Elektive Zuschlagskalkulation
- Andreas Armster

- 11. Sept. 2025
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Die elektive Zuschlagskalkulation ist ein Kalkulationsverfahren, bei dem die Gemeinkosten nicht in einem einzigen Schritt (wie bei der summarischen Zuschlagskalkulation), sondern in mehrere Gruppen aufgeteilt und jeweils mit einer passenden Zuschlagsbasis verrechnet werden. Dadurch wird berücksichtigt, dass die Gemeinkosten von unterschiedlichen Einflussgrößen abhängig sind. (vgl. Freidank/Sassen 2020, S. 188 ff.)
Beispiel: Ein Möbelhersteller produziert Schreibtische. Dabei fallen Fertigungsmaterialkosten von 500 € und Fertigungslöhne von 300 € pro Stück an. Zusätzlich entstehen materialabhängige Gemeinkosten von 100.000 € und lohnabhängige Gemeinkosten von 60.000 €. Die materialabhängigen Gemeinkosten werden mit dem Fertigungsmaterial (insgesamt 500.000 €) verrechnet, woraus sich ein Zuschlagssatz von 20 % ergibt. Die lohnabhängigen Gemeinkosten werden auf die Fertigungslöhne (insgesamt 200.000 €) verteilt, was einem Zuschlagssatz von 30 % entspricht. Für einen Schreibtisch ergeben sich damit 100 € materialabhängige Gemeinkosten (20 % von 500 €) und 90 € lohnabhängige Gemeinkosten (30 % von 300 €). Somit betragen die Herstellkosten pro Schreibtisch 990 € (500 + 300 + 100 + 90).
Freidank, C.; Sassen, R. (2020): Kostenrechnung. Grundlagen des Management Accounting, Konzepte des Kostenmanagements und zentrale Schnittstellen. 10. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg



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