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Institutionalistische Ansatz

Der institutionalistische Ansatz (auch Neoinstitutionalismus) geht davon aus, dass Organisationen ihr Verhalten und ihre Strukturen nicht ausschließlich an ökonomischer Effizienz ausrichten, sondern vor allem an den Erwartungen ihrer sozialen Umwelt. Ziel ist es, Legitimität zu erlangen, also als angemessen, richtig oder akzeptiert wahrgenommen zu werden. Dabei spielen Institutionen eine zentrale Rolle. Diese umfassen nicht nur formale Regeln wie Gesetze, sondern auch informelle Normen, Werte, Routinen und gesellschaftliche Vorstellungen, die das Handeln von Organisationen prägen.


Organisationen übernehmen daher häufig bestimmte Strukturen oder Praktiken, weil sie gesellschaftlich erwartet werden, selbst wenn deren tatsächlicher Nutzen nicht eindeutig nachweisbar ist. Solche verbreiteten Annahmen über „richtiges“ Handeln werden als Rationalitätsmythen bezeichnet. Insgesamt betont der institutionalistische Ansatz somit, dass Organisationen oft stärker nach sozialer Akzeptanz als nach rein rationaler Effizienz handeln. (vgl. Wolf 2023, S. 531 ff.)


Beispiel: Ein Unternehmen führt ein Qualitätsmanagement-Zertifikat (z. B. ISO) ein, obwohl unklar ist, ob es tatsächlich die Leistung verbessert. Es macht dies vor allem, weil Kunden, Partner und die Öffentlichkeit solche Zertifizierungen erwarten.


Wolf, J. (2023):  Organisation, Management, Unternehmensführung. Theorien, Praxisbeispiele und Kritik. 7. Auflage. Wiesbaden: Springer Fachmedien

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