Pädagogische Leistungsbegriff
Der pädagogische Leistungsbegriff nach Bohl versteht Leistung als ein vielfältiges, individuell geprägtes und pädagogisch begleitetes Lernen und Handeln. Leistung entsteht demnach nicht nur durch kognitive Ergebnisse, sondern in vertrauensvollen Beziehungen, unter institutioneller Unterstützung und in kooperativen Lernformen. Sie kann sich in ganz unterschiedlichen Formen zeigen – etwa als Prozessleistung, Produktleistung, Präsentationsleistung, Transferleistung oder soziale Leistung – und ist nie wertfrei, sondern muss stets gemeinsam reflektiert und vereinbart werden. (vgl. Beutel/Pant 2020, S. 27 f.)
Beispiel: In einer Projektwoche erarbeiten Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein kleines Theaterstück zum Thema „Nachhaltigkeit“. Dabei übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben wie Textentwicklung, Bühnenbild oder Kostüme. Die Lehrkraft unterstützt sie durch regelmäßige Feedbackrunden und sorgt für eine vertrauensvolle Atmosphäre. Während des Projekts zeigen die Lernenden nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch soziale, kreative und organisatorische Leistungen. Diese Vielfalt wird im Sinne des pädagogischen Leistungsbegriffs anerkannt, indem sowohl der gemeinsame Prozess als auch das Endergebnis wertgeschätzt und reflektiert werden – ganz ohne eine rein produktbezogene oder kognitive Bewertung.
Beutel, S.; H. A. Pant (2020): Lernen ohne Noten. Alternative Konzepte der Leistungsbeurteilung. Stuttgart: Kohlhammer




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