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risk-taking channel

10. Feb.
1 Min. Lesezeit

Der risk-taking channel beschreibt den Mechanismus, über den eine expansive Geldpolitik die Risikoaufnahme von Kreditgebern erhöht. Sinkende Zinsen verbessern die Kapitalsituation und Ertragssituation von Banken, senken wahrgenommene Ausfallrisiken und führen dazu, dass Kredite in größerem Umfang und mit geringeren Prüfstandards vergeben werden. Dadurch steigt die Bereitschaft der Finanzinstitute, riskantere Kredite einzugehen, was langfristig die Finanzmarktstabilität gefährden kann. (vgl. Plaasch 2025, S. 8)


Beispiel: Die Zentralbank senkt den Leitzins von 3 % auf 1 %. Eine Bank kann sich nun günstiger refinanzieren, ihre Kapitalquote steigt z. B. von 10 % auf 12 %. Gleichzeitig sinkt die gemessene Ausfallwahrscheinlichkeit bestehender Kredite. Die Bank vergibt daraufhin mehr Kredite und lockert ihre Standards: Statt nur sicheren Unternehmenskrediten mit 5 % Ausfallrisiko vergibt sie nun auch Kredite mit 8 % Ausfallrisiko. Die niedrigeren Zinsen haben somit die Risikoaufnahme der Bank erhöht.


Plaasch, J. (2025): Geldpolitik und Kreditzyklen aus makroprudenzieller Sicht. Wiesebaden: Springer Fachmedien

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