Interessenlehre nach Habermas
- Andreas Armster

- 16. Dez. 2025
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Die Interessenlehre nach Habermas besagt, dass menschliche Erkenntnis und Handeln von erkenntnisleitenden Interessen geprägt sind. Es werden drei grundlegende Interessen unterschieden: Das technische Interesse zielt darauf ab, die Welt für praktische Verfügungen nutzbar zu machen, z. B. durch die Anwendung von Wissen oder technischen Methoden. Das praktische Interesse dient der Verständigung und Interpretation der Wirklichkeit im sozialen Miteinander, z. B. durch kooperative Problemlösungen oder Kommunikation. Das emanzipatorische Interesse richtet sich auf die Selbstreflexion, Kritik und Vernunftanwendung, um Abhängigkeiten und Ideologien zu erkennen und zu überwinden, z. B. im kritischen Hinterfragen von gesellschaftlichen Normen. (vgl. Kron/Jürgens/Standop 2024, S. 62 ff.)
Beispiel: Das technische Interesse im Mathematikunterricht zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler lernen, Formeln korrekt anzuwenden, um Probleme zu lösen. Das praktische Interesse wird sichtbar, wenn sie in Gruppenarbeiten gemeinsam Strategien entwickeln und sich über Vorgehensweisen austauschen. Das emanzipatorische Interesse tritt auf, wenn sie die Gründe hinter mathematischen Regeln hinterfragen und überlegen, wie man diese Regeln kritisch auf reale Situationen anwenden oder verbessern kann.
Kron, F. W.; Jürgens, E.; Standop, J. (2024): Grundwissen Didaktik. 7. Auflage. München: Ernst Reinhardt



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