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Modigliani-Miller-Modell

Das Modigliani-Miller-Modell besagt, dass unter idealisierten Marktbedingungen (keine Steuern, keine Transaktionskosten, gleiche Erwartungen aller Investoren, keine Insolvenzen) die Kapitalstruktur eines Unternehmens den Marktwert des Gesamtkapitals nicht beeinflusst. Anders gesagt: Die Mischung aus Eigenkapital und Fremdkapital ist irrelevant für den Unternehmenswert. Änderungen im Verschuldungsgrad wirken sich nur auf die Verteilung von Risiko und Rendite zwischen Eigenkapital und Fremdkapital aus, nicht aber auf den Gesamtwert des Unternehmens. Das Modell bildet damit die Grundlage für die Theorie der Kapitalstrukturirrelevanz. (vgl. Hölscher/Helms 2018, S. 469 ff.)


Beispiel: Unternehmen A ist schuldenfrei und erzielt einen Kapitalgewinn von 1 Mio. €. Unternehmen B gehört derselben Risikoklasse, ist aber zur Hälfte mit Fremdkapital von 500.000 € verschuldet und erzielt ebenfalls einen Kapitalgewinn von 1 Mio. €. Nach dem Modigliani-Miller-Theorem haben beide Unternehmen trotz unterschiedlicher Kapitalstruktur denselben Marktwert von 1 Mio. €, da Investoren durch Arbitrage gleiche Renditechancen erzielen können: Würde das verschuldete Unternehmen B mehr wert sein, könnten Investoren Anteile an B verkaufen, in A investieren und den Hebeleffekt durch private Verschuldung nachbilden, wodurch sich ein Gleichgewicht herstellt und kein zusätzlicher Wert entsteht.


Hölscher, R.; Helms, N. (2018): Investition und Finanzierung. 2. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg

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