Recent-Acquisition-Ansatz
Beim Recent-Acquisition-Ansatz werden die Vergleichspreise für die Unternehmensbewertung nicht aus Börsenkursen, sondern aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Unternehmensverkäufe abgeleitet. Die Wertermittlung erfolgt dabei ähnlich wie bei den Multiplikatorverfahren, wobei auf zeitlich nahe Transaktionen zurückgegriffen werden muss, um den aktuellen Wert abzubilden. Liegt der Verkauf weiter in der Vergangenheit, muss der Preis an das heutige Niveau angepasst werden. (vgl. Hölscher/Helms 2018, S. 236 f.)
Beispiel: Die ABC GmbH möchte ihren Unternehmenswert ermitteln. Ein vergleichbares Unternehmen, die DEF GmbH, wurde vor sechs Monaten für 12 Mio. EUR verkauft, bei einem Jahresumsatz von 4 Mio. EUR. Daraus ergibt sich ein Umsatz-Multiplikator von 3 (12 Mio. / 4 Mio.). Die ABC GmbH erzielte im Bewertungszeitpunkt einen Umsatz von 5 Mio. EUR. Multipliziert man diesen Umsatz mit dem Multiplikator aus der Vergleichstransaktion, ergibt sich ein Unternehmenswert von 15 Mio. EUR (5 Mio. × 3).
Hölscher, R.; Helms, N. (2018): Investition und Finanzierung. 2. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg




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