Unvollkommener Kapitalmarkt
Ein unvollkommener Kapitalmarkt beschreibt die Realität, in der die idealisierten Bedingungen des vollkommenen Marktes nicht gelten. Auf einem solchen Markt sind Zinssätze instabil oder unterschiedlich für Anlage und Aufnahme, es bestehen Transaktionskosten und Informationskosten, Steuern, Volumenbeschränkungen und Informationsasymmetrien zwischen den Marktteilnehmern. Dadurch können Investitionsentscheidungen und Finanzierungsentscheidungen nicht unabhängig voneinander getroffen werden, und die Auswahl eines passenden Kalkulationszinssatzes wird schwieriger. (vgl. Hölscher/Helms 2018, S. 15 ff.)
Beispiel: Ein mittelständisches Unternehmen, das einen Bankkredit für eine neue Maschine aufnehmen möchte. Die Bank verlangt für das Darlehen einen höheren Zinssatz als die Rendite, die das Unternehmen durch kurzfristige Geldanlagen erzielen könnte. Gleichzeitig fallen Bearbeitungsgebühren an, und nicht alle Informationen über die zukünftige Marktentwicklung sind bekannt. Dadurch sind die Finanzierungskosten höher und unsicherer als auf einem vollkommenen Kapitalmarkt.
Hölscher, R.; Helms, N. (2018): Investition und Finanzierung. 2. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg




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