Verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie
- Andreas Armster

- 30. Juni 2025
- 1 Min. Lesezeit
Die verhaltenswissenschaftliche Entscheidungstheorie untersucht, wie Entscheidungen in der Realität tatsächlich getroffen werden. Im Gegensatz zur klassischen Theorie des „Homo oeconomicus“ geht sie davon aus, dass Menschen nur begrenzt rational handeln – aufgrund eingeschränkter Informationen, kognitiver Fähigkeiten und individueller Erfahrungen. Hauptvertreter sind Herbert A. Simon und James G. March, die das Konzept der begrenzten Rationalität entwickelten. Entscheidungen werden oft durch Routine, einfache Regeln oder zufriedenstellende („satisficing“) statt optimale Lösungen getroffen. (vgl. Oechsler/Paul 2024, S. 40 ff.)
Beispiel: Ein Manager soll eine neue Software für sein Team auswählen. Statt alle verfügbaren Programme umfassend zu vergleichen, entscheidet er sich für die erste Lösung, die seine Grundanforderungen erfüllt – weil ihm Zeit, vollständige Informationen und Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Dieses Verhalten nennt man „satisficing“ – eine zufriedenstellende, aber nicht optimale Entscheidung.
Oechsler, W. A.; Paul, C. (2024): Personal und Arbeit. Einführung in das Personalmanagement. 12. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg



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