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  • Bürgschaft

    Eine Bürgschaft ist eine bankübliche Sicherheit, bei der sich ein Dritter, der Bürge, verpflichtet, im Bedarfsfall für die Schulden des Kreditnehmers, also des Unternehmers, gegenüber dem Kreditgeber einzustehen. (vgl. Kußmaul 2016, S. 361) Beispiel: Ein Unternehmer benötigt einen Kredit von einer Bank, um sein Geschäft zu erweitern. Die Bank verlangt eine Sicherheit für den Kredit und der Geschäftspartner des Unternehmers erklärt sich bereit, eine Bürgschaft zu übernehmen. Falls der Unternehmer nicht in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen, ist der Bürge verpflichtet, für die Schulden des Unternehmers einzustehen und sie gegenüber der Bank zu begleichen. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 361

  • Venture Capital

    Venture Capital bezeichnet im Allgemeinen eine spezielle Form der langfristigen, aber zeitlich begrenzten Finanzierung von Unternehmen und Innovationen. Dabei wird risikotragendes Eigenkapital oder eigenkapitalähnliches Kapital eingesetzt, das im Falle einer Unternehmenskrise haftet. Verbunden ist diese Finanzierung mit einer aktiven unternehmerischen Beratung und Betreuung des finanzierten Unternehmens, ohne jedoch das laufende Tagesgeschäft zu beeinflussen. In der Regel erwirbt die Venture Capital-Gesellschaft nur eine Minderheitsbeteiligung, um die Autonomie des Existenzgründers zu wahren. (vgl. Kußmaul 2016, S. 343) Beispiel: Ein Startup-Unternehmen im Bereich der biotechnologischen Forschung benötigt Kapital, um seine Produktentwicklung voranzutreiben. Es entscheidet sich, Venture Capital anzuziehen, und erhält eine Finanzierung von einer Venture Capital-Gesellschaft. Diese investiert eine bestimmte Geldsumme in das Unternehmen und erhält im Gegenzug eine Minderheitsbeteiligung. Die Venture Capital-Gesellschaft unterstützt das Startup nicht nur finanziell, sondern bietet auch strategische Beratung und Netzwerkmöglichkeiten, um das Wachstum und den Erfolg des Unternehmens zu fördern. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 343

  • Finance Leasing

    Finance Leasing, auch als Finanzierungsleasing bekannt, ist eine Form des Leasings, bei der das Leasingobjekt (zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder Immobilien) für eine feste Grundmietzeit gemietet wird, die in der Regel unkündbar ist. (vgl. Kußmaul 2016, S. 341 f.) Beispiel: Ein Unternehmen benötigt einen neuen Produktionsroboter, kann sich jedoch den Kaufpreis nicht leisten. Es entscheidet sich daher für ein Finance Leasing, bei dem der Roboter für eine feste Grundmietzeit von fünf Jahren gemietet wird. Diese Mietzeit ist unkündbar und deckt die betriebsübliche Nutzungsdauer des Roboters ab. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 341-342

  • Operate Leasing

    Operate Leasing ist eine Form des Leasings, bei der das Leasingobjekt (zum Beispiel EDV-Geräte, Fahrzeuge oder Maschinen) für einen bestimmten Zeitraum gemietet wird, jedoch keine feste Grundmietzeit vorgegeben ist. Der Leasingvertrag kann unter Einhaltung vereinbarter Fristen jederzeit gekündigt werden. (vgl. Kußmaul 2016, S. 341 f.) Beispiel: Ein Unternehmen mietet einen hochwertigen Drucker für einen Zeitraum von zwei Jahren. Es gibt keine feste Grundmietzeit, und das Unternehmen kann den Vertrag unter Einhaltung vereinbarter Fristen jederzeit kündigen. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 341-342

