Frame-Selektion
- Andreas Armster

- 3. Sept. 2025
- 1 Min. Lesezeit
Frame-Selektion bezeichnet Essers Erklärung dafür, wie Akteure zwischen unterschiedlichen Deutungsrahmen („Frames“) wählen. Während Habitus oder Rahmen bei Bourdieu, Goffman oder Schütz eher als stabile Dispositionen gelten, versteht Esser Frames als selektierbare Orientierungsschemata. Solange Routinen erwartete Ergebnisse liefern, bleibt der Frame stabil. Erst wenn die Kosten von Fehlanpassungen die erwarteten Nutzen übersteigen, kann es zum Wechsel auf einen alternativen Frame kommen. (vgl. Corsten 2020, S. 292 ff.)
Beispiel: Ein Schüler folgt lange dem Frame „Anstrengung in der Schule lohnt sich“. Doch trotz intensiven Lernens erhält er schlechte Noten. Die erwarteten Erträge (gute Leistungen, Anerkennung) bleiben aus, die „Kosten“ der Mühe steigen. An einem kritischen Punkt wechselt er den Frame und übernimmt die Haltung „Schule bringt mir sowieso nichts“.
Corsten, M. (2020): Lebenslauf und Sozialisation. Wiesbaden: Springer VS



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