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Professionelle Diagnostik

20. Dez. 2025
1 Min. Lesezeit

Professionelle Diagnostik bezeichnet ein systematisches, methodisch fundiertes Vorgehen zur Beurteilung von Merkmalen, Verhalten oder Leistungen von Lernenden. Im Gegensatz zur Alltagsdiagnostik basiert sie auf theoretischer Präzisierung des zu messenden Merkmals, der Operationalisierung in messbare Größen, standardisierten Messmethoden und der anschließenden Überprüfung der diagnostischen Aussagen auf Plausibilität und Verwertbarkeit. Ziel ist es, valide, objektive und nachvollziehbare Urteile zu fällen, die als Grundlage für Interventionen, Fördermaßnahmen oder Gutachten dienen. (vgl. Hesse/Latzko 2017, S. 60 ff.)


Beispiel: Eine Lehrerin möchte die Lesefähigkeit ihrer Schülerinnen und Schüler professionell diagnostizieren. Dazu definiert sie zunächst genau, was unter „Lesefähigkeit“ zu verstehen ist, z. B. Leseverständnis, Lesegeschwindigkeit und Genauigkeit. Anschließend entwickelt sie Tests, um diese Aspekte messbar zu machen, und wendet standardisierte Aufgaben an, die für alle Schüler gleich sind. Nach der Durchführung wertet sie die Ergebnisse objektiv aus, vergleicht sie mit Referenzwerten und prüft, ob die Ergebnisse sinnvoll interpretierbar sind. Auf Grundlage dieser professionellen Diagnostik kann sie gezielt Fördermaßnahmen für Schüler planen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben.


Hesse, I.; Latzko, B. (2017): Diagnostik für Lehrkräfte. 3. Auflage. Opladen/Toronto: Barbara Budrich

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