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- Budgetinzidenz
Budgetinzidenz bezeichnet die Auswirkungen, die eine gleichzeitige und gleichhohe Veränderung von Einnahmen und Ausgaben auf das Budget hat. Wenn das Budgetvolumen dadurch verändert wird, hängt die Inzidenz einer Steuererhöhung davon ab, wie die zusätzlichen Einnahmen verwendet werden. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 295) Beispiel: Angenommen, eine Regierung erhöht die Einkommenssteuer und verwendet die zusätzlichen Einnahmen, um die Sozialausgaben zu erhöhen. Die Budgetinzidenz untersucht, wie sich diese Änderungen auf verschiedene Bevölkerungsgruppen auswirken, zum Beispiel, ob die erhöhte Steuerbelastung durch die zusätzlichen Sozialleistungen für einkommensschwächere Haushalte kompensiert wird. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Humankapital
Humankapital, auch als Arbeitsvermögen bezeichnet, besteht aus den personengebundenen Eigenschaften und Fähigkeiten, die durch Erziehung, Ausbildung und Erfahrung erworben wurden und ökonomisch verwertbar sind, das heißt, sie ermöglichen es, Einkommen zu erzielen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 280) Beispiel: Eine Person hat durch ein Ingenieurstudium und mehrjährige Berufserfahrung umfangreiches Wissen und Fähigkeiten im Bereich Maschinenbau erworben. Diese personengebundenen Eigenschaften ermöglichen es ihr, ein hohes Einkommen zu erzielen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Gebrauchsvermögen
Gebrauchsvermögen umfasst dauerhafte Güter wie Autos, Fernseher und andere langlebige Konsumgüter, die sich im Besitz privater Haushalte befinden. Diese Güter sind Teil des Sachvermögens eines Haushalts. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 279) Beispiele: Autos, Fernseher, Lautsprecher, Computer, Fahrräder Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Forderungen
Forderungen sind Ansprüche gegen andere Wirtschaftssubjekte, die unbestritten zum Vermögen zählen. Diese Ansprüche können auf eine Geldeinheit lauten oder in Geld bewertbar sein. Dazu gehören auch solche Ansprüche, für die zahlungspflichtige Unternehmen in ihren Bilanzen Rückstellungen bilden, wie etwa Lebensversicherungen, Pensions- und Sterbekassen, berufsständische Versorgungswerke oder Pensionsrückstellungen der Unternehmen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 279) Beispiel: Angenommen, ein Unternehmen hat einem Kunden Waren im Wert von 10.000 Euro geliefert, aber der Kunde hat die Rechnung noch nicht bezahlt. Diese 10.000 Euro sind eine Forderung des Unternehmens gegenüber dem Kunden und zählen zum Vermögen des Unternehmens. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Gesamtvermögen
Das Gesamtvermögen eines Wirtschaftssubjekts (sei es eine Einzelperson, ein Sektor oder die gesamte Volkswirtschaft) ist die Summe aller einzelnen bewerteten Vermögensobjekte zu einem bestimmten Zeitpunkt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 278) Beispiel: Angenommen, eine Einzelperson besitzt ein Haus im Wert von 300.000 Euro, Aktien im Wert von 100.000 Euro und ein Sparkonto mit 50.000 Euro. Das Gesamtvermögen dieser Person beträgt somit 450.000 Euro. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Vermögen
Vermögen ist eine Bestandsgröße, die eine Vielzahl bewerteter Güter umfasst. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 278) Beispiel: Angenommen, eine Person besitzt ein Haus im Wert von 300.000 Euro, ein Auto im Wert von 20.000 Euro und hat 50.000 Euro auf einem Sparkonto. Ihr Gesamtvermögen beträgt in diesem Fall 370.000 Euro. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Einkommensmobilität
Einkommensmobilität beschreibt die Veränderung des Einkommens einzelner Personen oder Haushalte über die Zeit hinweg. Im Gegensatz zur Momentaufnahme des Jahreseinkommens berücksichtigt Einkommensmobilität die Einkommensentwicklung und die Unterschiede zwischen verschiedenen Zeitperioden. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 277) Beispiel: Angenommen, ein junger Berufseinsteiger verdient im ersten Jahr seines Berufslebens 25.000 Euro. Nach einigen Jahren Berufserfahrung und mehreren Beförderungen steigt sein Einkommen auf 50.000 Euro pro Jahr. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Relative Armut
