Organische Bilanztheorie
- Andreas Armster

- 1. Feb.
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Die organische Bilanztheorie versteht den Jahresabschluss aus gesamtwirtschaftlicher Sicht. Ein Unternehmen erzielt nur dann echten Gewinn, wenn es seine leistungswirtschaftliche Substanz und damit seine relative Stellung in der Gesamtwirtschaft erhält. Preisänderungen von Vermögensgegenständen sind deshalb zu berücksichtigen; inflationsbedingte Scheingewinne sind vom leistungsbedingten Realgewinn zu trennen, wofür Zeitwerte bzw. Wiederbeschaffungswerte herangezogen werden. (vgl. Roos 2024, S. 57 ff.)
Beispiel: Ein Handelsunternehmen kauft Waren für 100 € und verkauft sie später für 130 €. Am Bilanzstichtag kostet die Wiederbeschaffung derselben Waren jedoch 110 €. Nach der organischen Bilanztheorie beträgt der echte Gewinn nur 20 €, weil dieser Betrag über die Wiederbeschaffung hinausgeht; die übrigen 10 € gelten als Scheingewinn und dürfen nicht ausgeschüttet werden, da sie zur Erhaltung der wirtschaftlichen Substanz benötigt werden.
Roos, B. (2024): Grundlagen der Bilanzierung. 2. Auflage. München: UVK Verlag



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