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Hallenser Längsschnittstudie

Die Hallenser Längsschnittstudie zur Habitusgenese (2005–2010, Leitung: Werner Helsper & Rolf-Torsten Kramer) ist eine qualitative Langzeituntersuchung, die den Zusammenhang von Habitusbildung, Schullaufbahn und Sozialisationsprozessen untersucht. Die Studie analysiert anhand von Interviews mit Schülern (10–14 Jahre, verschiedene Schulformen) deren Orientierungsrahmen und Bildungshabitus über mehrere Übergangspunkte im Schulsystem hinweg (Ende 4., 6. und 9. Klasse). Ziel ist es, zu verstehen, wie Kinder Bildungsübergänge erleben, wie sich ihr Habitus in der Auseinandersetzung mit Schule, Familie und sozialer Lage herausbildet und verändert, und wie Chancenerfahrungen bzw. Risikoerfahrungen für den weiteren Bildungsweg entstehen. (vgl. Corsten 2020, S. 262 ff.)


Beispiel: Ein Arbeiterkind, das nach der 4. Klasse aufs Gymnasium wechselt, erlebt den Übergang als „risikobehaftet“, weil sein bisheriger Orientierungsrahmen mit den neuen schulischen Anforderungen nicht übereinstimmt (Transformationsdruck). Ein Beamtenkind hingegen deutet denselben Übergang oft als „chancenreich“, da sein Bildungshabitus von klein auf stärker an schulische Erwartungen angepasst ist.


Corsten, M. (2020): Lebenslauf und Sozialisation. Wiesbaden: Springer VS

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