  • Leasing

    Leasing bezeichnet verschiedene Mietverhältnisse und Pachtverhältnisse, die oft für industrielle Anlagegüter abgeschlossen werden. Dabei bleibt der Leasinggeber rechtlicher Eigentümer des vermieteten Objekts. Der Leasingnehmer verpflichtet sich zur Zahlung regelmäßiger Leasingraten und zur Rückgabe des Objekts zu einem späteren Zeitpunkt, wie im Vertrag vereinbart. Es besteht jedoch oft die Möglichkeit für den Leasingnehmer, am Ende der Laufzeit ein Kaufoptionsrecht oder eine Verlängerungsoption zu nutzen. (vgl. Kußmaul 2016, S. 341 f.) Beispiel: Ein Unternehmen beschließt, einen Teil seiner Flotte von Lieferwagen zu leasen, anstatt sie direkt zu kaufen. In diesem Fall würde das Unternehmen regelmäßige Leasingraten an den Leasinggeber zahlen und die Lieferwagen für einen festgelegten Zeitraum nutzen. Am Ende des Leasingvertrags kann das Unternehmen die Lieferwagen entweder zurückgeben oder möglicherweise eine Kaufoption ausüben, um sie zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 341-342

  • Constructive Alignment

    Constructive Alignment, entwickelt von John Biggs, ist ein Planungsansatz für Bildung, der darauf abzielt, Lernprozesse an den beabsichtigten Lernergebnissen auszurichten. Dabei werden Lehraufgaben und Prüfungsaufgaben so gestaltet, dass sie die gewünschten Lernziele unterstützen. Dieser Ansatz basiert auf der Idee des Konstruktivismus, der besagt, dass Lernen ein aktiver Prozess ist, bei dem Lernende ihr Wissen selbst konstruieren. Im Mittelpunkt steht das Prinzip, dass die Art und Weise, wie Lernende beurteilt werden, ihren Lernprozess beeinflusst. (vgl. Lehner 2019, S. 28 f.) Beispiel: Ein Professor plant einen Kurs über Wirtschaftsgeschichte. Anstatt einfach eine Liste von Themen zu erstellen, die er während des Semesters behandeln möchte, definiert er klare Lernergebnisse für die Studierenden, wie zum Beispiel das Verständnis der Zusammenhänge zwischen historischen Ereignissen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Anschließend gestaltet er die Lehraktivitäten, wie Vorlesungen und Diskussionen, sowie die Prüfungen so, dass sie genau auf diese Lernziele ausgerichtet sind. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass die Lernenden das gewünschte Wissen und Verständnis erwerben, und die Beurteilung der Lernenden spiegelt genau die angestrebten Lernergebnisse wider. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Fremdfinanzierung

    Fremdfinanzierung bezeichnet die Situation, in der ein Unternehmen vorübergehend Kapital von externen Gläubigern erhält, ohne dass diese dabei Eigentum am Unternehmen erwerben. Es handelt sich um eine rein schuldrechtliche Vereinbarung, bei der das Unternehmen das Geld für eine bestimmte Zeitperiode zur Verfügung gestellt bekommt, aber keine Eigentumsanteile abgibt. (vgl. Kußmaul 2016, S. 325) Beispiel: Ein Unternehmen nimmt einen Bankkredit auf, um neue Maschinen zu kaufen. Die Bank gewährt dem Unternehmen das benötigte Kapital, aber besitzt keine Anteile am Unternehmen. Stattdessen vereinbaren sie einen Rückzahlungsplan, bei dem das Unternehmen den Kredit plus Zinsen zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlt. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 325

  • Eigenfinanzierung

    Eigenfinanzierung bezeichnet die Kapitalbeschaffung für ein Unternehmen durch interne Quellen, insbesondere durch die direkte Zufuhr von Eigenkapital von den Eigentümern oder Gesellschaftern. Das bedeutet, dass das Unternehmen Geldmittel erhält, ohne sich an externe Finanzquellen wie Banken oder Investoren wenden zu müssen. Bei Einzelunternehmen kommt das Eigenkapital vom Eigentümer selbst, bei Personengesellschaften von den Gesellschaftern und bei Kapitalgesellschaften wie GmbHs, AGs oder KGaAs von den Anteilseignern. (vgl. Kußmaul 2016, S. 320) Beispiel: Ein Einzelunternehmer investiert seine eigenen Ersparnisse in sein Unternehmen, um es zu gründen oder zu erweitern. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 320

