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Evolutionstheoretische Ansatz

27. Dez. 2025
1 Min. Lesezeit

Der evolutionstheoretische Ansatz erklärt organisationale Entwicklung als einen überwiegend ungeplanten, evolutionären Prozess, der nach den Prinzipien Variation, Selektion und Retention verläuft. Organisationen werden dabei mit lebenden Organismen verglichen, deren Überleben weniger durch bewusste Planung einzelner Akteure als durch Umweltselektion bestimmt wird. Veränderungen entstehen durch zufällige oder nur begrenzt gesteuerte Variationen, von denen sich jene durchsetzen, die zur Umwelt passen, während andere verschwinden. Ordnung und Stabilität in Organisationen sind somit das Ergebnis evolutionärer Prozesse und nicht primär rationaler Gestaltung. (vgl. Bea/Göbel 2019, S. 161 ff.)


Beispiel: Viele neue Restaurants entstehen mit unterschiedlichen Konzepten, Preisklassen und Küchenrichtungen. Diese Vielfalt stellt die Variation dar. Die Gäste entscheiden durch ihr Konsumverhalten, welche Konzepte erfolgreich sind und welche schließen müssen – das ist die Selektion durch die Umwelt. Erfolgreiche Restaurantkonzepte bleiben bestehen, werden nachgeahmt oder weitergegeben und prägen langfristig das Stadtbild, was der Retention entspricht. Die Entwicklung erfolgt dabei weniger durch zentrale Planung als durch fortlaufendes Ausprobieren und Auslesen.


Bea, F. X.; Göbel, E. (2019): Organisation. Theorie und Gestaltung. 5. Auflage. München: UVK Verlag

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