Kognitiv-konstruktivistische Lerntheorien
- Andreas Armster

- 25. Apr.
- 1 Min. Lesezeit
Kognitiv-konstruktivistische Lerntheorien verstehen Lernen als einen aktiven und konstruktiven Prozess, bei dem Menschen neues Wissen nicht einfach passiv aufnehmen, sondern es auf der Grundlage ihres bereits vorhandenen Vorwissens selbst aufbauen. Informationen aus der Umwelt werden dabei vom Lernenden verarbeitet, interpretiert und mit bestehenden Wissensstrukturen verknüpft, sodass individuelle Bedeutungen entstehen. Wissen gilt daher nicht als objektive Abbildung der Realität, sondern als subjektive Konstruktion, die sich von Person zu Person unterscheiden kann. Lernen ist folglich immer vorwissensabhängig, zielgerichtet und individuell geprägt, da unterschiedliche Erfahrungen und Vorerkenntnisse dazu führen, dass gleiche Lerninhalte unterschiedlich verstanden und verarbeitet werden. (vgl. Reef 2018, S. 169 ff.)
Beispiel: Ein Schüler lernt im Wirtschaftsunterricht das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Statt die Erklärung nur auswendig zu lernen, bezieht er sie auf eigene Erfahrungen, etwa wenn ein neues Smartphone erscheint und anfangs knapp und teuer ist, später aber günstiger wird. Auf dieser Grundlage konstruiert er ein eigenes Verständnis davon, wie Preise entstehen. Ein anderer Schüler, der andere Alltagserfahrungen gemacht hat, kann denselben Inhalt etwas anders interpretieren und zu einem leicht unterschiedlichen Verständnis gelangen.
Reef, B. (2018): Konstruktivismus in der Didaktik der politischen Bildung. Eine Kritik. Opladen/Berlin/Toronto: Barbara Budrich



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