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Nachforderungsmanagement

vor 7 Stunden
1 Min. Lesezeit

Das Nachforderungsmanagement bezeichnet die systematische Erfassung, Prüfung, Bewertung und Bearbeitung von Ansprüchen und Nachforderungen, die während eines Projekts zwischen Vertragspartnern entstehen können. Ziel ist es, berechtigte eigene Forderungen (Eigen-Claims) durchzusetzen und unberechtigte Forderungen anderer Vertragspartner (Fremd-Claims) abzuwehren. Dazu gehört auch, Änderungen und Abweichungen frühzeitig zu erkennen, zu dokumentieren und deren Auswirkungen auf Kosten, Termine und Leistungen zu bewerten. Ein erfolgreiches Claim-Management erfordert ein konsequentes Vertragsmanagement und Änderungsmanagement sowie eine gute Kommunikation mit allen Projektbeteiligten. (vgl. Motzel/Möller 2017, Stichwort „Nachforderungsmanagement“)


Beispiel: Ein Bauunternehmen übernimmt den Bau einer Produktionshalle zu einem festgelegten Preis und innerhalb eines vereinbarten Zeitraums. Während der Bauphase verlangt der Auftraggeber zusätzliche Arbeiten, die nicht im ursprünglichen Vertrag enthalten sind. Das Bauunternehmen dokumentiert diese Änderungen, erfasst den zusätzlichen Material- und Personalaufwand und fordert eine entsprechende Zusatzvergütung. Gleichzeitig verlangt ein Subunternehmen aufgrund einer angeblichen Verzögerung zusätzliche Zahlungen vom Bauunternehmen. Dieses prüft die Forderung anhand des Vertrags und der dokumentierten Projektabläufe. Dabei stellt sich heraus, dass die Verzögerung vom Subunternehmen selbst verursacht wurde. Deshalb weist das Bauunternehmen die unberechtigte Forderung zurück. Beide Vorgänge sind Beispiele für Claim-Management: die Durchsetzung eigener Ansprüche und die Abwehr fremder Ansprüche.


Motzel, E.; Möller, T. (2017): Projektmanagement Lexikon. Referenzwerk zu den aktuellen nationalen und internationalen PM-Standards. 3. Auflage. Weinheim: Wiley-VCH

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