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Anerkennungsgerechtigkeit

14. Dez. 2025
1 Min. Lesezeit

Anerkennungsgerechtigkeit bezeichnet ein Verständnis von Bildungsgerechtigkeit, bei dem nicht die Leistungsverteilung im Vordergrund steht, sondern die Qualität der Beziehungen im Bildungssystem. Ein Schulsystem gilt als gerecht, wenn Lernende von Lehrenden mit Wertschätzung, Respekt und Empathie behandelt werden und ihre individuellen Lernprozesse anerkannt werden, sodass persönliche Entwicklung und Selbstverwirklichung möglich sind. (vgl. Beutel/Pant 2020, S. 45 ff.)


Beispiel: Eine Lehrerin verzichtet darauf, eine Klassenarbeit sofort zu benoten, und gibt stattdessen allen Schülerinnen und Schülern individuelles Feedback zu ihren Lösungswegen. Sie würdigt die Anstrengung eines Schülers, der sich deutlich verbessert hat, auch wenn das Ergebnis noch nicht sehr gut ist, und bespricht mit ihm respektvoll die nächsten Lernschritte. Dadurch fühlen sich die Lernenden ernst genommen und wertgeschätzt, unabhängig davon, wie gut ihre Leistung im Vergleich zu anderen ist.


Beutel, S.; H. A. Pant (2020): Lernen ohne Noten. Alternative Konzepte der Leistungsbeurteilung. Stuttgart: Kohlhammer

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