Relative Armut beschreibt eine Situation, in der Personen im Vergleich zu den durchschnittlichen Lebensstandards der Gesellschaft, in der sie leben, über nur geringe Mittel verfügen. Nach diesem Konzept gelten Personen als relativ arm oder armutsgefährdet, wenn ihr Nettoäquivalenzeinkommen unterhalb der festgelegten Armutsgrenze liegt. Diese Armutsgrenze ist oft ein bestimmter Prozentsatz des Durchschnittseinkommens, z.B. 60% des mittleren Einkommens in einer Gesellschaft. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 275 f.) Beispiel: Angenommen, das mittlere Einkommen in einem Land beträgt 2000 Euro pro Monat. Nach dem Konzept der relativen Armut gilt eine Person als arm, wenn sie weniger als 60% dieses Betrags zur Verfügung hat, also weniger als 1200 Euro pro Monat. Eine Familie, deren gesamtes Haushaltseinkommen unter diesem Schwellenwert liegt, wird demnach als relativ arm betrachtet. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Absolute Armut
Absolute Armut ist ein Zustand, in dem Menschen nicht über die notwendigen Mittel verfügen, um die grundlegenden Lebensbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Unterkunft und medizinische Versorgung zu decken. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 275) Beispiel: Angenommen, eine Person in einem bestimmten Land benötigt mindestens 1.90 US-Dollar pro Tag, um grundlegende Nahrungsmittel, Unterkunft und andere lebensnotwendige Dinge zu erwerben. Wenn das Einkommen dieser Person unter diesem Betrag liegt, lebt sie in absoluter Armut. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Gini-Koeffizient
Der Gini-Koeffizient ist ein Maß zur Darstellung der Ungleichheit in der Einkommensverteilung. Er basiert auf der Lorenzkurve, die den Unterschied zur Gleichverteilung anzeigt. Der Gini-Koeffizient wird berechnet, indem die Fläche zwischen der Gleichverteilungslinie (45-Grad-Linie) und der Lorenzkurve als Anteil der gesamten Fläche unter der Gleichverteilungslinie ausgedrückt wird. Ein Gini-Koeffizient von 0 bedeutet völlige Gleichheit, während ein Wert von 1 totale Ungleichheit anzeigt. Es handelt sich um ein statistisches Maß, das keine Werturteile über die Einkommensverteilung trifft und nicht notwendigerweise eine ideale Situation darstellt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 274) Beispiel: Angenommen, in einem Land verdienen 90% der Bevölkerung fast nichts, während 10% fast das gesamte Einkommen erhalten. Die Lorenzkurve würde in diesem Fall stark von der 45-Grad-Linie abweichen, und der Gini-Koeffizient wäre nahe bei 1, was auf eine hohe Einkommensungleichheit hinweist. In einem anderen Land, in dem alle gleich viel verdienen, würde die Lorenzkurve auf der 45-Grad-Linie liegen, und der Gini-Koeffizient wäre 0, was völlige Einkommensgleichheit anzeigt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Äquivalenzeinkommen
Äquivalenzeinkommen ist ein Maß, das dazu verwendet wird, Einkommensunterschiede zwischen Haushalten mit unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung zu berücksichtigen. Es umfasst die Bruttoeinkommen aus unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit, Einkommen aus Vermögen sowie erhaltene private Transfers. Um Unterschiede im finanziellen Bedarf von Haushalten verschiedener Größen und Altersstrukturen zu berücksichtigen, werden verschiedene Äquivalenzskalen angewendet, die die Haushaltsersparnisse und den geringeren Bedarf von Kindern einbeziehen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 272) Beispiel: Ein Einpersonenhaushalt hat ein monatliches Einkommen von 2.000 Euro. Ein Zweipersonenhaushalt mit einem Erwachsenen und einem Kind hat ein monatliches Einkommen von 3.000 Euro. Zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens wird eine Äquivalenzskala verwendet, die dem ersten Erwachsenen einen Wert von 1,0 und dem Kind einen Wert von 0,5 zuweist. Das Einkommen des Zweipersonenhaushalts wird somit durch 1,5 geteilt (1,0 + 0,5), was ein Äquivalenzeinkommen von 2.000 Euro ergibt. Dies bedeutet, dass der Lebensstandard des Zweipersonenhaushalts dem eines Einpersonenhaushalts mit 2.000 Euro monatlichem Einkommen entspricht. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Arbeitseinkommensquote
Die Arbeitseinkommensquote misst den Anteil des Arbeitseinkommens am gesamten Volkseinkommen. Sie wird berechnet, indem das gesamte Arbeitnehmerentgelt (Löhne und Gehälter) mit der Anzahl der Erwerbstätigen multipliziert und anschließend durch das Volkseinkommen dividiert wird. Diese Quote zeigt, wie viel des gesamten Einkommens in einer Volkswirtschaft auf die Arbeitnehmenden entfällt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 270) Beispiel: Angenommen, in einem Land beträgt das gesamte Arbeitnehmerentgelt 800 Milliarden Euro und es gibt 40 Millionen Erwerbstätige. Das Volkseinkommen des Landes beträgt 1.000 Milliarden Euro. Die Arbeitseinkommensquote wird berechnet, indem man das Arbeitnehmerentgelt (800 Milliarden Euro) durch das Volkseinkommen (1.000 Milliarden Euro) teilt, was 0,8 oder 80 % ergibt. Dies bedeutet, dass 80 % des Volkseinkommens auf Arbeitseinkommen entfallen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg


