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Marktsegmentationstheorie

Die Marktsegmentationstheorie berücksichtigt das Risiko und geht davon aus, dass Marktteilnehmer stark risikoavers sind. Daher vermeiden Anleger oder Kreditnehmer das Risiko mehrerer kurzfristiger Geschäfte und wählen stets die Fristigkeit, die ihrem Anlage- oder Kreditzeitraum entspricht.


Dadurch entstehen verschiedene Segmente auf den Kredit- und Kapitalmärkten: Märkte für kurzfristige sowie für langfristige Anlagen und Kredite. Zwischen diesen Segmenten besteht keine direkte Beziehung, sodass sich die Zinssätze für kurzfristige und langfristige Geschäfte unabhängig voneinander entwickeln, basierend auf Angebot und Nachfrage in den jeweiligen Marktsegmenten. (vgl. Kolck/Lehmann/Strohmeier 2001, S. 145 f.)


Beispiel: Ein Anleger plant, sein Geld für zehn Jahre anzulegen. Statt sich für eine Serie von jährlichen Anlagen zu entscheiden, wählt er eine einzige zehnjährige Anlage, um das Risiko häufiger Umschichtungen zu vermeiden. Gleichzeitig sucht ein Kreditnehmer einen Kredit für fünf Jahre und wählt entsprechend eine fünfjährige Laufzeit. Dadurch entstehen separate Märkte für kurzfristige und langfristige Kredite und Anlagen, und die Zinssätze in diesen Märkten entwickeln sich unabhängig voneinander.


Kolck, G.; Lehmann, K.; Strohmeier, S. (2001): Volkswirtschaftslehre. In: Gartner, W. J. (Hrsg.): Fachbücher für Fachberater und Fachwirte: Der Immobilienfachwirt. Wien: Oldenbourg,

S. 145-146

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