Entscheidungsprozessorientierte Ansatz
Der entscheidungsprozessorientierte Ansatz untersucht, wie Entscheidungen in Organisationen tatsächlich zustande kommen. Er geht davon aus, dass Entscheidungsprozesse begrenzt rational, von individuellen Zielen, Macht, Routinen und unvollständiger Information geprägt sind und sich deutlich vom idealtypisch-rationalen (normativen) Entscheidungsmodell unterscheiden. (vgl. Bea/Göbel 2019, S. 129 ff.)
Beispiel: In einem Unternehmen soll über die Einführung einer neuen Software entschieden werden. Statt alle verfügbaren Alternativen systematisch zu analysieren, schlagen einzelne Abteilungsleiter Lösungen vor, die ihren eigenen Interessen und Erfahrungen entsprechen. Nach kurzen Diskussionen einigt man sich auf eine Software, die „ausreichend gut“ erscheint, obwohl langfristige Folgen und bessere Alternativen kaum geprüft wurden. Die Entscheidung entsteht somit aus Verhandlungen, Routinen und begrenzter Rationalität und nicht aus einer optimalen, vollständig rationalen Abwägung.
Bea, F. X.; Göbel, E. (2019): Organisation. Theorie und Gestaltung. 5. Auflage. München: UVK Verlag




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