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- Mündliche Verfahren
Mündliche Verfahren sind Methoden der Leistungsüberprüfung, bei denen Lernende ihre Kenntnisse und Fähigkeiten durch mündliche Beiträge unter Beweis stellen. Diese Verfahren sind besonders flexibel, da sie sich leicht an unterschiedliche didaktische Situationen anpassen lassen und es ermöglichen, tiefergehende Fragen zu stellen und spontane Rückmeldungen zu geben. (vgl. Lehner 2019, S. 182) Beispiele: Vortrag, Referat, Präsentation, Diskussion, Stellungnahme Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Schriftliche Verfahren
Schriftliche Verfahren sind Methoden der Leistungsüberprüfung, bei denen Lernende ihre Antworten schriftlich festhalten. Sie ermöglichen es der Lehrkraft, die Leistungen der Lernenden systematisch zu vergleichen und die Qualität der Ergebnisse anhand standardisierter Kriterien zu bewerten. (vgl. Lehner 2019, S. 182) Beispiele: Klassenarbeit, Test, Hausarbeit, Protokoll, Referat in Schriftform Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Verstehensorientierung
Verstehensorientierung ist ein didaktisches Prinzip, bei dem der Fokus darauf liegt, das Lernen so zu gestalten, dass die Lernenden den vermittelten Stoff wirklich verstehen und nicht nur oberflächlich wiedergeben können. Dies bedeutet, dass Erklärungen immer an das Vorwissen der Lernenden anknüpfen und deren individuelle Lernvoraussetzungen berücksichtigen sollten. Der Prozess des Verstehens wird dabei Schritt für Schritt unterstützt, sodass die Lernenden den Inhalt nachvollziehen und in größere Zusammenhänge einordnen können. (vgl. Lehner 2019, S. 173 f.) Beispiel: Angenommen, ein Lehrer erklärt das Konzept der Inflation im Wirtschaftskurs. Anstatt direkt mit komplexen Definitionen zu beginnen, fragt er die Schüler zunächst, was sie unter Inflation verstehen und welche Beispiele ihnen einfallen. Dann baut er seine Erklärung auf diesen Vorstellungen auf und führt die Schüler schrittweise von ihren eigenen Überlegungen zu einer präzisen Definition und den ökonomischen Zusammenhängen. Dabei verwendet er anschauliche Grafiken und Alltagsbeispiele, um das Verständnis zu vertiefen. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Lernspiele
Lernspiele sind didaktische Methoden, die spielerische Elemente nutzen, um Lernprozesse zu fördern und eine engagierte Lernatmosphäre zu schaffen. Sie zielen darauf ab, Lernende aktiv einzubeziehen und das Lernen durch spielerische Interaktionen zu unterstützen. (vgl. Lehner 2019, S. 162) Beispiele: Tabu, Memory, Millionenshow, Trivial Pursuit, Scrabble Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Mini-Aufgabe
Eine Mini-Aufgabe ist eine Methode, bei der Lernende eine konkrete Problemstellung lösen oder eine Entscheidung treffen müssen, während sie an ihrem Sitzplatz bleiben. Diese Methode ist besonders darauf ausgelegt, die Bearbeitung von sachlichen Aufgaben zu fördern und schnelle Rückmeldungen zu ermöglichen. (vgl. Lehner 2019, S. 161) Beispiel: Angenommen, nach der Vorstellung eines neuen Themas im Unterricht erhalten die Lernenden eine Mini-Aufgabe, bei der sie aus mehreren Antwortmöglichkeiten (z. B. A, B, C) wählen sollen, um eine bestimmte Fragestellung zu beantworten. Sie arbeiten zunächst kurz alleine, um ihre Antwort zu überlegen, und besprechen dann ihre Wahl mit einem Partner. Nach ein bis zwei Minuten geben sie ihre Antwort entweder durch Aufzeigen oder mithilfe eines Klicker-Systems bekannt. Anschließend können ausgewählte Antworten im Plenum diskutiert und erläutert werden. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Murmelgruppe
Eine Murmelgruppe, auch Tuschelgruppe genannt, ist eine Methode zur schnellen Aktivierung der Lernenden in kurzen Zeitabschnitten, etwa 3 bis 5 Minuten. Dabei arbeiten die Lernenden in kleinen Gruppen oder zu zweit zusammen, um bestimmte Themen zu besprechen oder Ideen zu entwickeln. (vgl. Lehner 2019, S. 160 f.) Beispiel: Angenommen, nach dem ersten Teil eines Seminars wird die Murmelgruppe eingesetzt. Die Lernenden sollen sich mit ihrem Sitznachbarn über die wesentlichen Inhalte des ersten Abschnitts austauschen: „Was war besonders wichtig? Gibt es noch offene Fragen oder Punkte, die unklar sind?“ Diese Methode fördert die schnelle Reflexion und den Austausch in der Gruppe. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Strukturlege-Technik
Die Strukturlege-Technik ist eine Methode, um inhaltliche Zusammenhänge zu erfassen und zu visualisieren. Dabei schreiben die Lernenden zentrale Begriffe eines Themas auf Karten. Anschließend ordnen sie diese Karten in Einzelarbeit oder Kleingruppenarbeit so an, wie sie ihrer Meinung nach zueinander gehören. Diese Anordnung hilft, die eigenen Überlegungen und das Verständnis der Zusammenhänge sichtbar zu machen. (vgl. Lehner 2019, S. 160) Beispiel: Angenommen, Lernende erhalten Karten mit Begriffen aus dem österreichischen Bildungssystem wie „AHS“, „BHS“ und „Kolleg“. Sie sortieren diese Begriffe auf einer Pinnwand oder dem Boden in eine Struktur, die für sie Sinn macht. Im Anschluss vergleichen die Gruppen ihre Ergebnisse, diskutieren die Unterschiede und klären die zugrunde liegenden Überlegungen. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Gruppenpuzzle
