Liquiditätsgrade
- Andreas Armster

- vor 6 Tagen
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Liquiditätsgrade sind Kapitalstrukturkennzahlen, die das Verhältnis von kurzfristigem Fremdkapital zu verschiedenen Aktivpositionen der Bilanz darstellen und damit die Fähigkeit eines Unternehmens messen, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten zu decken. Dabei wird unterschieden: Die Liquidität 1. Grades setzt die liquiden Mittel (Kassenbestand, Bankguthaben, Schecks) ins Verhältnis zum kurzfristigen Fremdkapital, die Liquidität 2. Grades bezieht zusätzlich Forderungen und kurzfristige Wertpapiere (monetäres Umlaufvermögen) ein, und die Liquidität 3. Grades berücksichtigt darüber hinaus die Vorräte. Ein hoher Liquiditätsgrad zeigt eine gute Fähigkeit, kurzfristige Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, während zu hohe Liquidität die Rentabilität mindern kann. (vgl. Hölscher/Helms 2018, S. 497 ff.)
Beispiel: Ein Unternehmen hat liquide Mittel von 50.000 €, kurzfristige Forderungen von 30.000 € und Vorräte im Wert von 20.000 €. Das kurzfristige Fremdkapital beträgt 40.000 €. Die Liquidität 1. Grades liegt damit bei 50.000 € ÷ 40.000 € = 1,25 (125 %), die Liquidität 2. Grades bei (50.000 € + 30.000 €) ÷ 40.000 € = 2,0 (200 %) und die Liquidität 3. Grades bei (50.000 € + 30.000 € + 20.000 €) ÷ 40.000 € = 2,5 (250 %). Das Unternehmen kann somit seine kurzfristigen Verbindlichkeiten vollständig aus liquiden Mitteln decken und zusätzlich noch Forderungen und Vorräte zur Liquiditätsdeckung heranziehen.
Hölscher, R.; Helms, N. (2018): Investition und Finanzierung. 2. Auflage. Berlin/Boston: De Gruyter Oldenbourg



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