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- Marktversagen
Marktversagen beschreibt eine Situation, in der der Marktmechanismus, gesteuert durch Angebot und Nachfrage, nicht zu einer paretoeffizienten Allokation der Ressourcen führt. Dies bedeutet, dass die Verteilung der Güter und Dienstleistungen nicht optimal ist und es möglich wäre, die Situation für alle Marktteilnehmer zu verbessern, ohne dass jemand dabei schlechter gestellt wird. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 169) Beispiele: Asymmetrie, Externalitäten, Marktmacht, Öffentliche Güter, Skalenerträge Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Spending Reviews
Spending Reviews sind ein Ansatz zur systematischen Evaluierung im Rahmen der Bundeshaushaltsplanung. Dabei werden Wirkungskontrollen für bestimmte Bereiche durchgeführt, die von der Bundesregierung festgelegt werden. Diese Überprüfungen können auf ein einzelnes Ressort oder ressortübergreifend angelegt sein. Widerstände gegen solche Evaluierungen werden dadurch gemildert, dass eingesparte Mittel aus Einsparpotenzialen im gleichen Politikbereich verwendet werden dürfen. Jüngere Beispiele für Spending Reviews sind die Bereiche Wohnungswesen und Klima/Energie. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 167) Beispiel: Ein Spending Review im Bereich Klimapolitik könnte analysieren, wie effektiv verschiedene Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen sind. Wenn Einsparpotenziale identifiziert werden, können die frei werdenden Mittel innerhalb des gleichen Bereichs für andere Klimaschutzmaßnahmen genutzt werden. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Risiko
Risiko bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines bestimmten Ereignisses. Es kann bewertet werden, indem den erwarteten Wirkungen Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden. Die Bewertung erfolgt durch die Berechnung der Erwartungswerte von Nutzen und Kosten. Diese Wahrscheinlichkeiten können aus früheren Erfahrungen mit ähnlichen Maßnahmen abgeleitet werden, was als objektive Wahrscheinlichkeiten bezeichnet wird (z. B. die Häufigkeit von Unfällen). Wenn solche Erfahrungen fehlen oder nicht genutzt werden sollen, kommen subjektive Wahrscheinlichkeiten des Entscheidungsträgers zum Einsatz. Abgesehen von systematischen Risiken, die nicht diversifizierbar sind, müssen spezifische Projektrisiken über die Bildung von Erwartungswerten hinaus nicht berücksichtigt werden. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 162) Beispiel: Bei der Planung eines neuen Bauprojekts wird das Risiko von Bauverzögerungen durch die Analyse früherer Bauprojekte und deren Verzögerungen bewertet. Diese objektiven Wahrscheinlichkeiten helfen dabei, die Erwartungswerte für potenzielle Kostensteigerungen zu berechnen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Unsicherheit
Unsicherheit liegt vor, wenn keine Wahrscheinlichkeitsverteilung für das Eintreten von Ereignissen existiert. In solchen Fällen bietet sich eine Sensitivitätsanalyse an. Dabei wird der Gegenwartswert der Nettonutzen auf Grundlage pessimistischer, optimistischer und mittlerer Bewertungen berechnet. Die Rangfolge der Projekte und ihre Akzeptierbarkeit werden dann hinsichtlich ihrer Sensitivität gegenüber Veränderungen in den Annahmen und Parametern überprüft. Der Entscheidungsträger kann je nach seiner Risikobereitschaft die Hypothese wählen, die er für zutreffend hält. Wenn keinerlei Vorstellungen über die Wahrscheinlichkeiten bestehen, kann jedem Ereignis die gleiche Wahrscheinlichkeit zugeordnet werden (Bayes-Kriterium). (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 162 f.) Beispiel: Ein Unternehmen plant den Einstieg in einen neuen Markt, hat jedoch keine Erfahrungswerte, um die Erfolgschancen zu bewerten. Es führt eine Sensitivitätsanalyse durch, die pessimistische, optimistische und mittlere Szenarien berücksichtigt. Basierend auf den Ergebnissen dieser Analyse und der eigenen Risikobereitschaft trifft das Unternehmen seine Entscheidung. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Hedonische Preisanalyse
