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- Market for Lemons
Market for Lemons stammt aus der Wirtschaftstheorie und bezieht sich auf einen Markt, auf dem die Qualität von Produkten nicht leicht feststellbar ist. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 96) Beispiel: Auf dem Automarkt gibt es sowohl Autos von guter als auch von schlechter Qualität. Sowohl Käufer als auch Verkäufer haben unterschiedliche Vorstellungen über den Wert dieser Autos, je nach ihrer Qualität. Zum Beispiel beträgt der Wert eines Autos von guter Qualität aus Sicht des Käufers 10.000 Euro, während der Verkäufer den Wert auf 9.000 Euro schätzt. Bei einem Auto von schlechter Qualität beträgt der Wert für den Käufer nur 2.000 Euro, während der Verkäufer ihn auf 1.000 Euro schätzt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Moral Hazard
Moral Hazard oder moralisches Risiko beschreibt eine Situation, in der eine Partei in einem Vertrag das Risikosystem und Belohnungssystem ausnutzt, da sie nicht die gesamten Konsequenzen ihrer Handlungen tragen muss. Dies führt zu einem Anreiz für ineffizientes oder nachteiliges Verhalten, das den Vertragspartner schädigt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 94 f.) Beispiel: Ein Versicherungsnehmer, der nach Abschluss der Versicherung riskanter handelt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Asymmetrische Information
Asymmetrische Information bezeichnet einen Zustand, in dem eine Marktseite über das gehandelte Gut besser informiert ist als die andere Marktseite. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 93) Beispiel: Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind die Verkäufer oft besser über den Zustand des Autos informiert als die Käufer. Ein Verkäufer weiß genau, ob das Auto verborgene Mängel hat, während der Käufer diese Informationen nicht kennt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Paternalistische Eingriffe
Paternalistische Eingriffe sind Maßnahmen, bei denen der Staat oder eine andere Autorität in die individuellen Entscheidungen und Freiheiten der Bürger eingreift, mit dem Ziel, das Wohl dieser Bürger zu verbessern oder sie vor Schaden zu bewahren, selbst wenn diese Eingriffe den ausdrücklichen Präferenzen der Bürger widersprechen. Solche Eingriffe basieren auf der Annahme, dass die Entscheidungsträger besser wissen, was für die Individuen gut ist, als diese selbst. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 91) Beispiel: Der Staat erhebt eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke, um den Konsum zu reduzieren. Obwohl die Bürger sich frei entscheiden könnten, solche Getränke zu konsumieren, greift der Staat ein, weil er der Ansicht ist, dass der hohe Zuckerkonsum gesundheitsschädlich ist und langfristig zu höheren Gesundheitskosten führt. Durch die Steuer werden die Getränke teurer, was den Konsum verringern soll, auch wenn die Bürger ursprünglich vielleicht bereit waren, diese Getränke zu konsumieren. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Allmendegüter
Allmendegüter sind Güter, die rivalisierend genutzt werden, aber von denen niemand ausgeschlossen werden kann. Beispiele hierfür sind gemeinschaftlich genutzte Weideflächen oder Fischbestände in internationalen Gewässern. Da niemand für die Nutzung dieser Ressourcen bezahlen muss und keine Eigentumsrechte festgelegt sind, werden sie oft übernutzt. Dies führt zur Tragik der Allmende (Tragedy of Commons), bei der die Ressource schließlich erschöpft wird oder stark abnimmt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 90) Beispiel: Ein typisches Beispiel für ein Allmendegut ist eine gemeinschaftlich genutzte Weide. Ohne Regelungen weiden alle Bauern so viele Tiere wie möglich auf der Fläche, da jeder Einzelne versucht, seinen Nutzen zu maximieren. Dies führt zur Überweidung, wodurch die Weidefläche letztlich unfruchtbar wird und alle Bauern ihre Nutztiere verlieren. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Klubgüter
