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Trade-off-Theorie

Die Trade-off-Theorie besagt, dass Unternehmen ihre Kapitalstruktur so wählen, dass ein Gleichgewicht zwischen den Vorteilen der Fremdfinanzierung, insbesondere den Steuervorteilen, und den Nachteilen, wie Insolvenzkosten oder Agency-Kosten, entsteht. Das optimale Verschuldungsniveau wird erreicht, wenn der zusätzliche Nutzen eines höheren Fremdkapitalanteils gerade die zusätzlichen Kosten, etwa durch steigende Insolvenzrisiken oder Interessenkonflikte zwischen Eigenkapitalgebern und Fremdkapitalgebern, ausgleicht. Die Theorie erklärt damit, warum Unternehmen nicht beliebig viel Fremdkapital aufnehmen, sondern eine ausgewogene Finanzierungsstruktur anstreben. (vgl. Hölscher/Helms 2018, S. 475 ff.)


Beispiel: Ein Unternehmen hat die Möglichkeit, 1 Mio. € zusätzlich über Fremdkapital aufzunehmen. Durch die Fremdfinanzierung spart es 30.000 € an Steuern pro Jahr, gleichzeitig steigen aber die erwarteten Kosten im Falle einer Insolvenz um 10.000 €. Die Trade-off-Theorie besagt, dass das Unternehmen diese 1 Mio. € aufnehmen sollte, da der steuerliche Vorteil die zusätzlichen Insolvenzrisiken übersteigt. Würde das Unternehmen jedoch noch mehr Fremdkapital aufnehmen, sodass die erwarteten Insolvenzkosten auf 40.000 € steigen, überwiegen die Risiken den Steuervorteil von 30.000 €, und eine weitere Verschuldung wäre nicht mehr sinnvoll. Auf diese Weise zeigt das Modell, dass eine optimale Kapitalstruktur entsteht, bei der der Nutzen der Verschuldung die Kosten gerade ausgleicht.


Hölscher, R.; Helms, N. (2018): Investition und Finanzierung. 2. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

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