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Deutungsmusteranalyse

Deutungsmusteranalyse ist ein qualitatives Verfahren zur Biografieforschung, das auf der Objektiven Hermeneutik basiert. Dabei werden Lebensbeschreibungen (z. B. Interviews) als „Protokolle sozialer Wirklichkeit“ interpretiert, um die zugrundeliegenden Regeln und Muster zu rekonstruieren, mit denen Menschen ihr Leben deuten und strukturieren. Ziel ist es, übergreifende Deutungsmuster und biografische Selbstdeutungen sichtbar zu machen, die über einzelne Situationen hinausgehen. (vgl. Corsten 2020, S. 180 ff.)


Beispiel: In einem biografischen Interview berichtet ein Mann, dass er während des Zweiten Weltkriegs als Jugendlicher eingezogen wurde. Statt ausführlich von seinen persönlichen Gefühlen und Erlebnissen zu erzählen, antwortet er sehr knapp und sachlich. Die Deutungsmusteranalyse würde dies nicht nur als individuelle Erinnerung deuten, sondern als Ausdruck eines übergreifenden Musters: Der Befragte versteht die Interviewsituation nicht als privaten Austausch, sondern als formelles, öffentliches Gespräch – ein Hinweis auf ein Deutungsmuster, in dem persönliche Erfahrungen eher zurückgestellt und durch sachlich-offizielle Darstellungsweisen ersetzt werden.


Corsten, M. (2020): Lebenslauf und Sozialisation. Wiesbaden: Springer VS

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