Klubgüter sind Güter, die zwar nicht rivalisierend genutzt werden, aber von deren Nutzung bestimmte Personen ausgeschlossen werden können. Beispiele für Klubgüter sind Badeanstalten, Fernstraßen, Tunnel oder Tennisklubs. Diese Güter werden in der Theorie der Klubgüter analysiert, die von James Buchanan entwickelt wurde. In einem Klub profitieren die Mitglieder von Größenvorteilen, da die Kosten für die Bereitstellung des Gutes unter ihnen aufgeteilt werden. Allerdings nimmt die individuelle Nutzungsmöglichkeit mit zunehmender Anzahl der Mitglieder ab, da Überfüllung auftreten kann. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Faktoren bestimmt die optimale Gruppengröße eines Klubs. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 89 f.) Beispiel: Ein Tennisklub hat eine begrenzte Anzahl von Plätzen. Solange die Anzahl der Mitglieder moderat ist, können alle regelmäßig spielen. Bei zu vielen Mitgliedern müssen sie jedoch häufig warten, wodurch der Nutzen jedes Einzelnen sinkt. Der Klub kann durch Mitgliedsbeiträge und Ausschluss Nicht-Mitglieder daran hindern, die Plätze zu nutzen, und so die Überfüllung kontrollieren. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Mischgüter
Mischgüter, auch unvollständig öffentliche oder unvollständig private Güter genannt, besitzen Eigenschaften sowohl öffentlicher als auch privater Güter. Diese Güter sind dadurch gekennzeichnet, dass sie sowohl einen privaten als auch einen öffentlichen Nutzen stiften. Ein Beispiel ist die Impfung gegen eine ansteckende Krankheit: Sie bietet privaten Nutzen für den Geimpften und gleichzeitig einen öffentlichen Nutzen durch die Verringerung der Ansteckungsgefahr für andere. Bei Mischgütern spielt die Nutzerzahl eine wichtige Rolle. Während reine öffentliche Güter von zusätzlichen Nutzern profitieren, da diese die Finanzierung erleichtern, verursachen zusätzliche Nutzer bei Mischgütern oft Kosten für die bisherigen Nutzer (z.B. Überfüllung). Diese Kosten treten meist erst ab einer bestimmten Nutzerzahl auf, wodurch die Qualität des Gutes für den Einzelnen abnimmt. Das Gut bleibt zwar weiterhin nutzbar für alle, aber seine Qualität sinkt bei zunehmender Überfüllung. Dies ist typisch für lokale öffentliche Güter. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 89) Beispiel: Ein Stadtpark kann als Mischgut betrachtet werden. Er bietet Erholungsmöglichkeiten (privater Nutzen) und trägt zur Verbesserung der Luftqualität bei (öffentlicher Nutzen). Solange die Besucherzahl moderat ist, können alle den Park gleichzeitig nutzen. Bei Überfüllung jedoch sinkt der Erholungswert für jeden einzelnen Besucher, da der Park zu voll wird. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Clarke-Steuer
Die Clarke-Steuer, auch bekannt als Clarke-Groves-Steuermechanismus, ist ein Konzept, das Haushalte dazu anregt, ihre wahren Präferenzen für öffentliche Güter offenzulegen. Entwickelt von Clarke (1971, 1980) und Groves (1977), und weiter verfeinert von Tideman und Tullock (1976), basiert der Mechanismus auf einem steuerlichen Anreizsystem. Hierbei kann jeder Haushalt seine Präferenzen äußern und die zugeordnete Steuerlast akzeptieren. Wenn ein Haushalt jedoch versucht, das Ergebnis durch falsche Angaben seiner Präferenzen zu beeinflussen, muss er die zusätzlichen Kosten, die dadurch den anderen Haushalten entstehen, in Form einer höheren Steuer tragen. Dadurch wird sichergestellt, dass Übertreibungen und Untertreibungen der Präferenzen wirtschaftlich bestraft werden und nur die korrekte Angabe der Präferenzen zu einem individuellen Nutzen führt. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 88 f.) Beispiel: Angenommen, eine Gemeinde plant die Errichtung eines neuen Parks und möchte die Präferenzen der Haushalte hinsichtlich der Parkausstattung erfassen. Jeder Haushalt äußert seine Wünsche und akzeptiert die daraus resultierende Steuerlast. Wenn ein Haushalt übertreibt und viel teurere Wünsche äußert, muss er die zusätzlichen Kosten, die durch seine Präferenzen entstehen, als höhere Steuer zahlen. Dies motiviert die Haushalte, ihre echten Präferenzen anzugeben, da nur dann die Steuerlast ihrem tatsächlichen Nutzen entspricht. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Gefangenendilemma
