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- Aufmerksamkeit
Aufmerksamkeit beschreibt die Art und das Ausmaß, in dem das Arbeitsgedächtnis für die Verarbeitung von Informationen genutzt wird. Dabei geht es um die Qualität der kognitiven Prozesse, wie Wahrnehmen, Erinnern und Behalten, sowie um den Umfang der benötigten Kapazität, also wie lange und intensiv die Aufmerksamkeit auf bestimmte Informationen gerichtet ist. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 72 f.) Beispiel: Angenommen, du liest ein Buch und hörst gleichzeitig leise Musik. Wenn deine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf das Buch gerichtet ist, kannst du den Inhalt gut verstehen und behalten, während die Musik eher im Hintergrund bleibt und weniger verarbeitet wird. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Aktivationssummation
Aktivationssummation beschreibt den Prozess, bei dem verschiedene Reize oder Informationen, die im Langzeitgedächtnis gespeichert sind, eine bestimmte Aktivierungsschwelle überschreiten müssen, um ins Bewusstsein zu gelangen. Diese Gesamtaktivierung setzt sich aus der aktuellen Reizwahrnehmung und vorherigen Erfahrungen (Voraktivation) zusammen. Wenn die summierte Aktivierung stark genug ist, wird die Information bewusst wahrgenommen und ins Arbeitsgedächtnis übertragen. Bleibt die Aktivierung unter der Schwelle, bleibt die Information unbewusst. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 68 f.) Beispiel: Angenommen, du liest ein Buch und stößt dabei auf ein Wort, das du vor kurzem in einem anderen Text gesehen hast. Da du dieses Wort bereits voraktiviert hast, kombiniert sich diese Voraktivation mit der aktuellen Wahrnehmung, sodass das Wort sofort in dein Bewusstsein gelangt. Andere Wörter auf der Seite, die du nicht so oft gelesen hast oder die weniger relevant sind, überschreiten die Aktivationsschwelle möglicherweise nicht und bleiben unbemerkt. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Priming-Effekt
Priming bezeichnet den Prozess, bei dem eine bestimmte Information oder ein Reiz die Verarbeitung einer nachfolgenden Information beeinflusst. Dies geschieht, indem das erste Signal bestimmte Gedächtnisinhalte oder Assoziationen aktiviert, was die Wahrnehmung oder Reaktion auf spätere Reize verändert. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 66) Beispiel: Angenommen, du liest gerade einen Text über Autos, und später begegnet dir das Wort „Fahrzeug“. Aufgrund des Primings durch den vorherigen Text denkst du zuerst an ein Auto, obwohl „Fahrzeug“ auch ein Bus oder ein Fahrrad sein könnte. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Gesetz der Geschlossenheit
Nach dem Gesetz der Geschlossenheit neigen wir dazu, Figuren als zusammengehörig zu betrachten, wenn sie eine geschlossene Fläche umschließen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 54) Beispiel: Angenommen, du siehst eine Zeichnung mit mehreren offenen und geschlossenen Formen. Die Formen, die durch geschlossene Linien wie ein Quadrat oder einen Kreis gebildet werden, nimmst du als vollständige Einheiten wahr, während offene Linien, die keine geschlossene Fläche umschließen, nicht als solche Einheiten erkannt werden. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Gesetz der Ähnlichkeit
Nach dem Gesetz der Ähnlichkeit werden Elemente, die sich ähnlich sehen, eher als zusammengehörig wahrgenommen als unähnliche Elemente. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 53) Beispiel: Angenommen, Sie sehen eine Reihe von Symbolen, die abwechselnd aus Sternen und Kreisen bestehen. Trotz der Mischung würden Sie die Sterne als eine Gruppe und die Kreise als eine andere Gruppe wahrnehmen, weil sie sich in ihrer Form ähneln. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Gesetz der Nähe
Das Gesetz der Nähe besagt, dass wir Dinge, die nah beieinander liegen, als zusammengehörig wahrnehmen. Elemente, die in räumlicher Nähe zueinander stehen, werden eher als eine Einheit oder Gruppe betrachtet, als solche, die weiter auseinanderliegen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 53) Beispiel: Angenommen, du siehst eine Gruppe von Punkten auf einem Blatt Papier, wobei einige Punkte eng beieinander und andere weiter entfernt sind. Du würdest wahrscheinlich die nah beieinander liegenden Punkte als zusammengehörige Gruppe wahrnehmen, während die weiter entfernten Punkte als separate Gruppen erscheinen. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Prägnanzprinzip
