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Temporary-Konzept

Das Temporary-Konzept ist ein bilanzorientierter Ansatz zur Bilanzierung latenter Steuern, bei dem alle temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten erfasst werden. Ziel ist der zutreffende Vermögensausweis und Schuldenausweis, indem künftige steuerliche Belastungen (passive latente Steuern) und künftige steuerliche Entlastungen (aktive latente Steuern) in der Bilanz abgebildet werden – unabhängig davon, ob die Differenzen erfolgswirksam oder erfolgsneutral entstanden sind und wann sie sich auflösen. Nicht einbezogen werden nur „andere Differenzen“ (z. B. aus steuerfreien Erträgen oder nicht abzugsfähigen Aufwendungen), die sich steuerlich nie auswirken. (vgl. Roos 2024, S. 256 ff.)


Beispiel: Ein Unternehmen schreibt eine Maschine handelsrechtlich über vier Jahre, steuerlich jedoch sofort im Jahr der Anschaffung ab. Dadurch ist der Buchwert in der Handelsbilanz höher als der Steuerwert. Diese temporäre Differenz führt dazu, dass in Zukunft höhere steuerliche Gewinne entstehen, wenn die handelsrechtlichen Abschreibungen fortgeführt werden, steuerlich aber keine mehr möglich sind. Nach dem Temporary-Konzept wird deshalb bereits im Anschaffungsjahr eine passive latente Steuer in der Bilanz angesetzt, um die künftige Steuerbelastung zutreffend darzustellen.


Roos, B. (2024): Grundlagen der Bilanzierung. 2. Auflage. München: UVK Verlag

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