Ein Gefangenendilemma beschreibt eine scheinbar unlösbare Situation. In der Spieltheorie beschreibt ein Dilemma eine Situation, wo sich beide Spieler besser stellen könnten, wenn sie sich auf eine Strategie einigen. Allerdings gibt es immer für einen der beiden Spieler einen Anreiz von der Strategie abzuweichen, da ein Wechsel eine höhere Auszahlung generiert. Da beide Spieler die Möglichkeit haben ihre Strategie zu wechseln, kommt es zu einer geringeren Auszahlung. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 83 f.) Beispiel: Zwei Verdächtige werden von der Polizei festgenommen und in getrennte Zellen gesteckt. Sie können entweder schweigen oder den anderen verraten. Wenn beide schweigen, erhalten sie jeweils eine geringe Strafe von 1 Jahr. Wenn einer den anderen verrät, während der andere schweigt, geht der Verräter frei und der andere erhält 5 Jahre. Wenn beide sich gegenseitig verraten, erhalten beide eine mittlere Strafe von 3 Jahren. Obwohl es für beide am besten wäre zu schweigen, führt die Angst vor Verrat dazu, dass beide verraten und eine höhere Strafe bekommen. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Coase-Theorem
Das Coase-Theorem besagt, dass unter bestimmten Bedingungen Verhandlungen zwischen den betroffenen Parteien zu einer optimalen Ressourcenverwendung führen können, unabhängig davon, wem die Eigentumsrechte ursprünglich zugewiesen sind. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 70) Beispiel: Ein Fabrikbesitzer, dessen Produktion die Luftqualität beeinträchtigt, könnte sich mit den betroffenen Anwohnern einigen, indem er ihnen eine Entschädigung zahlt oder Maßnahmen zur Schadstoffreduktion ergreift. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Internalisierung
Internalisierung bedeutet, dass die externen Effekte einer Handlung in die Entscheidungsprozesse der verantwortlichen Wirtschaftssubjekte einbezogen werden. Das Ziel ist es, dass die verursachenden Akteure die vollen sozialen Kosten oder Nutzen ihrer Handlungen berücksichtigen und somit eine effizientere und sozial verträglichere Allokation von Ressourcen erreicht wird. Dies kann beispielsweise durch die Zuordnung und Durchsetzung von Eigentumsrechten oder durch Instrumente wie Steuern und Subventionen geschehen. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 65 f.) Beispiel: Ein Unternehmen, das Schadstoffe in die Umwelt emittiert, wird dazu verpflichtet, für die verursachten Umweltschäden zu zahlen. Diese Kosten werden in die Produktionsentscheidungen des Unternehmens einbezogen, was Anreize schafft, umweltfreundlichere Alternativen zu nutzen und somit die Gesamtschäden zu reduzieren. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg
- Pigou-Steuer
Die Pigou-Steuer ist eine Steuer, die zur Internalisierung externer Effekte verwendet wird. Das bedeutet, sie zielt darauf ab, die Kosten, die durch negative externe Effekte entstehen, in die Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte einzubeziehen. Durch die Besteuerung von Aktivitäten, die negative externe Effekte verursachen (wie Umweltverschmutzung), werden die privaten Grenzkosten der Unternehmen erhöht, sodass sie die gesellschaftlichen Kosten ihrer Handlungen berücksichtigen müssen. Der Steuersatz wird so festgelegt, dass er die Differenz zwischen den privaten Grenzkosten und den sozialen Grenzkosten ausgleicht, wodurch die Unternehmen Anreize erhalten, ihre schädlichen Aktivitäten zu reduzieren und somit eine effizientere Allokation der Ressourcen erreicht wird. (vgl. Brümmerhoff/Büttner 2018, S. 72) Beispiel: Eine Fabrik, die Schadstoffe in die Luft abgibt, wird mit einer Pigou-Steuer belegt. Diese Steuer soll die Kosten der Umweltverschmutzung widerspiegeln, sodass die Fabrik die Umweltkosten in ihre Produktionsentscheidungen einbezieht und entweder die Schadstoffemissionen reduziert oder die Kosten für die verursachten Schäden zahlt. Brümmerhoff, D.; Büttner, T. (2018): Finanzwissenschaft. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg


