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Essers Modell

Essers Modell verbindet die Logik der Situation (äußere Bedingungen) mit der Logik der Selektion (individuelle Wahlhandlungen). Entscheidungen beruhen auf dem Prinzip der subjektiv erwarteten Nützlichkeit (SEU-Theorem): Akteure wählen jene Handlungsalternative, von der sie den größten Nutzen (unter Abzug der erwarteten Kosten) und die höchste Eintrittswahrscheinlichkeit annehmen. Mit dem Konzept der Frames zeigt Esser, dass Wahrnehmungsrahmen und Deutungsrahmen selbst wählbar und veränderbar sind – anders als bei Bourdieu, wo der Habitus als relativ stabile Disposition gilt. (vgl. Corsten 2020, S. 284 ff.)


Beispiel: Ein Schüler überlegt, ob er nach der 4. Klasse aufs Gymnasium wechseln soll. Er erwartet dort höhere Chancen auf einen guten Beruf (Nutzen), sieht aber auch das Risiko zu scheitern (Kosten). Entscheidet er sich trotzdem fürs Gymnasium, liegt das daran, dass sein subjektiv erwarteter Nutzen (z. B. Anerkennung, Karriere) größer ist als die erwarteten Kosten – gerahmt durch den Frame, dass Bildung sich lohnt.


Corsten, M. (2020): Lebenslauf und Sozialisation. Wiesbaden: Springer VS

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