Meritorik
Meritorik bezeichnet staatliche Eingriffe in Märkte, die nicht primär aus Effizienzgründen oder Verteilungsgründen erfolgen, sondern weil der Staat die Konsumentscheidungen der Individuen für „falsch“ hält und sie zu einem aus seiner Sicht gesellschaftlich wünschenswerten Verhalten lenken will. Meritorische Güter werden daher häufig gefördert (z. B. Bildung, Impfungen), während als gesellschaftlich schädlich angesehene Güter besteuert oder reguliert werden (z. B. Tabak, Alkohol), selbst wenn kein klassisches Marktversagen vorliegt. (vgl. Roth 2021, S. 209 ff.)
Beispiel: Staatliche Schulpflicht: Auch wenn Eltern oder Jugendliche sich freiwillig gegen Schulbesuch entscheiden würden, schreibt der Staat Bildung vor, weil er davon ausgeht, dass Schulbildung für das Individuum und die Gesellschaft langfristig besser ist als die private Entscheidung vermuten lässt.
Roth, S. J. (2021): VWL für Einsteiger. 6. Auflage. München: UVK Verlag




Kommentare