Die hedonische Preisanalyse ist ein wichtiges Instrument, das darauf abzielt, ein privates Gut durch eine Liste von Merkmalen umfassend zu charakterisieren. Im Rahmen einer empirischen Analyse wird ermittelt, welchen Einfluss diese einzelnen Charakteristika auf den Preis haben. Besonders Wertansätze für lokale öffentliche Güter wie Straßeninfrastruktur, Netzanbindung, Landschaftsschutz oder Lärmschutz können durch Analysen der Immobilienpreise bestimmt werden. Mit der zunehmenden Qualität und Verfügbarkeit lokaler Daten gibt es ein erhebliches Potenzial für die Ermittlung fundierter Wertansätze. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 158) Beispiel: Durch eine hedonische Preisanalyse kann festgestellt werden, dass Immobilien in der Nähe eines neuen Parks höhere Preise erzielen. Die Analyse zeigt, dass die Nähe zum Park einen positiven Einfluss auf den Immobilienpreis hat, da Käufer bereit sind, mehr für die Vorteile der Grünfläche zu zahlen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Äquivalente Variation
Die äquivalente Variation betrachtet die neue Situation, die durch eine Maßnahme entstanden ist, und ermittelt den Betrag, den die betroffenen Wirtschaftssubjekte maximal bereit wären zu zahlen, um den dadurch erzielten Vorteil zu erlangen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 153) Beispiel: Der Bau einer neuen U-Bahn-Station in einem Stadtteil verbessert die Lebensqualität der Anwohner erheblich. Die äquivalente Variation würde nun den Betrag ermitteln, den die Anwohner maximal bereit wären zu zahlen, um diesen Vorteil (die bessere Anbindung und erhöhte Lebensqualität) zu erhalten. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Kompensierende Variation
Die kompensierende Variation ist ein Konzept aus der Wohlfahrtsökonomik, das verwendet wird, um die Auswirkungen von ökonomischen Veränderungen zu bewerten. Es gibt an, wie viel Geld ein Individuum oder eine Gruppe erhalten müsste, um nach einer Änderung – wie etwa einer Verringerung der Transportkosten durch den Bau einer Brücke – den ursprünglichen Wohlstand oder Nutzen wiederherzustellen. Mit anderen Worten, es ist der Geldbetrag, der notwendig ist, um eine Person oder Gruppe zu kompensieren und auf das ursprüngliche Wohlstandsniveau zurückzuführen, das sie vor der Änderung hatten. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 153) Beispiel: Angenommen, eine Stadt baut eine neue Brücke, die die Transportkosten für Pendler senkt. Ein Pendler, der zuvor 100 Euro monatlich für Transportkosten ausgegeben hat, gibt nach dem Bau der Brücke nur noch 50 Euro aus. Die kompensierende Variation wäre der Geldbetrag, der diesem Pendler gegeben werden müsste, um ihn wieder in die gleiche finanzielle Situation zu versetzen, in der er sich vor dem Bau der Brücke befand – in diesem Fall 50 Euro pro Monat, da das seine Ersparnis durch die reduzierte Transportkosten darstellt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Zahlungsbereitschaft
Die Zahlungsbereitschaft (ZB) gibt an, wie viele Geldeinheiten ein Konsument maximal bereit ist, für ein Gut zu zahlen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 153) Beispiel: Ein Konsument ist bereit, für das neue Apple iPhone maximal 1.000 Euro zu bezahlen. Da das Smartphone jedoch einen höheren Preis hat, wird er es nicht kaufen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Nutzen-Kosten-Analyse
