hat. (vgl. Pechtl 2014, S. 309 f.) Beispiel: Ein Kunde ist es gewohnt, dass eine Tafel Schokolade etwa 1 € kostet. Wird der Preis dauerhaft auf 1,50 € erhöht, bricht der Absatz zunächst stark ein, weil der neue Preis deutlich über dem internen Referenzpreis liegt. Mit der Zeit gewöhnt sich der Kunde jedoch an das höhere Preisniveau, sein Referenzpreis passt sich an und der Absatz stabilisiert sich allmählich. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Inertia-Verhalten

    Das Inertia-Verhalten beschreibt eine kognitive Trägheit von Nachfragern, bei der sie Preisänderungen nicht sofort wahrnehmen. Aufgrund ungenauen Preiswissens oder geringen Involvements gehen sie weiterhin von einem reduzierten Preis aus, sodass der Absatz auch nach Aktionsende zunächst erhöht bleiben kann. (vgl. Pechtl 2014, S. 308) Beispiel: Ein Joghurt ist eine Woche lang im Sonderangebot. In der darauffolgenden Woche wurde der Preis wieder erhöht, doch viele Kunden erinnern sich noch an den Aktionspreis und gehen weiterhin von einem günstigen Angebot aus. Deshalb bleibt der Absatz zunächst höher als üblich. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Preisimage-Effekt

    Der Preisimage-Effekt beschreibt, dass Nachfrager ihre Kaufentscheidungen stärker am wahrgenommenen Preisimage eines Anbieters oder Produkts als am aktuellen Preis ausrichten. Daher entfalten dauerhafte Preisänderungen ihre volle Absatzwirkung erst verzögert, da sich das Preisimage nur langsam anpasst. (vgl. Pechtl 2014, S. 308) Beispiel: Ein Discounter erhöht dauerhaft die Preise einiger Produkte. Dennoch bleiben die Verkaufszahlen zunächst stabil, weil viele Kunden das Geschäft weiterhin als „günstig“ wahrnehmen. Erst mit der Zeit, wenn sich das Preisimage anpasst, reagieren die Kunden stärker auf das höhere Preisniveau. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Carry-over-Effekte

    Carry-over-Effekte bezeichnen zeitlich verzögerte Absatzanpassungen infolge einer Preisänderung. Nach einer Preiserhöhung oder Preissenkung erreicht der Absatz die neue (oder alte) Gleichgewichtssituation nicht sofort, sondern passt sich über mehrere Perioden hinweg an und kann dabei zunächst überproportional oder unterproportional reagieren (z. B. durch Vorratskäufe, Kaufaufschub oder Erwartungseffekte). (vgl. Pechtl 2014, S. 306 ff.) Beispiel: Ein Supermarkt senkt für eine Woche den Preis von Waschmittel deutlich. Viele Kunden kaufen daraufhin größere Mengen auf Vorrat. In den Wochen nach der Aktion sinkt der Absatz unter das normale Niveau, weil die Kunden ihren Vorrat erst aufbrauchen. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Amoroso-Robinson-Relation

    Die periodenbezogene Amoroso-Robinson-Relation beschreibt die gewinnoptimale Preisfestsetzung in verschiedenen Zeitperioden. Der optimale Preis in einer Periode hängt dabei von der jeweiligen Preiselastizität der Nachfrage und den Grenzkosten in dieser Periode ab: Ist die Nachfrage weniger preiselastisch und/oder sind die Grenzkosten höher, ist ein höherer Preis gewinnoptimal. Bei höherer Preiselastizität und/oder geringeren Grenzkosten ist ein niedrigerer Preis optimal. (vgl. Pechtl 2014, S. 305 f.) Beispiel: Ein Hotel verlangt in der Hauptsaison im Sommer höhere Übernachtungspreise als in der Nebensaison. In den Sommermonaten ist die Nachfrage weniger preiselastisch (viele Gäste sind auf Ferienzeiten angewiesen) und die Auslastung hoch, sodass ein höherer Preis gewinnoptimal ist. In der Nebensaison hingegen ist die Nachfrage preissensibler, weshalb das Hotel niedrigere Preise anbietet. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Taximeter-Effekt