  • Didaktische Konzepte

    Didaktische Konzepte sind weniger umfangreich als etablierte didaktische Theorien, aber umfassender als rein methodische Ansätze oder Handlungsregeln. Sie fokussieren oft auf bestimmte Lehr- und Lernperspektiven und haben in der Regel einen praktischen Charakter. Ein Beispiel hierfür wäre die Montessori-Didaktik für die Primarstufe oder das Constructive Alignment für den Hochschulbereich. Diese Konzepte legen einen spezifischen Schwerpunkt auf die Gestaltung von Lehrprozessen und Lernprozessen und reflektieren oft eine stark methodische Perspektive. Es herrscht oft eine Debatte darüber, was gute Lehre ausmacht und wie Lernprozesse entsprechend gestaltet werden sollten. (vgl. Lehner 2019, S. 28) Beispiel: Montessori-Didaktik, Kooperatives Lernen, Problem-Based Learning Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Verschuldungsfähigkeit

    Die Verschuldungsfähigkeit gibt an, wie lange es dauert, bis alle Schulden eines Unternehmens oder einer Person vollständig aus eigenen Einnahmen zurückgezahlt werden können. Oft legen Banken eine Obergrenze für die Verschuldungsfähigkeit ihrer Kreditnehmer fest, basierend auf diesem Maßstab. (vgl. Kußmaul 2016, S. 319) Beispiel: Ein Unternehmen hat Schulden in Höhe von 100.000 € und erwirtschaftet einen jährlichen Cashflow von 50.000 €. Die Verschuldungsfähigkeit beträgt daher 2 Jahre (100.000 € / 50.000 €). Dies bedeutet, dass das Unternehmen theoretisch innerhalb von zwei Jahren alle Schulden aus seinem Cashflow tilgen könnte. Banken könnten basierend auf dieser Kennzahl entscheiden, wie viel zusätzliche Verschuldung das Unternehmen aufnehmen kann. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 319

  • Cash Flow

    Der Cash Flow bzw. Zahlungsüberschuss beschreibt die Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen. Er weicht in der Regel vom Periodenerfolg des Unternehmens ab und ist unabhängig von Bewertungsmaßnahmen. Der Cash Flow kann entweder direkt als Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen ermittelt werden oder indirekt über eine Rückrechnung aus dem Jahresergebnis abgeleitet werden. (vgl. Kußmaul 2016, 318) Beispiel: Ein kleines Unternehmen erzielt im ersten Quartal einen Gewinn von 10.000 €, erhält jedoch aufgrund von verspäteten Zahlungen von Kunden nur 5.000 € an tatsächlichen Bargeldzuflüssen. Gleichzeitig zahlt das Unternehmen 7.000 € für laufende Betriebsausgaben wie Miete, Löhne und Materialkosten. Dadurch ergibt sich ein negativer Cash Flow von 2.000 € für das Quartal, obwohl das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet hat. Kußmaul, H. (2016): Betriebswirtschaftslehre. Eine Einführung für Einsteiger und Existenzgründer. 8. Auflage. In: Corsten, H. (Hrsg.): Lehr- und Handbücher der Betriebswirtschaftslehre. Berlin/Boston: De Gruyter, S. 318

  • Jena-Plan

    Der Jena-Plan, entwickelt von Peter Petersen, war ein reformpädagogisches Konzept, das den Fokus auf die Gemeinschaft innerhalb der Schule legte. Es betonte das gemeinschaftliche Leben, Arbeiten und Lernen sowie die Mitverantwortung von Schülern und Eltern. Im Gegensatz zur Förderung individueller Emanzipation legte Petersen Wert auf Volksbildung innerhalb des schulischen Kontextes. (vgl. Lehner 2019, S. 20) Beispiel: Schülerinnen und Schüler arbeiten in gemischten Altersgruppen gemeinsam an Projekten, die auf ihren Interessen und Fähigkeiten basieren. Die Lehrer fungieren dabei eher als Begleiter und Moderatoren, während die Schüler aktiv am Entscheidungsprozess beteiligt sind und Mitverantwortung für ihre Lernfortschritte übernehmen. Eltern werden regelmäßig in den Schulbetrieb einbezogen und tragen gemeinsam mit Lehrern und Schülern zum Gemeinschaftsgefühl und zur Entwicklung der Schule bei. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

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