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Habitusbegriff

Der Habitusbegriff bei Bourdieu beschreibt die dauerhaften Denkmuster, Wahrnehmungsmuster und Handlungsmuster von Menschen, die sie im Verlauf ihrer Sozialisation erwerben. Der Habitus entsteht durch Erfahrungen in Familie, Schule und weiteren sozialen Feldern und prägt, wie Individuen Situationen deuten und handeln. Er ist dabei zugleich strukturiertes Produkt sozialer Bedingungen (durch Herkunft und Lebenslauf geformt) und strukturierende Struktur, da er zukünftiges Handeln beeinflusst und reproduziert. In der Erziehung zeigt sich dies besonders deutlich: Durch pädagogische Arbeit werden kulturelle Inhalte, Normen und Praktiken vermittelt, die in das Individuum „inkorporiert“ werden und es befähigen, gesellschaftliche Erwartungen quasi selbstverständlich zu erfüllen. (vgl. Corsten 2020, S. 255 ff.)


Beispiel: Ein Kind aus einer Akademikerfamilie wächst mit Büchern, Museumsbesuchen und Diskussionen am Esstisch auf. Dadurch entwickelt es früh ein Selbstverständnis für Bildung und kulturelles Kapital, was später sein Verhalten in Schule und Studium prägt – es fühlt sich dort „wie selbstverständlich“ zu Hause.


Corsten, M. (2020): Lebenslauf und Sozialisation. Wiesbaden: Springer VS

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