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Referendariat - 41. Schultag

An meinem heutigen Schultag im Referendariat hatte ich meine erste Lehrprobe, in der ich eine 45-minütige Unterrichtsstunde in der Unterstufe der Industriekaufleute im Fach Controlling unterrichtet habe. Meinen Unterrichtsentwurf hatte ich bereits am Wochenende zuvor meiner Fachleitung gesendet und mir am Vorabend letzte Notizen gemacht. Am Tag der Lehrprobe war ich bereits eine Stunde vor Unterrichtsbeginn an der Schule, um im Lehrerzimmer die Arbeitsblätter vorzusortieren und so keine wertvolle Zeit durch das Verteilen zu verlieren. Während der Vorbereitung informierte mich die Schulleitung jedoch plötzlich darüber, dass meine Lehrprobe wohl ausfallen müsse. Da die Klasse im zweiten Halbjahr nicht mehr im Hause ist, mussten wir schnell eine Lösung finden, was schließlich in Absprache mit einer anderen Fachleitung gelang. Daraufhin bereitete ich im Klassenraum die Technik sowie die Lerntheke vor und konnte mit dem Unterricht beginnen.


Obwohl ich hier nicht auf jedes Detail eingehen möchte, sind mir einige Aspekte besonders in Erinnerung geblieben. Meine Notizen konnte ich relativ schnell vergessen, da sich das Geschehen anders entwickelte als geplant. Anfangs war ich sichtlich nervös, auch weil vier Lehrkräfte meinen Unterricht beobachteten. Dennoch wurde ich von den Lernenden als Lehrperson akzeptiert, was sich an ihrer aktiven Beteiligung zeigte. Zudem konnte ich auch leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler gut einbinden. Während ich meine Unterrichtsphasen klar voneinander abgrenzen konnte, hatte ich mit der Technik, wie dem iPad und dem Activeboard, noch kleinere Probleme und fuhr keine klare Linie, sondern sprang zwischen den Geräten hin und her.


Einen Teil meiner Unterrichtsziele konnte ich erfüllen, das eigentliche Ziel, die buchhalterische Ermittlung der Umsatzsteuerzahllast, haben wir jedoch nicht erreicht, da mein Zeitmanagement noch ausbaufähig war. Zudem fiel es mir schwer, offene Fragen in der Sicherungsphase verständlich zu erklären. Meine Hilfskarten an der Lerntheke wurden leider kaum angenommen, was sich auch an den Ergebnissen zeigte. Hier hätte ich vermutlich noch einmal explizit darauf hinweisen müssen. Positiv hervorzuheben ist, dass ich mich während der Erarbeitungsphasen trotz Schülerfragen gut zurückhalten konnte, um meine Lehrerzentrierung zu verringern, was mir meiner Einschätzung nach gelungen ist.


Im anschließenden Reflexionsgespräch wurden diese Punkte angesprochen. Anfangs war ich sehr enttäuscht, da meine Erwartungen an mich selbst höher waren und ich den Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler nicht unmittelbar sah, obwohl dieser laut Fachleitung trotz einiger nicht erreichten Ziele sichtbar war. Während mein Arbeitsmaterial und die Planung gelobt wurden, wurde bei der Durchführung noch Potenzial festgestellt. Es ist schade, dass ich mein One-Minute-Paper nicht mehr einsetzen konnte, und der Tag hat insgesamt viel Energie abverlangt. Ich werde jedoch die richtigen Schlüsse ziehen und möchte für die nächste Prüfung die Lehrerzentrierung weiter senken, indem ich die Lernenden Arbeitsaufträge selbst formulieren lasse und konsequenter in der Lernsituation verbleibe, statt zu stark auf die Aspekte der Aufträge abzudriften.

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