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  • Tendenz zur Strenge

    Die Tendenz zur Strenge (auch als Strengefehler bezeichnet) ist ein Bewertungsfehler, bei dem die beurteilende Person dazu neigt, die Leistung zu negativ zu bewerten. (vgl. Lehner 2019, S. 187) Beispiel: Ein Lehrer, der eine Tendenz zur Strenge hat, könnte dazu neigen, selbst bei guten Leistungen der Schüler nur niedrige Noten zu vergeben oder sehr strenge Kriterien anzuwenden. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Tendenz zur Milde

    Die Tendenz zur Milde (auch als Mildefehler bezeichnet) ist ein Bewertungsfehler, bei dem die beurteilende Person dazu neigt, die Leistung übermäßig positiv zu bewerten. (vgl. Lehner 2019, S. 187) Beispiel: Ein Lehrer, der eine Tendenz zur Milde hat, könnte dazu neigen, vielen Schülern höhere Noten zu geben, selbst wenn ihre Leistungen nur durchschnittlich sind. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Tendenz zu Extremen

    Die Tendenz zu Extremen ist ein Bewertungsfehler, bei dem die beurteilende Person dazu neigt, extrem hohe oder niedrige Bewertungen zu vergeben, anstatt differenzierte Bewertungen im mittleren Bereich zu verwenden. (vgl. Lehner 2019, S. 187) Beispiel: Ein Lehrer, der diese Tendenz zeigt, könnte die meisten Schüler entweder mit „sehr gut“ (Note 1) oder „mangelhaft“ (Note 5) bewerten, selbst wenn die Leistungen in Wirklichkeit eher im mittleren Bereich liegen. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Tendenz zur Mitte

    Die Tendenz zur Mitte ist ein Bewertungsfehler, bei dem die beurteilende Person dazu neigt, extreme Bewertungen zu vermeiden und stattdessen bevorzugt mittlere Bewertungen vergibt. (vgl. Lehner 2019, S. 187) Beispiel: Ein Lehrer, der bei der Notenvergabe sehr zögerlich ist, könnte dazu neigen, den Großteil seiner Schüler mit „befriedigend“ (Note 3) zu bewerten, selbst wenn einige Schüler deutlich bessere oder schlechtere Leistungen erbringen. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Verknüpfungsfehler

    Der Verknüpfungsfehler (auch als logischer Fehler bekannt) tritt auf, wenn zwei Bereiche oder Eigenschaften miteinander verknüpft werden, obwohl sie wenig oder nichts miteinander zu tun haben. Dies führt zu falschen Schlussfolgerungen über eine Person oder deren Leistungen. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, ein Schüler ist im Unterricht eher zurückhaltend und spricht selten. Ein Lehrer könnte fälschlicherweise annehmen, dass dieser Schüler auch kein Interesse am Unterricht hat oder wenig weiß, obwohl Zurückhaltung und Interesse keine direkte Verbindung haben. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Halo-Effekt

    Der Halo-Effekt ist ein kognitiver Verzerrungseffekt, bei dem das Urteil über eine Person stark von einem einzelnen positiven oder negativen Merkmal beeinflusst wird. Dieses Merkmal "überstrahlt" andere Eigenschaften, sodass die beurteilende Person aus diesem einen Merkmal auf die gesamte Persönlichkeit oder Leistung schließt. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, ein Schüler ist immer sehr höflich und hat eine ordentliche Handschrift. Aufgrund dieser Eigenschaften könnte der Lehrer den Schüler generell als besonders fleißig und leistungsstark einschätzen, selbst wenn seine tatsächlichen fachlichen Leistungen durchschnittlich sind. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Recency-Effekt

    Der Recency-Effekt (Neuheits-Effekt) ist ein psychologisches Phänomen, bei dem die zuletzt erhaltenen Informationen einen besonders starken Einfluss auf die Beurteilung oder den Gesamteindruck haben. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, ein Schüler hat während eines langen Vortrags viele Fragen nicht beantworten können, aber am Ende stellt er eine besonders gute und durchdachte Frage. Der Lehrer könnte aufgrund dieser letzten, positiven Interaktion den gesamten Vortrag des Schülers als kompetent und erfolgreich bewerten, obwohl der Großteil des Vortrags weniger beeindruckend war. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Primacy-Effekt

    Der Primacy-Effekt (Vorrang-Effekt) beschreibt ein psychologisches Phänomen, bei dem die ersten Informationen, die wir über eine Person oder eine Situation erhalten, einen besonders starken Einfluss auf unseren Gesamteindruck haben. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, ein Lehrer bekommt zu Beginn des Schuljahres von einem Kollegen die Information, dass ein bestimmter Schüler besonders motiviert und intelligent sei. Diese erste Information könnte dazu führen, dass der Lehrer später alle Verhaltensweisen des Schülers im Unterricht positiv interpretiert und kleine Fehler übersieht, weil er weiterhin davon ausgeht, dass der Schüler besonders begabt ist. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Objektive Bezugsnorm

    Die objektive Bezugsnorm bewertet die Leistungen von Lernenden anhand festgelegter, klar definierter Kriterien oder Standards, unabhängig von den Leistungen anderer Lernender. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, in einem Deutschtest wird verlangt, einen Aufsatz nach bestimmten Kriterien zu schreiben, wie z. B. korrekte Rechtschreibung, guter Ausdruck und logischer Aufbau. Wenn ein Schüler alle diese Kriterien erfüllt, erhält er eine hohe Bewertung, unabhängig davon, wie gut oder schlecht die anderen Schüler abgeschnitten haben. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Soziale Bezugsnorm

    Die soziale Bezugsnorm bewertet die Leistungen eines Lernenden im Vergleich zu den Leistungen der anderen Mitglieder der Gruppe oder Klasse. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, in einer Mathematik-Klassenarbeit erzielt ein Schüler 75 von 100 Punkten. Wenn die durchschnittliche Punktzahl der Klasse bei 60 liegt, wird die Leistung des Schülers als überdurchschnittlich bewertet, da sie höher ist als der Klassendurchschnitt. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Individuelle Bezugsnorm

    Die individuelle Bezugsnorm ist ein Ansatz zur Bewertung von Lernergebnissen, bei dem die Leistung einer Person mit ihren eigenen früheren Leistungen verglichen wird. (vgl. Lehner 2019, S. 186) Beispiel: Angenommen, ein Schüler hat zu Beginn des Schuljahres in Mathematik Schwierigkeiten mit dem Bruchrechnen und erzielt in einem Test nur 30%. Nach intensiver Übung und Unterstützung schafft er im nächsten Test 60%. Obwohl 60% möglicherweise immer noch unter dem Klassendurchschnitt liegen, zeigt der Vergleich mit seiner eigenen früheren Leistung einen deutlichen Fortschritt. Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

  • Praktische Verfahren

    Praktische Verfahren sind Methoden der Leistungsüberprüfung, die darauf abzielen, das praktische Können und die Anwendung von Wissen in realen oder simulierten Situationen zu erfassen. Diese Verfahren ermöglichen es, handlungsorientierte Fähigkeiten der Lernenden zu beurteilen, indem deren Fertigkeiten in praxisnahen Aufgaben beobachtet und bewertet werden. (vgl. Lehner 2019, S. 182) Beispiele: Praktische Übung, Experiment, Rollenspiel, Planspiel Lehner, M. (2019): Didaktik. Bern: Haupt Verlag

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