    Der Taximeter-Effekt beschreibt das psychologische Phänomen, dass bei nutzungsabhängigen Preisen mit jeder zusätzlich konsumierten Einheit gedanklich der Rechnungsbetrag „mitläuft“ und ansteigt. Dadurch wird die Nutzung als weniger angenehm empfunden, weil Konsum und Bezahlung mental direkt miteinander verknüpft sind. (vgl. Pechtl 2014, S. 299 f.) Beispiel: Ein Kunde nutzt ein Carsharing-Angebot, das 0,30 € pro gefahrenem Kilometer berechnet. Während der Fahrt denkt er bei jedem zusätzlichen Kilometer an die steigenden Kosten, ähnlich wie bei einem laufenden Taxameter. Dadurch empfindet er die Nutzung als weniger angenehm. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Flatrate-Bias

    Der Flatrate-Bias bezeichnet die Tendenz von Nachfragern, eine Flatrate zu wählen, obwohl ein Tarif mit niedrigerer Grundgebühr und nutzungsabhängigen Preisen für sie aufgrund ihres tatsächlichen Nutzungsverhaltens günstiger wäre. (vgl. Pechtl 2014, S. 299 f.) Beispiel: Ein Kunde entscheidet sich für eine Streaming-Flatrate für 15 € im Monat, obwohl er den Dienst nur selten nutzt. Ein Tarif ohne Grundgebühr mit 3 € pro Nutzung wäre für ihn günstiger. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Einteiliger Tarif

    Ein einteiliger Tarif ist ein Preissystem mit nur einer Preisart. Entweder wird ausschließlich ein nutzungsabhängiger Preis ohne Grundgebühr erhoben (Pay-per-Use), oder es wird nur eine feste Grundgebühr verlangt, während die Nutzung selbst kostenlos ist (Flatrate). (vgl. Pechtl 2014, S. 292) Beispiel: Ein Parkhaus, das 2 € pro Stunde berechnet und keine Grundgebühr verlangt. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Dreiteiliger Tarif

    Ein dreiteiliger Tarif ist ein Preissystem, das aus einer festen Grundgebühr, einer enthaltenen Freimenge an Leistungseinheiten und einem zusätzlichen nutzungsabhängigen Preis für Einheiten besteht, die über diese Freimenge hinausgehen. (vgl. Pechtl 2014, S. 289 ff.) Beispiel: Ein Streamingdienst, der eine monatliche Grundgebühr verlangt, dabei eine bestimmte Anzahl an Offline-Downloads pro Monat kostenlos einschließt und für jeden weiteren Download eine zusätzliche Gebühr berechnet. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Zweiteiliger Tarif

    Ein zweiteiliger Tarif ist ein Preissystem, das aus genau zwei Bestandteilen besteht: einer festen Grundgebühr pro Abrechnungsperiode und einem zusätzlichen nutzungsabhängigen Preis pro in Anspruch genommener Leistungseinheit. (vgl. Pechtl 2014, S. 289 ff.) Beispiel: Ein Fitnessstudio verlangt 30 € monatliche Grundgebühr plus 5 € pro gebuchtem Zusatzkurs. Die Grundgebühr fällt unabhängig von der Nutzung an, während zusätzliche Kosten nur bei tatsächlicher Inanspruchnahme bestimmter Leistungen entstehen. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Mehrteiliger Tarif

    Ein mehrteiliger Tarif ist ein Preissystem, bei dem sich der Gesamtpreis aus mehreren Preiselementen zusammensetzt. Typischerweise besteht er aus einer festen Grundgebühr pro Abrechnungsperiode und einem nutzungsabhängigen Preis pro Einheit. (vgl. Pechtl 2014, S. 289 ff.) Beispiel: Stromtarif Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

  • Einkaufsgemeinschaft

    Eine Einkaufsgemeinschaft ist der Zusammenschluss mehrerer Kleinmengenkäufer, die ihre Nachfrage bündeln, um gemeinsam größere Mengen zu bestellen und dadurch Preisnachlässe oder bessere Konditionen zu erhalten. Durch diese Bündelung steigt ihre Verhandlungsmacht gegenüber dem Anbieter. (vgl. Pechtl 2014, S. 279) Beispiel: Mehrere selbstständige Handwerksbetriebe einer Region schließen sich zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammen und bestellen gemeinsam Baumaterialien beim Großhändler. Durch die gebündelte Großbestellung erhalten sie einen Mengenrabatt, den jeder Betrieb einzeln aufgrund seiner kleinen Bestellmenge nicht bekommen würde. Pechtl, H. (2014): Preispolitik. Behavioral Pricing und Preissysteme. 2. Auflage. Konstanz/München: UVK/Lucius

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