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Drei-Generationenansatz

Der Drei-Generationenansatz ist ein Forschungsansatz in der Biografieforschung und Familienforschung, der darauf abzielt, Familiengeschichten über mindestens drei Generationen hinweg – Eltern, Großeltern und Kinder – zu untersuchen. Dabei werden mit Methoden wie der Genogrammanalyse, die objektive Lebensdaten über Bildungsverläufe und Erwerbsverläufe, Partnerschaften und Familiengründungen systematisch darstellt, sowie mit familiengeschichtlichen Interviews sowohl Einzelgespräche als auch Gruppengespräche durchgeführt. Ziel ist es, intergenerationelle Zusammenhänge sichtbar zu machen, also wie Werte, Chancen, Belastungen oder unerledigte Aufgaben innerhalb einer Familie weitergegeben, verändert oder zurückgewiesen werden. Auf diese Weise lassen sich nicht nur individuelle Lebensentscheidungen, sondern auch kollektive Muster, Tradierungen und Formen des Erinnerns nachvollziehen. (vgl. Corsten 2020, S. 188 ff.)


Beispiel: Die Analyse einer Familie, in der der Großvater Beamter war, der Vater sich im Gastronomiebereich selbstständig machte und die Tochter wiederum studiert und als Lehrerin arbeitet. In der Genogrammanalyse würde sichtbar, wie sich der berufliche Aufstieg von einer Generation zur nächsten verändert hat, welche Traditionen – etwa die Orientierung an sicheren Berufen – erhalten bleiben und wie neue Wege eingeschlagen werden. In einem familiengeschichtlichen Interview könnte zusätzlich erfasst werden, wie die Familie selbst diese Entwicklungen deutet, ob sie den Großvater als Vorbild sieht oder ob Brüche in der Familiengeschichte betont werden.


Corsten, M. (2020): Lebenslauf und Sozialisation. Wiesbaden: Springer VS

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