Taylor-Regel
- Andreas Armster
- 20. Mai
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Die Taylor-Regel ist eine geldpolitische Leitlinie, nach der die Zentralbank den Leitzins anpasst – abhängig davon, wie stark die Inflation vom Zielwert abweicht und wie groß die Outputlücke (Abweichung des BIP vom Produktionspotenzial) ist. Ziel ist eine stabile Inflation und ausgelastete Wirtschaft. (vgl. Kulessa 2018, S. 196)
Beispiel: Angenommen, das Inflationsziel liegt bei zwei Prozent, die tatsächliche Inflationsrate beträgt drei Prozent, und das Bruttoinlandsprodukt liegt ein Prozent über dem Produktionspotenzial. Wenn man unterstellt, dass der reale Gleichgewichtszins zwei Prozent beträgt und die Zentralbank sowohl der Abweichung der Inflation als auch der Produktionslücke das Gewicht 0,5 beimisst, dann ergibt sich daraus ein empfohlener Leitzins von sechs Prozent. Die Zentralbank sollte in diesem Fall den Leitzins deutlich anheben, um die konjunkturelle Überhitzung und den Inflationsdruck zu bremsen.
Kulessa, M. (2018): Makroökonomie im Gleichgewicht. Praxis und Theorie. Konstanz/München: UVK Verlagsgesellschaft
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