Lernen am Modell nach Bandura
Lernen am Modell nach Bandura bezeichnet eine Form des Lernens, bei der Menschen neues Verhalten, Einstellungen oder Handlungsweisen durch die Beobachtung anderer übernehmen. Dabei werden nicht nur sichtbare Handlungen imitiert, sondern auch deren Konsequenzen sowie zugrundeliegende Einstellungen und Wertorientierungen verarbeitet.
Dieses Lernen wird besonders dann verstärkt, wenn das beobachtete Modell für sein Verhalten belohnt wird (stellvertretende Verstärkung). Lernen am Modell geht damit über reines Reiz-Reaktions-Lernen hinaus, da kognitive Prozesse, Emotionen, das Selbstkonzept sowie individuelle und soziale Umweltbedingungen eine zentrale Rolle spielen. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 81 ff.)
Beispiel: Ein Schüler beobachtet, wie eine Mitschülerin im Unterricht ruhig zuhört, sich meldet und von der Lehrkraft dafür gelobt wird; daraufhin übernimmt er dieses Verhalten, weil er die positive Reaktion wahrnimmt und ebenfalls Anerkennung erhalten möchte.
Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt




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