Das Prägnanzprinzip besagt, dass die menschliche Wahrnehmung dazu neigt, optische Reize in der einfachsten und klarsten Form zu erkennen. Anstatt komplexe und unregelmäßige Strukturen zu sehen, interpretiert das Gehirn Reize so, dass sie als einfache, symmetrische und regelmäßige Gestalten erscheinen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 52) Beispiel: Angenommen, du siehst ein Bild, auf dem mehrere Linien sich überlappen. Statt diese Linien als komplexes Muster zu sehen, interpretiert dein Gehirn sie als einfache Formen, wie ein Dreieck und ein Rechteck, weil das leichter zu verarbeiten ist. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Amodal
Amodal bezieht sich auf Wahrnehmungen oder Informationen, die nicht an eine bestimmte Sinnesmodalität wie Sehen, Hören oder Tasten gebunden sind. Es bedeutet, dass bestimmte Wahrnehmungsprinzipien, wie die Unterscheidung zwischen Figur und Hintergrund, auch dann bestehen bleiben, wenn die spezifischen Reize oder Bedingungen, die normalerweise mit einer bestimmten Sinneswahrnehmung verbunden sind, reduziert oder verändert werden. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 51) Beispiel: Angenommen, Sie hören eine Melodie und erkennen sie wieder, auch wenn sie auf einem anderen Instrument gespielt wird. Obwohl der Klang anders ist, bleibt die Wahrnehmung der Melodie als Ganzes erhalten, unabhängig von der spezifischen Sinnesmodalität. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Gestalt
Eine Gestalt ist ein Ganzes, das sich durch zwei wesentliche Eigenschaften auszeichnet: Übersummativität und Transponierbarkeit. Übersummativität bedeutet, dass das Ganze mehr ist als die bloße Summe seiner Teile, also eine Qualität besitzt, die über die einzelnen Bestandteile hinausgeht. Transponierbarkeit beschreibt die Fähigkeit, dass sich das Ganze, wie etwa eine Melodie, in eine andere Form oder Tonart übertragen lässt, ohne dabei seine wesentliche Struktur zu verlieren. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 51) Beispiel: Angenommen, du hörst eine Melodie und erkennst sie wieder, auch wenn sie in einer anderen Tonart gespielt wird. Die Melodie bleibt als Ganzes erhalten, obwohl die einzelnen Töne verändert wurden. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Wahrnehmung
Wahrnehmung ist der Prozess, durch den wir die physikalische Umwelt interpretieren und verstehen, indem wir unsere Sinnesorgane nutzen und Informationen in unserem Gehirn verarbeiten. Dabei spielen unsere Motivation, der Kontext und unsere bisherigen Erfahrungen eine entscheidende Rolle. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 43 f.) Beispiel: Angenommen, jemand befindet sich in einem lauten Raum, in dem viele Gespräche geführt werden. Trotz des allgemeinen Lärms hört diese Person plötzlich ihren Namen, weil ihr Gehirn diesen spezifischen Klang herausfiltert und als wichtig identifiziert. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Kognitionen
Kognitionen beziehen sich auf alle mentalen Prozesse, die zur Gewinnung von Erkenntnissen führen, sowie auf die Ergebnisse dieser Prozesse. Dazu gehören sowohl einfache Vorgänge wie das Erkennen eines Objekts als auch komplexe Prozesse wie das Lösen eines Problems. Kurz gesagt, Kognitionen umfassen die Art und Weise, wie wir denken, lernen, erinnern und Probleme lösen. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 39 f.) Beispiele: Erkennen eines Freundes auf der Straße, Lösen einer komplizierten Aufgabe Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag
- Statistische Äquivalenz
Statistische Äquivalenz bedeutet, dass die verschiedenen Versuchsgruppen in einem Experiment hinsichtlich aller relevanten Störvariablen vergleichbar sind. Bei ausreichender Stichprobengröße sorgt das Randomisieren dafür, dass die Mittelwerte und Verteilungen von Einflussgrößen in den experimentellen Bedingungen gleichmäßig verteilt sind, was eine verlässliche kausale Interpretation der Ergebnisse ermöglicht. (vgl. Fritz/Hussy/Tobinski 2018, S. 33) Beispiel: Angenommen, ein Forscher untersucht den Effekt von zwei verschiedenen Lernmethoden auf den Lernerfolg. Wenn die Teilnehmer per Zufall den beiden Lernmethoden zugeteilt werden, sorgt statistische Äquivalenz dafür, dass beide Gruppen hinsichtlich aller möglichen Störfaktoren, wie z.B. Vorkenntnisse oder Motivation, vergleichbar sind. Dies ermöglicht es, Unterschiede im Lernerfolg zuverlässig auf die Lernmethoden zurückzuführen. Fritz, A.; Hussy, W.; Tobinski, D. (2018): Pädagogische Psychologie. 3. Auflage. München: Ernst Reinhardt Verlag