Das Gruppenpuzzle ist eine Methode, die darauf abzielt, alle Lernenden aktiv in den Lernprozess einzubinden und Gruppenarbeit effizient zu gestalten. In der ersten Phase bilden die Lernenden sogenannte Stammgruppen, die über einen längeren Zeitraum bestehen. In der zweiten Phase wechseln die Mitglieder jeder Stammgruppe in verschiedene Expertengruppen, in denen sie ein spezifisches Teilthema intensiv bearbeiten und so zu Expert*innen für dieses Thema werden. In der dritten Phase kehren die Lernenden in ihre ursprünglichen Stammgruppen zurück und teilen ihr erarbeitetes Wissen mit den anderen Gruppenmitgliedern. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Lernenden sich aktiv beteiligen und ihr Wissen innerhalb der Gruppe austauschen. (vgl. Lehner 2019, S. 159 f.) Beispiel: Angenommen, die Lernenden sollen die verschiedenen Aspekte des Klimawandels untersuchen. Zuerst bilden sie Stammgruppen, die sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigen. Dann teilen sich die Lernenden auf verschiedene Expertengruppen auf, z.B. eine Gruppe arbeitet an den Ursachen des Klimawandels, eine andere an den Auswirkungen, und eine dritte an den Lösungsmöglichkeiten. Nach der Expertenphase kehren die Lernenden in ihre Stammgruppen zurück, um ihr Expertenwissen zu präsentieren und gemeinsam die verschiedenen Teilaspekte des Klimawandels zu besprechen und zu verknüpfen. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Portfolio-Methode
Die Portfolio-Methode ist eine Lernmethode, bei der Lernende verschiedene Lernprodukte, Handlungsprodukte oder Praxisprodukte erstellen und in einem Portfolio zusammenstellen. Dieses Portfolio enthält nicht nur inhaltlich fokussierte Elemente wie Arbeitsblätter, Präsentationsunterlagen und andere Leistungsnachweise, sondern auch selbstreflektive Bestandteile. Dazu gehören zum Beispiel Auszüge aus Lernjournalen oder persönliche Review-Notizen. Diese Methode fördert sowohl die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Lernstoff als auch die Reflexion über den eigenen Lernprozess. (vgl. Lehner 2019, S. 158) Beispiel: Angenommen, Studierende in einem Pädagogik-Kurs erstellen über das Semester hinweg ein Portfolio. Dieses enthält ihre ausgearbeiteten Unterrichtskonzepte, Reflexionen über durchgeführte Lehrversuche sowie persönliche Notizen zu ihrem Lernfortschritt und Herausforderungen. Am Ende des Kurses dient das Portfolio sowohl als Leistungsnachweis als auch als Grundlage für eine abschließende Selbstreflexion. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Planspiel
Planspiel ist eine Simulation, in der die Teilnehmer bestimmte Rollen übernehmen und in einer fiktiven Umwelt handeln. (vgl. Blötz 2015, S. 14) Beispiel: Unternehmenssimulation, Stadtplanungssimulation, Krisenmanagement-Simulation Blötz, U. (Hrsg.) (2015): Planspiele und Serious Games in der beruflichen Bildung. Auswahl, Konzepte, Lernarrangements, Erfahrungen. Aktueller Katalog für Planspiele und Serious Games 2015. 5. Auflage, Bonn/Bielefeld: Bundesinstitut für Berufsbildung/Bertelsmann
- Lernteam-Coaching
Das Lernteam-Coaching ist eine Methode in Hochschulen, bei der Studierende durch einen strukturierten Dreischritt lernen. Zunächst lernen sie alleine mit Lernunterlagen. Danach klären sie offene Fragen und bearbeiten Aufgaben in Teams. Abschließend stellen sie ihre Ergebnisse einer Lehrperson vor, die sie bei fachlichen Fragen und bei der Reflexion ihres Lernverhaltens unterstützt. Diese Methode fördert sowohl fachliches Wissen als auch soziale und methodische Kompetenzen. (vgl. Lehner 2019, S. 157 f.) Beispiel: Angenommen, Studierende bereiten sich in einer Gruppe auf eine Prüfung vor: Sie lesen zuerst alleine die relevanten Kapitel, besprechen dann in der Gruppe schwierige Konzepte und klären abschließend verbleibende Fragen mit der Lehrperson. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag
- Moderationsmethode
Die Moderationsmethode ist eine Technik, die vor allem in der betrieblichen Ausbildung und Weiterbildung, aber auch in anderen Bildungsbereichen eingesetzt wird. Dabei leitet der Moderator systematisch Gruppenprozesse an, um Probleme zu lösen oder Meinungen zu bilden. Der Moderator fungiert als Katalysator, indem er hilft, die Ziele, Positionen und Haltungen der Gruppenmitglieder transparent zu machen, ohne dabei inhaltlich einzugreifen. Charakteristisch für diese Methode ist die Visualisierung der Beiträge, wobei häufig Materialien wie Pinnwände, Moderationskarten und Klebepunkte verwendet werden. (vgl. Lehner 2019, S. 157) Beispiel: Angenommen, in einem BWL-Seminar soll ein Team Lösungen für eine Marketingstrategie entwickeln. Der Moderator leitet die Diskussion, notiert Ideen auf Moderationskarten und pinnt sie an eine Wand, ohne selbst Vorschläge zu machen. So hilft er der Gruppe, ihre Gedanken zu strukturieren und eine gemeinsame Entscheidung zu treffen. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag


