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Liquiditätspräferenz

Die Liquiditätspräferenz beschreibt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nach liquiden Mitteln, also wie viel Geld Haushalte und Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt halten möchten. Sie ergibt sich aus verschiedenen Motiven: dem Transaktionsmotiv und Vorsichtsmotiv, die vor allem vom Volkseinkommen abhängen (mit steigendem Einkommen wächst auch der Bedarf an verfügbaren Geldmitteln), sowie dem Spekulationsmotiv, das vom Zinssatz bzw. der erwarteten Verzinsung beeinflusst wird. Insgesamt bestimmt die Summe dieser Motive die gewünschte Kassenhaltung und damit die Geldnachfrage in einer Volkswirtschaft. (vgl. Theiler 2012, S. 210 ff.)


Beispiel: Ein Haushalt, der bei steigendem Einkommen mehr Geld auf dem Girokonto hält: Ein Teil wird für laufende Ausgaben wie Miete und Lebensmittel benötigt (Transaktionsmotiv), zusätzlich wird ein finanzieller Puffer für unerwartete Ausgaben wie Reparaturen zurückgelegt (Vorsichtsmotiv). Gleichzeitig entscheidet der Haushalt je nach Zinshöhe, ob er Geld anlegt oder lieber liquide hält – sind die Zinsen niedrig, bleibt mehr Geld verfügbar auf dem Konto, um später bessere Anlagemöglichkeiten nutzen zu können (Spekulationsmotiv).


Theiler, W. (2012): Grundlagen der VWL: Makroökonomie. München: UVK/Lucius

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