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borrower balance sheet channel

10. Feb.
1 Min. Lesezeit

Der borrower balance sheet channel beschreibt den geldpolitischen Übertragungsmechanismus, bei dem Zinssenkungen die Finanzierungsbedingungen der Kreditnehmer verbessern, indem sie sowohl die Zinskosten senken als auch den Wert von Vermögenswerten erhöhen, die als Sicherheiten dienen. Dadurch steigt das Nettovermögen der Kreditnehmer, ihre Kreditwürdigkeit verbessert sich und sie können mehr Kredite aufnehmen, was die Kreditvergabe und potenziell auch Risiken für die Finanzmarktstabilität erhöht. (vgl. Plaasch 2025, S. 7 f.)


Beispiel: Senkt die Zentralbank den Leitzins von 4 % auf 2 %, steigen die Immobilienpreise. Ein Haushalt besitzt eine Wohnung, deren Wert von 300.000 € auf 360.000 € steigt. Da die Wohnung als Kreditsicherheit dient, erhöht sich der Beleihungswert. Die Bank gewährt dem Haushalt nun einen zusätzlichen Kredit von z. B. 40.000 €, den er zuvor wegen zu geringer Sicherheiten nicht erhalten hätte. Die bessere Bilanzposition des Kreditnehmers führt somit zu höherer Kreditnachfrage und Kreditvergabe.


Plaasch, J. (2025): Geldpolitik und Kreditzyklen aus makroprudenzieller Sicht. Wiesebaden: Springer Fachmedien

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