Theaterkritik
Die Theaterkritik ist eine ausführliche und zugleich kreative Unterrichtsmethode zur Reflexion des Unterrichts. Die Lernenden betrachten eine Unterrichtsstunde oder Unterrichtsreihe aus der Perspektive von Theaterkritiker und beurteilen verschiedene Aspekte des Unterrichtsgeschehens. Dabei sollen sowohl sachliche Beobachtungen als auch subjektive Eindrücke berücksichtigt werden. Mögliche Kriterien sind beispielsweise die Motivation der Lernenden, der Einsatz von Methoden und Medien, das Verhalten der Lehrkraft, die Erarbeitung des Themas sowie der Spaßfaktor. Ziel ist es, den Unterricht aus verschiedenen Perspektiven zu reflektieren und daraus Anregungen für eine Verbesserung des Unterrichts abzuleiten. (vgl. Thömmes 2026, S. 237)
Beispiel: Nach einer Unterrichtsstunde zum Thema „Unternehmensgründung und Businessplan“ verfassen die Schülerinnen und Schüler eine kurze Theaterkritik über die Unterrichtsstunde. Sie beschreiben beispielsweise, dass die Gruppenarbeit zur Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee besonders motivierend war, die anschließende Vorstellung der Businesspläne jedoch etwas zu lang dauerte. Eine Schülerin könnte schreiben: „Die Geschäftsidee selbst zu entwickeln, war für mich der spannendste Teil der Stunde, weil ich dadurch gemerkt habe, wie viele Entscheidungen bei einer Unternehmensgründung getroffen werden müssen. Die Gruppenarbeit hat gut funktioniert, allerdings hätte ich mir für die Erstellung des Businessplans etwas mehr Zeit gewünscht.“ Anschließend werden besonders interessante oder originelle Kritiken ausgewählt und von den Verfasserinnen vorgestellt. So erhält die Lehrkraft differenziertes Feedback zum Wirtschaftsunterricht, während die Schüler*innen gleichzeitig ihre eigenen Lernerfahrungen reflektieren.
Thömmes, A. (2026): Die 200 besten Unterrichtsmethoden für die Sekundarstufe. Bewährte und neue Ideen für jede Gelegenheit. Mülheim an der Ruhr: Verlag an der Ruhr




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