Die Nutzen-Kosten-Analyse (NKA) ist ein Instrument, das den staatlichen Entscheidungsträgern ähnlich wie die Investitionsrechnung in privaten Unternehmen hilft, Entscheidungen in konkreten Fällen zu treffen. Sie dient der systematischen Bewertung von Maßnahmen im Hinblick auf bestimmte Ziele. Die NKA basiert auf normativen Vorstellungen der Wohlfahrtstheorie und betrachtet ein Projekt als zweckmäßig, wenn es zu einer Steigerung der Wohlfahrt führt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 150) Beispiel: Bei der Planung einer neuen Autobahnstrecke wird eine Nutzen-Kosten-Analyse durchgeführt, um zu ermitteln, ob die erwarteten Vorteile, wie verringerte Fahrzeiten und geringere Unfallraten, die Kosten für den Bau und die Instandhaltung der Straße übersteigen. Wenn die Analyse zeigt, dass die Nutzen die Kosten deutlich übersteigen, wird das Projekt als wohlfahrtssteigernd und somit zweckmäßig angesehen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Sunset Legislation
Sunset Legislation ist ein Gesetzgebungsverfahren, bei dem bestehende Gesetze, laufende Programme und Institutionen wie Verwaltungen oder öffentliche Unternehmen eine begrenzte Lebensdauer haben. Der Begriff „Sunset“ deutet darauf hin, dass ein gesetzlich festgelegter Zeitpunkt bestimmt ist, zu dem eine Überprüfung und Neuentscheidung erforderlich wird. Ein Programm oder Gesetz darf nur weitergeführt oder erneuert werden, wenn es sich als effektiv erweist. Dieses Verfahren wird oft bei Subventionen angewendet, um der automatischen Budgetfortschreibung entgegenzuwirken und die Anpassungsfähigkeit der staatlichen Planung zu erhöhen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 148) Beispiel: Eine Subvention für eine bestimmte Industrie wird für fünf Jahre gewährt. Nach Ablauf dieser fünf Jahre muss eine umfassende Überprüfung stattfinden, um zu beurteilen, ob die Subvention die gewünschten Ergebnisse erzielt hat. Nur wenn die Ergebnisse positiv sind, kann die Subvention verlängert werden. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Incremental Budgeting
Incremental Budgeting ist eine Budgetierungsmethode, bei der das bestehende Budget als Ausgangspunkt genommen wird und nur die Veränderungen für das neue Haushaltsjahr berücksichtigt werden. Es wird nicht versucht, staatliche Programme jedes Jahr umfassend neu zu bewerten, sondern der Fokus liegt auf den Anpassungen und Veränderungen bei einzelnen Programmen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 148) Beispiel: Wenn das Bildungsministerium im letzten Jahr ein Budget von 1 Milliarde Euro hatte und es für das kommende Jahr zusätzliche 50 Millionen Euro für neue Projekte benötigt, würde das neue Budget bei 1,05 Milliarden Euro liegen. Es wird also nur die Erhöhung um 50 Millionen Euro diskutiert und bewilligt, während die Basis von 1 Milliarde Euro als gegeben angenommen wird. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Stabilitätsrat
Der Stabilitätsrat ist ein Gremium, das die Finanzplanung der verschiedenen staatlichen Ebenen koordiniert. Seine Hauptaufgaben umfassen die Erstellung unverbindlicher Empfehlungen für die beteiligten Gebietskörperschaften, die Ermittlung einheitlicher volkswirtschaftlicher und finanzwirtschaftlicher Annahmen für die Finanzplanungen, die Setzung von Schwerpunkten für eine den gesamtwirtschaftlichen Erfordernissen entsprechende Erfüllung der öffentlichen Aufgaben und die Abgabe von Empfehlungen für eine konjunkturgerechte Gestaltung der Haushaltswirtschaft. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 145 f.) Beispiel: Der Stabilitätsrat könnte beispielsweise eine Empfehlung an ein Bundesland aussprechen, um dessen Finanzplanung anzupassen, damit es besser auf eine kommende wirtschaftliche Rezession reagieren kann. Dabei könnten Annahmen über Wirtschaftswachstum und Steueraufkommen berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass die öffentlichen Aufgaben trotz wirtschaftlicher Schwankungen erfüllt werden können. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg


